Die Buddenbrooks – Motive eines Jahrhundertromans

„Mein in Deutschland populärstes Buch sind ja ohne Zweifel die ›Buddenbrooks‹, und es kann sein, daß in meinem eigenen Lande mein Name immer vorzugsweise mit diesem Werk verbunden bleiben wird.“ Thomas Mann, 15. April 1932

1901 veröffentlichte Thomas Mann mit gerade einmal 26 Jahren sein fast 800 Seiten umfassendes Opus magnum „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“, das innerhalb von vier Jahren entstand. Mann hatte zuvor ein Band mit Novellen im S. Fischer Verlag veröffentlicht und der damalige Verleger Samuel Fischer schrieb, nachdem er das Talent Manns entdeckt hatte, in einem Brief, dass er gerne einen Roman von Mann veröffentlichen würde: „Ich würde mich aber freuen, wenn Sie mir Gelegenheit geben würden, ein größeres Prosawerk von Ihnen zu veröffentlichen, vielleicht einen Roman, wenn er auch nicht so lang ist.“ Wie sich später herausstellte, hatte Mann nur auf ein solches Angebot gewartet, denn so schlummerte die Idee zu Buddenbrooks schon einige Jahre in seiner Schublade. Er nahm das Angebot natürlich an und so veröffentlichte der Verlag sein wohl bekanntestes Werk und 18 Jahre später erhielt Mann den Nobelpreis für sein Werk.

Für das Abitur im nächsten Jahr steht „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“ wieder in den Richtlinien, weshalb auch ich mich diesem Werk widmen musste. Und gerade weil das Buch in den Abiturrichtlinien steht möchte ich einzelne Aspekte des Werkes vorstellen und vielleicht auch analysieren. Beginnen möchte ich die Reihe mit den von Mann verwendeten Motiven.

Thomas Mann verwendet in „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“ vor allem vier Motiven (wiederkehrende Elemente): das Zahn-Motiv, das Farb-Motiv, das Haus-Motiv und das Familienpapier-Motiv.

Das Zahn-Motiv

Diesem Motiv kommt eine besondere Bedeutung in dem Roman zu, da es deutlich den Verfall der Familie darstellt. Die beiden letzten männlichen Vertreter der Familie leiden unter schlechten Zähnen, was wiederholt beschrieben wird. Direkt zu Beginn wird auf die Zähne des neunjährigen Thomas verwiesen, die „nicht besonders schön, sondern klein und gelblich [waren]“ (Seite 16) und dieses Element taucht beim Tod des Thomas erneut auf: „Senator Buddenbrook war an einem Zahne gestorben, hieß es in der Stadt […]“ (Seite 689).
Und auch bei Thomas‘ Sohn Hanno sind die Zähne schlecht, von außen zwar „schon und weiß wie die seiner Mutter“, aber trotzdem sind sie sehr „weich und verletzlich“ und machen Hanno „mancherlei Störungen und Beschwerden“ (Seite 512).

Das Farb-Motiv

Verschiedene Farben tauchen in dem Roman immer wieder auf, jedoch spielt die Farbe „Gelb“ eine besondere Rolle, so wird der Tod (und damit der Verfall) immer mit der Farbe verbunden. So wird beispielsweise auf das „Gelb der Möbel“ verwiesen, als Konsul Buddenbrook stirbt (Seite 246) und als sich Christian über den Todesnachmittag informiert, frage er „Also gelb sah er aus? […] Er sah also ganz gelb aus?“ (Seite 260). Auch Thomas‘ Zähne werden als gelb beschrieben (Seite 16) und bekanntlich stirbt er auch an einem Zahn (Seite 689).

Das Haus-Motiv

Die Buddenbrooks leben in zwei Häusern, einmal das Haus in der Mengstraße und das repräsentative Anwesen in der Fischergrube. Das Haus in der Mengstraße verdeutlicht auf soziale und ökonomische Funktionen zeigt den „äußerlichen Glanz“ der Familie und den Aufstieg. Das Haus in der Fischergrube dagegen leitet den familiären Abstieg ein, was besonders an der Hundertjahrfeier der Firma 1868 deutlich wird, denn so liegen dunkle Wolken und Hagel über dem Haus und als dann noch ein Lehrling ein Telegramm überbringt, das von der Vernichtung der Pöpenrader Ernte durch ein Gewitter berichtet (Seite 491 – 494). Nach dem Einzug in das Haus in der Fischergrube geht es mit der Firma und der Familie nur noch bergab.

Das Familienpapiere-Motiv

Last but not least wären da die Familienpapiere, die eine wichtige Funktion der in Familie übernehmen, da sie die Genealogie der Familie festhalten und mitteilen. In dem Familienpapieren ist sowohl der Aufstieg, wie auch der Verfall festgehalten, so macht Hanno einen Strich unter seinem Namen und wie man am Ende erfährt ist er der letzte männliche Überlebende der Familie Buddenbrook.

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Pessach

In den Nissan fällt das erste der drei Wallfahrtsfeste, das Pessachfest, das in der Bibel auch als Fest der Mazzot, der ungesäuerten Brote, bezeichnet wird. Der Name Pessach (auf deutsch „Überschreitung“) stammt von dem in der Bibel gebotenen Opfer eines Lammes, das vor dem Auszug der Israeliten aus Ägypten geschlachtet und gegessen wurde. Im Bibeltext heißt es, Gott habe, als er alle Erstgeborenen in Ägypten erschlug, die Israeliten verschont, indem er ihre Häuser überging. Daher wird dieses Fest Überschreitung genannt; auch das geopferte Lamm wird mit diesem Namen bezeichnet.

Wie alle Wallfahrtsfeste hat Pessach eine historische und eine mit der Natur verbundene Bedeutung. Historisch erinnert das Fest an den Auszug der Israeliten aus Ägypten, und noch heute wird im Gedenken an dieses Ereignis nur Ungesäuertes gegessen, weil der plötzliche Aufbruch aus Ägypten es nicht gestattete, den Brotteig vor dem Backen säuern zu lassen. In landwirtschaftlicher Hinsicht ist Pessach mit der Ernte der Wintergerste verbunden…

Pessach wird acht Tage lang, vom 15. bis zum 22. Nissan, begangen (in unserem Kalender ist das dieses Jahr vom 30. März – 6. April).

Zu den Hauptmerkmalen dieses durch seine Vorschriften besonders eindrucksvollen Festes gehört das Verbot, Gesäuertes (auf hebräisch Chamez) zu genießen, oder es überhaupt zu besitzen. Unter Gesäuertem werden alle Getreideprodukte verstanden, die in irgendeinem Stadium, selbst vor dem Mahlen, durch die Einwirkung von Fermenten, vor Feuchtigkeit oder Hitze einen Gärungsprozess durchgemacht haben.

Um die Wohnung von Gesäuertem zu befreien, findet deshalb vor Pessach ein äußerst gründlicher Hausputz statt. Der Hausherr ist verpflichtet, am Vorabend des 14. Nissan das gesamte Haus nach noch vorhandenem Gesäuerten zu durchsuchen und seinen Fund dann am Morgen zu verbrennen. Ebenso müssen alle Küchengeräte und Bestecke durch Ausglühen bzw. Auskochen von gesäuerten Rückständen befreit werden.

Für Pessach wird Geschirr verwendet, das nur für diese Gelegenheit bestimmt ist, während das sonst gebrauchte weggschlossen wird.

Dieses Fest zeichnet sich dadurch aus, dass es für die beiden ersten Abende ein häusliches Ritual gibt, eine festliche Mahlzeit, die nach einer festen Ordnung verläuft. Nach dem hebräischen Wort für „Ordnung“ wird diese Zeremonie Seder genannt. Zum Seder versammelt sich die ganze Familie; nach Möglichkeit werden auch Gäste eingeladen.

Auf einem Teller befinden sich die für diese Mahlzeit erforderlichen symbolträchtigen Speisen: drei Mazzot, die jeweils in eine Serviette gehüllt sind oder in einer dreifächerigen Tasche liegen; ferner „Erdfrüchte“, wofür man Radieschen, Sellerie oder Petersilie verwendet; ein Gefäß mit Salzwasser; Bitterkraut, worunter Meerrettich oder Kopfsalat (oder beides) verstanden wird; ein aus geriebenen Äpfeln, Mandeln, Zimt und Wein bereitetes bräunliches Mus; ein Knochen mit etwas gebratenem Fleisch daran und ein gekochtes Ei. Der Knochen mit dem Fleisch dient der Erinnerung an das Pessachopfer, das Opferlamm, wenngleich es nicht üblich ist, einen Hammelknochen („Schafsknochen“) dafür zu verwenden; das Ei soll das Wallfahrtsopfer symbolisieren. Beides muss zum Verzehr geeignet sein, wird jedoch nicht gegessen, während die übrigen Speisen, die auf dem Sederteller liegen, im Verlauf der Zeremonie verzehrt werden.

Auch sie sind von symbolischer Bedeutung und werden auf die Knechtschaft der Juden in Ägypten bezogen: Das Salzwasser, in das die Erdfrüchte getaucht werden, erinnert an die vergossenen Tränen, das Bitterkraut an die bitteren Leiden, das braune Fruchtmus an den Lehm, aus dem die Israeliten Ziegel herstellen mussten; die Mazzot werden als „Brot der Armen“ bezeichnet.

Die Ordnung der häuslichen Feier entspricht den Gepflogenheiten des antiken Gastmahls. Auch die symbolisch gedeuteten Speisen sind Bestandteile der antiken Mahlzeit, so dass Gewohnheiten des Altertums und Symbolik zusammengeflossen sind. Den antiken Bräuchen entspricht auch die Vorschrift, bei der Mahlzeit nicht zu sitzen, sondern zu liegen. Diese Sitte wird beim Seder insofern beachtet, als man angelehnt sitzt und der Hausherr einen besonders bequemen, mit Kissen ausgepolsterten Sessel benutzt.

Getrunken wird am Sederabend Wein, und zwar sind vier Becher pro Person vorgeschrieben. Zusätzlich zu den Trinkgefäßen für die Teilnehmer der Mahlzeit wird ein weiterer mit Wein gefüllter Becher auf den Tisch gestellt, der für den Propheten Elia bestimmt ist, dessen Kommen erwartet wird: Elia gilt als Vorbote des Messias.

Der wesentliche Inhalt des Seders ist die Verlesung spezieller Texte, die sich auf den Auszug aus Ägypten beziehen; sie sind in der Pessach-Haggada (Haggada heißt „Erzählung“) zusammengestellt. Derjenige, der den Seder „gibt“, d.h. ihn leitet, soll die Texte nach Möglichkeit nicht nur vortragen, sondern sie auch erklären.

Die abendfüllende Zeremonie beginnt mit dem Festtagskiddusch, dann folgt der Segen über die Erdfrüchte, nach dem dann Petersilie oder Radieschen in Salzwasser getaucht und gegessen werden. Den formalen Anlass für den Vortrag der Texte, die vom Auszug aus Ägypten erzählen sowie das Fest und dessen Ritual erklären, bilden vier Fragen, die das jüngste teilnehmende Kind stellt und die sich auf den Sinn des Zeremoniells richten.

Die Verlesung der Haggada wird durch das Abendessen unterbrochen. Das Abendessen soll aus mindestens zwei Gängen bestehen. Als erster Gang sind hartgekochte Eier in Salzwasser üblich. Eier werden entweder als Symbol des Lebens gedeutet oder sind auch ein Zeichen der Trauer, da man sich bei der Festfreude der Zerstörung des Tempels erinnern soll. Auf die Eier folgt meist ein Fleischgericht, wobei zu beachten ist, dass kein gebratenes Fleisch an diesen beiden Abenden Verwendung findet. Hammelfleisch, das bei sefardischen Juden üblich ist, wird in Nord- und Mitteleuropa bei der Festmahlzeit nicht gegessen.

Den Abschluss des Abendessens bildet der symbolische Nachtisch, der Afikoman, das vorher beiseite gelegte Stück Mazza. Es hat sich der fröhliche Brauch herausgebildet, dass der Hausherr zunächst das Stück nicht finden kann, weil die an der Feier teilnehmenden Kinder es versteckt haben. Damit die Feier fortgesetzt werden kann, muss das Stück Mazza mit einem kleinen Geschenk ausgelöst werden.

Dann nimmt der Seder seinen Fortgang. Der zweite Teil, der mit dem Tischgebet beginnt, ist etwas aufgelockert und trägt der Ermüdung der Teilnehmer, besonders der Kinder, insofern Rechnung, als in ihm eine Reihe von Liedern enthalten ist, deren Refrain von allen gemeinsam gesungen wird. Das bekannteste Lied ist das vom Zicklein, das in deutscher Übertragung in „Des Knaben Wunderhorn“ gelangt ist. Mit ihm endet der Seder, dessen Ritual an beiden Abenden im Wesentlichen gleich ist.

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Moderne Wege der Schädlingsbekämpfung

Im Zeitalter des Klimawandels und der Globalisierung finden immer mehr Lebewesen aus anderen Ländern den Weg zu uns (solche Lebewesen werden als Neobiota bezeichnet) und schädigen die Wirtschaft (Nicht alle Neobiota sind Schädlinge!). Doch was kann man dagegen tun? Die meisten sind für die chemische Keule, also die Verwendung von Pestiziden, allerdings gibt es auch andere Methoden zur Schädlingsbekämpfung. Hier sollen die vier häufigsten Methoden kurz charakterisiert werden, doch vorher ein kurzer Ausflug in die Definition von Schädling.

Was sind Schädlinge?

Schädlinge sind solche Lebewesen, die den wirtschaftlichen Erfolg des Menschen verringern, indem sie Agar-, Forst- und Holzprodukte befallen und zerstören, oder auf vom Menschen angelegte Vorräte zurückgreift. Deswegen ist Schädling ein rein wirtschaftlicher Begriff. Schädlinge werden nach ihren Fundorten in vier Gruppen eingeteilt: Agrarschädlinge, Forstschädlinge, Holzschädlinge und Vorratsschädlinge.

Biologische Schädlingsbekämpfung

Bei der biologischen Schädlingsbekämpfung werden natürliche Mittel zur Schädlingsbekämpfung verwendet, wie beispielsweise das Aussetzen von Fressfeinden oder die Verwendung von Krankheitserregern. Oft sind solche Methoden nicht langfristig wirksam, da es zu unberechenbaren Folgen kommen kann (exponentielle Vermehrung der Fressfeinde, Organismen bauen Resistenzen gegen Krankheitserreger auf oder Krankheitserreger mutieren und greifen auch andere Lebewesen an).

Chemische Schädlingsbekämpfung

Wie der Name schon sagt werden bei der Methode chemisch erzeugte Produkte, das heißt Gifte, verwendet, die zum schnellen Aussterben der Schädlinge führen, allerdings kann es bei der chemischen Schädlingsbekämpfung zur Bioakkumulation (Anreicherung von Giften in Nahrungsketten) kommen. Durch die Bioakkumulation können auch Gifte zum Menschen gelangen und haben oft schwerwiegende gesundheitliche Folgen (Krebs, Zerstören des Immunsystems, …).

Physikalische-biotechnische Schädlingsbekämpfung

Bei dieser Form der Schädlingsbekämpfung werden entweder physikalische Größen wie Hitze, Licht oder Schall zum Töten/Vertreiben der Schädlinge verwendet, oder es kommt zur Anwendung von biotechnischen Verfahren. Ein sehr erfolgreiches Beispiel der biotechnischen Schädlingsbekämpfung ist die Mittelmeerfruchtfliege, der ein letales (tödliches) Gen eingepflanzt wurde, das in der nachfolgenden Generation während der Embryonalentwicklung aktiv wurde und zum Absterben der Generation geführt hat. Die reine Anwendung von physikalischen Größen ist oft weniger effektiv und in der Regel nur kurzfristig wirksam.

Integrierte Schädlingsbekämpfung

Bei der integrierten Schädlingsbekämpfung kommt es zur Kombination der drei „klassischen“ Methoden mit dem Ziel, ein optimales Ergebnis zu erzielen und so wenig chemische Bekämpfungsmittel anzuwenden wie möglich. Die integrierte Schädlingsbekämpfung beginnt mit einer Prophylaxe, sollte es dennoch zum Schädlingsbefall kommen wird der Organismus genau bestimmt und dann werden die Methoden gewählt, die den Schädling am besten bekämpfen, die Umwelt aber nicht schädigen.

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Cannabis

Geschichte und Herkunft

Cannabis hat eine jahrtausende alte Tradition als Nutz- und Heilpflanze. Aus China ist bekannt, dass dort bereits im frühen 3. Jahrtausend v. Chr. Cannabis angebaut wurde.
Über Indien gelangte die Pflanze in den Nahen Osten und dann über Europa bis nach Nord- und Südamerika.

Die Anbaugebiete heute liegen im Naher und Mittlerer Osten (Türkei) sowie in Thailand und Nepal.  Später wurde Cannabis als Heilmittel gegen Durchfall und Fieber sowie als Betäubungsmittel eingesetzt. In Deutschland wurde die Rauschwirkung vor allem in den 70er Jahren entdeckt.

Substanz

Hauptwirkstoff der Cannabispflanze ist Tetrahydrocannabinol, kurz THC. Bei in Deutschland gezogenen Cannabispflanzen beträgt  der THC-Gehalt nur etwa 1,5%; orientalische Sorten enthalten durchschnittlich etwa 5% THC.

In europäischen Ländern wird Cannabis vorwiegend in Form von Haschisch oder Marihuana konsumiert.  Haschisch besteht aus dem Harz der Blütenstände der weiblichen Hanfpflanze. Die dunkle, meist braunschwarze Substanz ist von harziger Konsistenz und enthält 5-12% THC. Marihuana besteht aus getrocknete und zerkleinerte Pflanzenteile der weiblichen Cannabispflanze. Meist von grünlicher, teeähnlicher Beschaffenheit mit 1-7% THC.

Konsumformen

Hierzulande wird Cannabis meist mit Tabak in einem Joint geraucht. Beim Rauchen setzt Wirkung unmittelbar ein und dauert ein bis vier Stunden an. Nach etwa 30 bis 60 Minuten erreicht man das “High”-Gefühl, welches erst allmählich ausklingt.

Effekt

Der Cannabisrausch tritt meist relativ schnell ein. Grundsätzlich werden die bereits vorhandenen Gefühle und Stimmungen – ob positiv oder negativ – durch den Wirkstoff verstärkt.

Akuten psychischen Wirkung sind eine deutliche Anhebung der Stimmungslage, Gefühl der Entspannung, der inneren Ruhe und Ausgeglichenheit und gesteigerten Kommunikation. Als unerwünschte Nebeneffekte treten häufig Denkstörungen auf, dabei konzentrieren sie die Konsumenten auf Nebenreize. Als untypische Wirkungen gelten niedergedrückte Stimmung, Unruhe, Angst und Panik.

Wirkungsweise

Im Gehirn befindet sich ein Cannabisrezeptor, der durch das THC aktiviert wird.
THC verschwindet aus dem Blut relativ schnell; doch in den Fettgeweben kann der Abbau bis zu 30 Tagen dauern. Die Ausscheidung erfolgt über den Stuhl und Urin.

Risiken

Akute Risiken sind möglichen Folgen der Wirkung, z.B. Einschränkung des Konzentrations- und Reaktionsvermögen.

Die Risiken unterscheiden sich erheblich zwischen Probier- und Gelegenheitskonsum oder dauerhaften und gewohnheitsmäßigen Kosum. Außerdem spielen noch persönlichen und sozialen Risikofaktoren eine Rolle. Langfristigen Risiken sind psychischen Abhängigkeit und das amotivationale Syndrom (Antriebs- und Leistungsverlust).

Folgeschäden

Körperliche Folgen: Rauch von Cannabis enthält zahlreiche Schadstoffe und es kann zu Herz-Kreislauf- und Hormonstörungen kommen.

Psychische und soziale Folgen: Für den Konsumenten sind seelischen und sozialen Auswirkungen von Cannabiskonsum wesentlich schlimmer. Im Bereich des Denkens und Urteilens sind erhebliche Einschränkungen möglich. Der Konsument zieht sich immer mehr in sich zurück und wird sich selbst und den Aufgaben des Alltags gegenüber immer gleichgültiger: Er fühlt sich den Anforderungen der Leistungsgesellschaft allmählich immer weniger verpflichtet, aber auch immer weniger gewachsen.

Abhängigkeit

Regelmäßiger Konsum kann psychische Abhängigkeit erzeugen. Innerer Leere, Freudlosigkeit, Antriebsmangel, Konzentrationsstörungen und Unruhe sind möglich.
Vegetative Symptome wie Schlafstörungen und Appetitmangel sind können auch vorkommen.

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Platons Sonnengleichnis

Neben dem Höhlengleichnis führte Platon in seiner Politeia noch zwei weitere Gleichnisse an, die im Text zwar für sich alleine stehen, allerdings aufeinander bezogen sind. Das Sonnengleichnis ist eines der zwei anderen Gleichnisse:

In seiner Politeia erklärte Platon, dass das Sehen eine Sonderstellung in der Liste der Wahrnehmungen einnimmt, weil das Auge, im Gegensatz zu den anderen Sinnesorganen, ein Medium bedarf, nämlich das (Sonnen-)Licht, um zu schauen/wahrzunehmen. Aus der Sicht der modernen Naturwissenschaften ist das natürlich nicht mehr haltbar, denn wenn zwei Astronauten beispielsweise im Vakuum wären und einer der beiden trommeln würde, könnte dies der andere nicht wahrnehmen. Wir lassen jetzt die moderne Naturwissenschaft allerdings moderne Naturwissenschaft sein und versetzen uns in die Lage eines Menschen, der in der Antike lebte und nichts von Astrophysik, Kosmologie und Akustik wusste.

In seinem Dialog über das Sonnengleichnis beginnt Platon damit, dass er seinem Gesprächspartner sagt, dass wir nur die Dinge mit dem Auge wahrnehmen können, die von der Sonne bestrahlt werden. Und dann behauptet er, dass es mit der Seele (als Synonym für Geist/Verstand benutzt) ebenso sei.

Für Platon ist die Sonne der Spross des Guten, den das Gute als Abbild gewählt hat, und gerade deswegen führe alles, worauf die Sonne leuchtet (und wir damit wahrnehmen) zu Erkenntnis, Einsicht und Wahrheit. Daraus folgt für Platon, dass das Licht und die Sehkraft sonnenähnlich, damit auch „gutähnlich“ seien, allerdings nicht gut. Weiter noch behauptete Platon, dass die Sonne dem Sichtbaren auch die Fähigkeit zum Werden und Wachstum gibt und dem Objekt der Erkenntnis damit auch Existenz.

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Igel

Igel bevorzugen Lebensräume mit genügend Nahrung und Deckung. In lichten Laub- und Mischwäldern, in Hecken, naturbelassenen Gärten und Parks fühlen sie sich wohl.

Ein ausgewachsener Igel ist 20-30 cm lang und wiegt 700-1100 g. Jüngere Igel wiegen nur 400-700 g.

Die Nahrung der Igel ist abwechslungsreich. Auf ihrem Speiseplan stehen Larven, Käfer, Raupen, Würmer und Schnecken. Auch Katzenfutter fressen sie gerne, wenn es irgendwo steht. Sie trinken ausschließlich Wasser, Milch vertragen sie nicht.

Igel haben eine graubraune Färbung. Sie besitzen ein Stachelkleid mit hell und dunkel geringelten Stacheln. Sie haben eine spitze Schnauze und rundliche, kurze Ohren.

Igel sind Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit treffen sie aufeinander. Oft kämpfen mehrere Igelmännchen um das Weibchen. In einem versteckten weichen Nest aus Moos, Blättern und Gras bringt das Igelweibchen nach 5 Wochen Tragzeit im Mai–Juni etwa 4–7 Junge zur Welt . Ein Neugeborenes wiegt ca. 12–25 g (gerade mal so viel wie 9 Gummibärchen) und ist so groß wie ein Daumen. Nach 45 Tagen sind sie selbstständig und gehen ihre eigenen Wege. Igel können 8–10 Jahre alt werden.

Die Feinde des Igels sind der Dachs, der Fuchs, der Marder und einige Raubvögel, wie z.B. der Uhu. Der Igel schützt sich vor diesen Feinden, indem er sich zu einer stacheligen Kugel zusammenrollt. Jedoch der schlimmste Feind ist das Auto, davor kann er sich nicht schützen.

Ab September frisst der Igel sich ein dickes Fettpolster für den Winterschlaf an. Igel müssen 650–700 g wiegen um den Winter zu überstehen.

Anfang November sucht er sich ein Versteck und rollt sich darin zusammen. Der Winterschlaf beginnt. Seine Körpertemperatur sinkt von 37°C  auf 5°C und er atmet nicht mehr so oft.

Anfang März wacht der Igel stark abgemagert wieder auf und muss nun viel fressen damit er wieder kräftig wird.

Igel stehen in Deutschland unter Naturschutz . Zunehmend zerstört der Mensch den Lebensraum für die Igel. Es gibt immer weniger naturnahe Gärten und Landschaften. Durch den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmittel wird auch die Nahrung für Igel weniger.

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Platons Liniengleichnis

Das dritte Gleichnis in Platons Lehre ist das Liniengleichnis, welches Platons Vorstellung erklärt, wie sich der Mensch mit der Welt auseinandersetzt. Es folgt dem Sonnengleichnis und geht dem Höhlengleichnis voraus:

In seiner Politeia steht folgendes zum Liniengleichnis: „Stelle sie [= die zwei Reiche, das Sichtbare und das Erkennbare, Anm.d.Verf.] dir wie eine Linie vor, die in zwei ungleiche Teile geteilt ist; nimm die Teile und unterteile sie nochmals in gleichem Verhältnis; der eine stellt das Gebiet des Sichtbaren dar, der andere das des Erkennbaren. Nach ihrer relativen Klarheit und Unklarheit hast du um sichtbaren Teil als einen Abschnitt die Abbilder. […] Den anderen Abschnitt denke dir dann für die Dinge, denen die Bilder ähneln, also die Lebewesen um uns, die ganze Pflanzenwelt und die vielfältigen Geräte menschlicher Erzeugung.“

Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Auf der einen Seite des Liniengleichnisses steht die Welt, die sich in „Erkennbares“ und „Sichtbares“ aufteilen lässt, wobei das Erkennbare über dem Sichtbaren steht. Unter „Erkennbares“ fallen zum Beispiel Ideen (Idee des Guten, des Schönen, …) und mathematische Objekte; unter „Sichtbares“ zum Beispiel Pflanzen, Tiere und menschliche Artefakte, aber auch Schatten und Bilder.

Dem gegenüber liegt der Mensch, der sich in „Seele“ und „Körper“ unterteilen lässt. Die Seele steht dem „Erkennbaren“ gegenüber, denn durch „Vernunft“ (Erkennen; bei Platon: Wissenschaft der Dialektik) und „Verstand“ (Nachdenken; bei Platon: Mathematik, Geometrie und Arithmetik) lassen sich Ideen und mathematische Objekte erkennen.
Dem Sichtbaren steht der Körper gegenüber, das „Meinen“ (bei Platon: Wahrnehmung der Umgebung) und das „Vermuten“ (bei Platon: Betrachten von Schatten) machen Pflanzen, Tiere und menschliche Artefakte genauso sichtbar wie Schatten und Bilder.

Wichtig ist noch, dass es vom „Erkennbaren“ zum „Sichtbaren“ immer unklarer wird, genauso wie von der „Seele“ zum „Körper“ die Wahrheit abnimmt. So kann gesagt werden (gerade in Bezug auf das Höhlengleichnis), dass beispielsweise die Schatten (gehören zu „Sichtbares“ und stehen dem „Körper“ gegenüber) unklar und nicht wahr sind. Ideen dagegen, die zu „Erkennbares“ gehören und der „Seele“ gegenüber stehen, sind klar und wahr.

Aus dem Liniengleichnis lässt sich eine wichtige Konsequenz für Platon ziehen, speziell für seine Staatsphilosophie, nämlich die Wichtigkeit der Ideen in Platons Weltbild; so lässt sich ganz klar festhalten, dass Ideen für Platon das klarste und wahrste (den Superlativ von wahr gibt es im Deutschen so nicht, allerdings passt er hier zur Darstellung sehr gut) sind.

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Carmina Burana

Die Carmina Burana ist eine szenische Kantate von Orff aus den Jahren 1935–36. Die Texte in mittellateinischer und mittelhochdeutscher Sprache sind den Carmina Burana entnommen, einer Sammlung von im 11. und 12. Jahrhundert entstandenen Lied- und Dramentexten.

Orff stieß 1935 auf Johann Schmellers Ausgabe der Carmina Burana. Michel Hofmann, ein Latein und Griechisch-Kenner, unterstützte ihn bei der Auswahl und Zusammenstellung von 24 dieser Texte, hauptsächlich in Latein sowie vereinzelt in Mittelhochdeutsch. Die Auswahl umfasst eine weite Spanne weltlicher Themen: die Wechselhaftigkeit von Glück und Wohlstand, die Vergänglichkeit des Lebens sowie die Genüsse und Gefahren von Trinken und Glücksspiel.

Bei der Vertonung handelt es sich um eine völlige Neukomposition, nicht wie in der Carmina Burana aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Orff gestaltete die Musik nach bereits bekannten Stilmerkmalen des Mittelalters. Er selbst bezeichnete sein Werk weder als Oper noch als Oratorium. Die Bezeichnung „szenische Kantate“, wie das Werk manchmal auch genannt wird, wird dem Stück am ehesten gerecht.

Carl Orff ging mit dem vorgefundenen Material der Carmina Burana recht frei um. So benutzte er von mehreren Gedichten nur Teile oder Einzelstrophen für sein Chorwerk. Auch folgte er nicht den oft sehr komplizierten Rhythmen und Abfolgen der Lieder, sondern erfand ganz neue, oft mitreißende und tänzerische Rhythmen zu den alten Texten.

Musikalisch ist das Chorwerk von raffinierter Schlichtheit: In konventioneller Harmonik setzt es ganz auf die Kraft seiner Melodien, deren Simplizität gelegentlich an die von Abzählversen erinnert.

Aus diesem Grund wurden Orffs Carmina Burana rasch das populärste Stück ernster Musik des 20. Jahrhunderts. Insbesondere der wuchtige Chorsatz  „O fortuna“, mit dem das Werk beginnt, ist so populär, dass er häufig in der Werbung eingesetzt werden konnte.

Eingerahmt wird das Werk von einem mächtigen Chor zu Ehren der Schicksalsgöttin Fortuna „Fortuna Imperatrix Mundi“, die das Schicksal der Menschen eigentlich bestimmen soll.

Besetzung

Die Carmina Burana ist im Wesentlichen mit 3 Flöten, 3 Oboen, 3 Klarinetten, 2 Fagotten und einigen Hörner besetzt. Außerdem sind Klavieren und Streichinstrumenten im Einsatz und zusätzlich mit einigen Gesangsstimmen.

Eine reduzierte Version für Solisten, gemischten Chor, Kinderchor, zwei Klaviere und Schlagzeug wurde 1956 von Orffs Schüler Wilhelm Killmayer komponiert und von Orff anerkannt.

Die Carmina Burana wurden am 8. Juni 1937 in der Oper zu Frankfurt am Main uraufgeführt.

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Platons Höhlengleichnis

Wenn ich an die griechische Antike denke, fällt mir sofort das Dreigestirn der abendländischen Philosophie ein, die mit ihrem Licht der Philosophie den Weg ebneten und Teil jener Kultur war, ohne welche es kein modernes Europa gäbe. Von wem die Rede ist? Natürlich von Sokrates, Platon und Aristoteles. Und hier soll es jetzt ganz speziell um Platons Höhlengleichnis gehen, das oft als Grundstein der Erkenntnistheorie bezeichnet wird.

Das Höhlengleichnis stammt aus dem siebten Buch der Politeia, seinem Hauptwerk. In der Politeia stelle Platon seine Vorstellung eines idealen Staates vor und stellt in diesem Kontext die Frage, wie man den Menschen am besten bilden könne. Als Antwort verwendet er das Höhlengleichnis:

Er erklärt, dass der Mensch in einer unterirdischen Höhle gefangen sei und mit dem Rücken zum Ausgang sitze. Er müsse immer auf die Wand ihm gegenüber blicken, da er gefesselt ist und sehe dort die Schatten der Welt. Alle Menschen leben so, wir alle, die ganze Gesellschaft, sagte Platon, wenn auch in einem anderen Wortlaut. Und vor allem sei der Mensch so zufrieden wie es ist, denn er kenne ja nun nichts anderes außer seinem Dasein in dieser Höhle, gegenüber jener „Schattenwand“.

Doch jetzt kommt es: die Schatten sind nicht die Wirklichkeit, sondern lediglich ein Abbild der Realität, die sich außerhalb der Höhle abspielt. Platon glaubt also, dass der Mensch nach seiner Geburt nur Abbilder der Realität erkennt.

Aber was geschieht, wenn man einen der Menschen losbindet, ihm die Freiheit schenkt? Natürlich sei dieser von Neugier gepackt, sagte Platon, und verlässt die Höhle, um die Realität zu entdecken und nicht länger das Leben in der Höhle zu verbringen, mit den Abbildern der Wirklichkeit. Jedoch, so wendete Platon ein, würde jener Mensch wahrscheinlich nicht vor Freude herausrennen, sondern nur langsam und immer mit dem Blick auf den Boden gerichtet die Höhle verlassen.

Allerdings würde sich der Mensch langsam an das Licht gewöhnen und so würde dieser die Wahrheit erkennen und zu der Erkenntnis kommen, dass sein Leben in der Höhle nur ein Abbild der Wirklichkeit war. Doch er kann nicht wieder zurück in die Höhle, denn die Menschen dort würden ihn auslachen, da sie davon ausgehen, dass ihr Leben in der Höhle die einzig wahre Wirklichkeit ist. So bleibt er oben und lebt fortan am Licht der Wahrheit.

Das ist also Platons Höhlengleichnis. Das Höhlengleichnis ist für die Philosophie einer der ersten Schritte, wenn nicht sogar der erste, zu der Frage „Was kann ich wissen?“ gewesen, ohne zu ahnen, dass diese Frage über 2000 Jahre später zu einem zentralen Punkt der Kant’schen Philosophie wurde.

Als Lösung für das „Kettenproblem“ lieferte Platon die philosophische Erziehung. Seiner Meinung nach würde eine philosophische Ausbildung (es muss bedacht werden, dass zur Philosophie in der griechischen Antike mehr gehörte, wie heute; Mathematik, Physik, Kosmologie und viele andere moderne Wissenschaften waren Teil der antiken Philosophievorstellung) den Geist des Menschen reifen lassen, sodass der Mensch dann seine Ketten ablegen könne und das Licht der Welt – ein Synonym für die Realität – erkennen könne. Seine Vorstellung der philosophischen Erziehung taucht auch in seiner Staatsphilosophie noch einmal auf, aber dazu später mehr.

Wichtig ist, dass es sich bei dem Gleichnis um eine Art Metapher, Sinnbild, Allegorie oder wie immer man es nennen mag, handelt. Man könnte auch sagen, dass der Geist des Menschen gefesselt ist und weniger der Mensch selber. Also nicht wörtlich nehmen!

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Die Zuckerrübe – Anbau und Wirtschaftliche Bedeutung

Die Zuckerrübe ist eine landwirtschaftlich genutzte Kulturpflanze und gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Lateinisch heißt das „Beta vulgaris subaris“ oder „Vulgaris varis altissima“.

Biologie

Die Zuckerrübe ist eine zu den Fremdbefruchtern zählende zweijährige Pflanze. Sie bildet im zweiten Jahr einen Blütenstab und Samen aus. Im ersten Jahr entwickelt sie oberirdisch eine Blattrosette mit etwa 20 breitflächigen, bis zu 30 cm langen Blättern und die Wurzeln verdicken sich zu einem großen Rundkörper. Die Zuckerrübe ist ein Pfahlwurzler, ihre Wurzeln können bis zu 11/2 Meter tief in den Boden reichen.

Die Ernte erfolgt im ersten Jahr. In diesem Zeitraum werden Reservestoffe gespeichert und damit ist Zuckergehalt am höchsten. Zum Erntezeitpunkt hat die Rüben ein Gewicht von ca. 700 g bis 1200 g. Im zweiten Jahr entsteht ein etwa 1,5 m hoher verzweigter Blütenstab mit unscheinbaren Blüten. Durch längere Perioden mit Temperaturen zwischen 0 und 8 Grad nach der Aussaat kann bereits im ersten Jahr eine Blütenstab gebildet werden. Dieser wirkt sich störend auf die maschinelle Ernte aus und verursachen Mindererträge, da die Rübenkörper klein bleiben und somit einen geringen Zuckerertrag liefern. Die Zuckerrübe wird vorwiegend im gemäßigtem Klimabereich angebaut.

Hauptverbreitungsgebiet ist Europa, aber auch in den USA, in Kanada und in Asien wird sie angebaut. Für einen hohen Ertrag benötigt die Zuckerrübe gemäßigte Temperaturen, viel Licht, viel Wasser, tiefgründige nährstoffreiche Böden mit guter Wasserführung. Der Wasserbedarf der Zuckerrübe ist besonders im Juli und August hoch. Im Jugendstadium ist die Pflanze frostempfindlich.

Geschichte

Der Chemiker Andreas Sigismund Marggraf wies 1747 erstmals den Zuckergehalt der Runkelrübe nach. 1801, nach der erfolgreichen Züchtung der weißen Rübe, schuf der Physiko – Chemiker Franz Carl Achard auch die Grundlagen der industriellen

Zuckerproduktion. Die erste Rübenzuckerfabrik der Welt entstand in Cunern (Schlesien, an der Deutsch – Polnisch – Tschechischen Grenze).Um 1850 begann mit der Einführung der Drillmaschine die Mechanisierung des Zuckerrübenanbaus.

Entstehung

Die Zuckerrübe entstand gegen Ende des 18. Jahrhunderts durch Züchtung aus der Runkelrübe, wobei  ein hoher Zuckergehalt gewollt war. Dadurch konnte der Zuckergehalt von anfänglich 8 % auf 16 % (um 1800) gesteigert werden, heutige Zuckerrüben haben einen Zuckergehalt von 18 % bis 20 %. Sie bildet den Zucker indem sie die Photosynthese nutzt.

Die Zuckerrübe ist weltweit eine der bedeutendsten Rohstoffquellen zur Gewinnung von Zucker. Im Wirtschaftsjahr 2005/06 wurden 109,4 Mio. t (74 %) aus Rohrzucker und 38,3 Mio. t (26 %) aus Rübenzucker produziert, während das Verhältnis um 1960 noch bei 57 % Rohrzucker und 43 % Rübenzucker lag.

Anbau

Der Anbau der Zuckerrübe ist meist sehr lohnend, stellt aber besonders hohe Ansprüche an die Beschaffenheit und Düngung des Bodens. Je trockener das Klima, desto mehr verlangt die Rübe. Am besten eignen sich humose Lehm- und Lössböden, ungeeignet sind trockene Sandböden, Tonböden und alle flachgrundigen, nassen Bodenarten.

Um den Anbau der Zuckerrübe möglichst wirtschaftlich zu machen, steht den Anbauern heute eine intensive Beratung zur Verfügung. Die Beratung umfasst die Bereiche Bodenbearbeitung, Düngung, Pflanzenschutz, Ernte usw.

Saat

Man baut die Zuckerrübe nach gedüngtem Wintergetreide an, pflügt nach einigen Wochen tief und eggt und walzt im Frühjahr. Will man frisch düngen, so muss der Dünger sehr zeitig im Herbst in den Boden gebracht werden. Von den mineralischen Düngemitteln stehen Phosphate an erster Stelle. Da die Vegetationszeit 26-30 Wochen dauert, sät man sehr früh, Ende März oder Anfang April. Je reicher der Boden, desto enger muss gebaut werden, um nicht zu große Rüben zu erhalten. Bei der Reihensaat gibt man einen Abstand von 30-50 cm, die Tüpfelsaat wird in der Regel mit der Dibbelmaschine ausgeführt. Man braucht hierbei 9-10, bei der Drillsaat 15-20 kg Kerne pro Hektar.

Eventuelle Verkrustung des Bodens vor Aufgehen der Saat wird durch Überfahren mit einer Stachelwalze beseitigt, später hackt man zwei- oder dreimal und lässt schließlich ein leichtes Behäufeln folgen. Nach dem ersten Hacken werden die Rüben auf 18-20 cm vereinzelt. Von den übrigbleibenden Pflanzen zieht man alle bis auf die stärksten aus und legt sie zwischen die Reihen, um das Aufkommen des Unkrauts zu verhindern.

Die Aussaat erfolgt Mitte März bis Anfang Mai. Technisch aufwendig aufbereitetes Saatgut wird als Einzelkornsaat mit Einzelkornsämaschinen in Reihen im Abstand von 45 cm bzw. 50 cm und einer Tiefe von 2 bis 3 cm ausgebracht, dabei wird ein Bestand von 7–11 Pflanzen pro m² erreicht.

Ernte

Die Ernte erfolgt ab September bis Mitte November, wobei eine spätere Ernte bei guter Witterung Vorteile hat, da der Zuckergehalt bei längerer Zeit steigt. Die Rübenerntezeit nennt man auch Kampagne. Früher wurden Zuckerrüben durch Handarbeit geerntet. Man schnitt Kopf und Blätter ab und stach die Rüben dann heraus oder man stach sie erst heraus und entfernte dann mit einem Messer Kopf und Blätter. Die Rübenblätter wurden als Viehfutter verwendet. Die herausgestochenen Rüben wurden von der an ihnen haftenden Erde befreit. Die gesäuberten Rüben wurden dann entweder per Hand oder mit einer Rübengabel auf einen Anhänger geladen und zur weiteren Verarbeitung in die Zuckerfabrik transportiert.

Es gibt die Möglichkeit, die ersten beiden Arbeitsschritte von einer Maschine und das Aufsammeln von einer zweiten Maschine erledigen zu lassen, oder alle Arbeitsschritte mit einer Maschine, dem Rübenvollernter, auszuführen. Die Blätter der Rüben werden beim Entfernen gleich gehäckselt und dann entweder auf dem Feld belassen, zur Düngung oder direkt auf einen Anhänger verladen. Die Erträge liegen bei 40 t – 70 t, was die Produktion von 10 t Zucker ermöglicht.

Verwendung

Die Zuckerrübe wird als Rohstoff für die Zuckerfabrikation (Saccharose) angebaut. Die Zuckerausbeute beträgt etwa 16-17 %. Ein weiteres industrielles Nebenprodukt ist ein per Kristallisation entzuckerter, aber noch immer stark zuckerhaltiger Sirup, die Melasse. Sie dient unter Anderem der i Alkoholgewinnung, aber auch als Nährboden für Backhefe oder Zitronensäure. Das aus der Weiterverarbeitung der Melasse entstehende, weitestgehend zuckerfreie Nebenprodukt ist die Vinasse.

Als Rückstände der Zuckerherstellung fallen die ausgelaugten Rübenschnitzel an, sie dienen als Futtermittel. Zuckerrübensirup, teilweise aber auch Melasse, wird als Brotaufstrich gegessen. Zuckerrübensirup ist aber auch deutschlandweit im Handel erhältlich. Zuckerrüben werden aber auch zur Gewinnung von Bio-Ethanol und Biogas verwendet.

Wirtschaftliche Bedeutung

Nahezu die Hälfte des derzeit weltweit produzierten Zuckers wird aus Zuckerrüben gewonnen. In der EU werden ca. 120 Millionen Tonnen Rüben pro Jahr produziert, aus welchen die europäische Zuckerindustrie 15 Millionen Tonnen Kristallzucker gewinnt.

Deutschland mit etwa 500.000 Hektar ist der Hauptproduzenten, aber in nahezu allen europäischen Ländern wird Zucker hergestellt. Fast 90 Prozent des in Europa konsumierten Zuckers stammen heute aus heimischem Anbau.

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