Die Buddenbrooks – Mann’sche Ironie

Mann war großer Fan von Ironie – aktiver (Kapitel 18) und passiver (Kapitel 81 – 83).

Die aktive Ironie, also jene, die man beim Lesen direkt heraushört bzw. herausliest, lässt sich vor allem in dem Kapitel finden, in dem Grünlich das erste Mal auftritt (Kapitel 18). Besonders auf Seite 95 ganz unten findet sich ein Abschnitt, in dem es nur so vor Ironie trieft: „Herr Gründlich lobte die vornehme Anlage des Hauses, er lobte die ganze Stadt überhaupt, er lobte auch die Cigarre des Konsuls und hatte für Jeden ein liebenswürdiges Wort.“ Allerdings lässt sich diese Form der Ironie nicht überall finden, viel eher lässt sich eine passive, typische Mann-Ironie finden, die exemplarisch an der Sterbeszene der Konsulin in den Kapitel 81 bis 83 untersucht werden soll.

In diesen Kapiteln stirbt die Konsulin und es lässt sich an vielen Stellen Ironie finden. Es beginnt damit, dass das grausame Leide der Sterbende von den Ärzten bagatellisiert wird, ja sogar verniedlicht. Und auch der Erzähler lenkt den Fokus auf völlig andere Dinge, wie zum Beispiel die Möbel oder das Wetter.

Ihr Sohn Christian lenkt die Aufmerksamkeit der Personen  auf sich selbst und leidet für sich. Er lässt das Leiden seiner Mutter praktisch außen vor und interessiert sich auch nicht für die Gefühle der anderen Personen. Und auch Tony handelt nicht normal, so bringt sie ihr „Hintergrundwissen“ sachlich ein und will sich damit beweisen und Distanz zum Geschehen schaffen.

Die Mann’sche Ironie beschränkt sich also auf die Unangemessenheit der Darstellung (Form und Inhalt passen nicht zusammen), wie die komischen Elemente innerhalb grausamer Szenen. Thomas Mann verwendet die Ironie um die Selbsterhaltung der Personen durch die Distanzierung des Geistes von der Daseinstragik darzustellen. Er versteht die Ironie also als Kritik des Lebens, der Wirklichkeit und auch der menschlichen Gesellschaft.

 

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Hirnhautentzündung

Die Hirnhautentzündung, mit Fachbegriff Meningitis genannt, bezeichnet eine Entzündung der schützenden äußeren Hüllen von Gehirn und Rückenmark.

Die Erkrankung wird durch Viren, Bakterien oder andere Kleinstlebewesen verursacht.

Eine Hirnhautentzündung kann aufgrund der unmittelbaren Nähe der Entzündung zu Gehirn und Rückenmark lebensbedrohlich sein, sie wird deshalb immer als medizinischer Notfall angesehen.

In der Regel wird das Vorliegen einer Hirnhautentzündung durch eine Lumbalpunktion, dazu später mehr, bestätigt oder ausgeschlossen. Eine Hirnhautentzündung kann, vor allem, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, zu schwerwiegenden Folgeschäden führen.

Symptome

Eine Hirnhautentzündung löst bei Erwachsenen schwere Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit aus; außerdem können hohes Fieber und Bewusstseinsminderung der Fall sein.

Bei Kindern gibt es diese charakteristischen Symptome nicht, bei diesen äußert sich eine Hirnhautentzündung oft durch Reizbarkeit und kränkliches Verhalten.

Weitere Hinweise für eine Hirnhautentzündung sind das Kernig-Zeichen, wobei der Patient meist mit angezogenen Beinen im Bett liegt und die Knie nicht strecken kann, und das Brudzinski-Zeichen, bei dem die Beide automatisch beim Vorbeugen des Kopfes angezogen werden.

Ursachen

Eine Hirnhautentzündung wird gewöhnlich durch Infektionen verursacht. Also durch Viren, Bakterien und Parasiten.

Im Falle einer Infektion durch Bakterien, hängt es vom Alter des Patienten ab, welche bakteriellen Erreger eine Meningitis verursachen. Bei Säuglingen werden häufig Streptokokken gefunden. Außerdem manchmal durch Kolibakterien. Ältere Kinder erkranken im Gegensatz dazu eher an Meningokokken. Bei Erwachsenen verursacht manchmal Schädel-Hirn-Trauma eine Hirnhautentzündung, indem Bakterien durch die Nase in die Schädelhöhle gelangen.

Im Gegensatz zu Bakterien, verursachen nur wenige Viren eine Hirnhautentzündung, wie der – durch Nagetiere übertragene – Virus der Lymphozytären Choriomeningitis (LCMV).

Die viral ausgelöste Art der Hirnhautentzündung wird bei immunschwachen Menschen sehr begünstigt. Zudem besteht die Gefahr einer chronisch verlaufenden Erkrankung, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit eines derartigen Falles nicht besonders hoch, da dies einzig durch die Herpes-simplex-Viren ausgelöst werden kann.

Außerdem können Parasiten, wie zum Beispiel Fadenwürmer, und vor allem Zecken eine Hirnhautentzündung übertragen bzw. auslösen.

Neben diesen 3 genannten Möglichkeiten gibt es auch nichtinfektiöse „Verursacher“. Sie sind das Ergebnis von verschiedenen Prozessen:

  • Ausbreitung von Krebszellen auf die Hirnhäute
  • Nebenwirkungen bestimmter Medikamente
  • Entzündliche Erkrankungen

In seltenen Fällen kann eine Migräne eine Hirnhautentzündung verursachen.

Krankheitsentstehung

Bei der bakteriellen Hirnhautentzündung können die Erreger über das Blut zu den Hirnhäuten gelangen oder direkt von dem Schleimhäuten der Nase dorthin wandern. Meist geht dem ein viraler Infekt voraus.

Sind die Bakterien erst einmal im Blut, gelangen sie über Bereiche, in denen die Blut-Hirn-Schranke schwächer ausgeprägt ist in die Spinnwebshaut.

Die Entzündung ist nicht die Folge der Keimvermehrung sondern die Reaktion des Immunsystems auf die Keimbesiedelung. Daraus folgt eine Aktivierung weiterer Bestandteile des Immunsystems.

In der Folge tritt eine sog. „Schrankenstörung“ auf. Dies verursacht nicht nur einen Flüssigkeitsübertritt ins Hirngewebe sondern auch ein Eindringen von weißen Blutkörperchen in die Spinngewebshaut. Diese tragen wesentlich zum Entzündungsgeschehen bei. So kommt es auch zu einer Entzündung der Hirngefäßwände, die zu einer Störung der Hirndurchblutung führt.

Dies bewirken einen erhöhten Hirndruck und eine Minderdurchblutung des Gehirns mit der Folge des Zelltodes von Nervenzellen.

Diagnostik

Bei Verdacht auf eine Hirnhautentzündung, kann das Blut auf Veränderungen  untersucht werden.

Mittels Lumbalpunktion wird Hirn-Rückenmarksflüssigkeit, das sogenannte Liquor, gewonnen. Anschließend kann der Druck in der Spinngewebshaut gemessen werden. Bei einer bakteriellen Meningitis ist der Liquor-Druck meist erhöht.

Die Hirn-Rückenmarksflüssigkeit wird außerdem auf rote und weiße Blutkörperchen sowie auf Protein- und Glukosegehalt untersucht.

Eine Gram-Färbung, hierbei wird der Liquor speziell eingefärbt, kann zum Nachweis von Bakterien dienen. Mit einer Genauigkeit von 40% ist diese Methode sehr ungenau.

Zahlreiche Testmethoden werden verwendet, um die unterschiedlichen Arten von Hirnhautentzündungen zu identifizieren. Ein Einsatz wird jedoch nicht empfohlen, da das Ergebnis nur selten zur Anpassungen der Therapie führt. Aber es kann hilfreich sein, wenn andere Testmethoden versagen.

Auch noch nach dem Tod kann eine Hirnhautentzündung festgestellt werden. Dabei finden sich insbesondere an der innersten Schicht und der Spinngewebshaut entzündliche Veränderungen.

Vorbeugende Maßnahmen

In der heutigen Zeit gibt es Testmethoden, um einer Hirnhautentzündung  vorzubeugen, oder dagegen immun zu werden.

Es wird bei allen Schwangeren empfohlen eine mikrobiologische Untersuchung zu machen; dabei kann festgestellt werden, ob der Embryo an einer Hirnhautentzündung  erkrankt ist. Wenn das Ergebnis positiv ist, wird kurz vor der Geburt Antibiotika verabreicht.

In den 1980ern wurde in vielen Ländern eine Impfung gegen Hirnhautentzündung  für Kinder aufgenommen, wodurch in diesen Ländern die Zahl der Erkrankten deutlich zurück gegangen ist.

Prognose

Unbehandelt ist die bakterielle Hirnhautentzündung  fast immer tödlich. Eine, durch Viren verursachte Erkrankung, neigt dagegen dazu, spontan zu verschwinden und ist nur selten tödlich.

Die Gefahr des Todes ist stark vom Alter abhängig. Säuglinge können in 20-30% der Fälle sterben. Dieses Risiko ist viel geringer bei älteren Kindern; hier beträgt die Sterblichkeit nur etwa 2%, steigt aber bei Erwachsenen wieder auf ca. 20-40% an. Insgesamt kommen in den westlichen Ländern auf 100.000 Einwohner 3 Todesfälle pro Jahr. Obwohl die Hirnhautentzündung  eine Meldepflichtige Krankheit ist, sind genaue Zahlen nicht bekannt.

Bei Kindern kann eine Hirnhautentzündung  eine Reihe von Folgeschäden verursachen. Zum Beispiel Lernbehinderung oder Verhaltensauffälligkeiten ebenso wie eine Intelligenzminderung können bei bis zu 15% auftreten.

Bei Erwachsenen verlaufen etwa zwei Drittel der Fälle ohne Folgeschäden.

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Die Buddenbrooks – Sterbefälle

In „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“ sterben in jedem Teil Personen, allerdings gibt es (meiner Meinung) nach einige wichtige Sterbefälle, zumindest Sterbefälle, die den Lauf der Handlung bestimmen.

Es beginnt mit dem Tod der alten Buddenbrooks (Antoinette und Johann der Ältere) im vierzehnten Kapitel. Mit deren Tod wird praktisch eine neue Ära in der Familie und der Firma eingeleitet. Und spätestens mit dem Tod von Jean (Johann) Buddenbrook in Kapitel 43 ist der alte Glanz der Familie und Firm vollkommen erlischt, denn ab dann geht es bergab, sozusagen kommt der Verfall, der mit dem Tod der beiden alten Buddenbrooks eingeläutet wurde, richtig ins Rollen.

Auch der Tod des ehemaligen Senators Möllendorpf in dem Kapitel 66 ist für den weiteren Verlauf der Handlung entscheidend, denn so bewirbt sich Thomas für den Posten als Senator (Kapitel 66) und gewinnt schließlich gegen seine Konkurrenz (Kapitel 67).

Mit dem Tod von Thomas Buddenbrook in Kapitel 91 steht die Familie dann vor dem Ende, denn so gibt es neben seinem Bruder Christian, der in einer Nervenklinik ist, nur noch einen männlichen Überlebenden der Familie, nämlich seinen Sohn Hanno, doch als dieser dann auch stirbt (Kapitel 97) ist das Ende der Familie besiegelt.

Auffallend ist, mit Ausnahme des Todes von Möllendorpf, der ja nun auch nicht zur Familie gehörte, dass die Quantität der Darstellungen steigt. Bei den beiden alten Buddenbrooks sind es gerade mal 3,5 Seiten, bei Jean (Johann) Buddenbrook hat dagegen schon 6-7 Kapitel und als Thomas Buddenbrook dann schließlich stirbt sind es knapp 18 Seiten.

Dagegen nimmt die „Qualität/Würde“ des Sterbens ab, so werden die Personen immer jünger und kränklicher; die beiden alten Buddenbrooks sterben in hohem Alter an Altersschwäche, doch Thomas Buddenbrook ist gerade mal 49 Jahre alt und stirbt an einem Zahn. Darüber hinaus werden die Personen immer einsamer und sterben nicht mehr, wie die beiden alten Buddenbrooks, im Kreise der Familie, sondern alleine, ohne von der Familie umgeben zu sein (vgl. Thomas Buddenbrook). Hanno schließlich ist erst 16 Jahre alt und stirbt an Typhus, aufgrund eines Sturzes in einen See.

Die Sterbefälle in „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“ sind zentraler Teil der Handlung und nehmen sowohl Einfluss auf die einzelnen Figuren, wie auch auf den Verlauf der Handlung.

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Mozart

Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Januar 1756 in Salzburg geboren. Sein Vater Leopld war Lehrer und Komponist und spielte Violine. Schon als Kind interessierte sich W. A.  Mozart für die Musik. Mit 4 Jahren beschäftigte er sich damit, Noten mit Tinte aufs Papier zu schreiben. Er wollte ein Konzert fürs Klavier schreiben. der kleinen Mozart konnte schon als Kind Klavier und Geige spielen und mit 6 Jahren entstand seine erste Komposition.

1762 spielte er am Kaiserhof in Wien. 1763 unternahm er mit seinem Vater und seiner älteren Schwester, die auch Klavier spielte, eine große Konzertreise, die drei Jahre dauerte. Er kam in viele Städte z. B München und Frankfurt und weiter nach Paris und London. Überall hatte er viel  Erfolg und wurde als Wunderkind gefeiert. Nach seiner Rückkehr von der Reise blieb er einige Zeit in Wien und mit 13 Jahren wurde er in Salzburg zum fürstbischöflichen Konzertmeister ernannt. 1769 -1771 reiste er nach Italien Hauptstationen waren Mailand, Rom  Neapel,Venedig, Bolongna. Die Menschen waren von seiner Musik begeistert.

Die weiten Reisen waren oft beschwerlich und sehr anstrengend. Obwohl er in Salzburg als Konzertmeister angestellt war, nahm er gleich wieder  Urlaub für seine 2. erfolgreiche Italienreise. Bei der 3. Italienreise von Okt 1772- März 1773 hatte er nicht mehr so viel Erfolg. 1772 starb Mozarts Arbeitgeber in Salzburg und vom neuen Fürstbischof bekam  er nicht mehr so viel Urlaub.  1777-1779 hielt er sich in München, Mannheim und Paris auf. Aber der Erfolg blieb auch hier aus.

Sein Vater wollte, dass er zurückkommt und schrieb ihm viele Briefe. Er bekam finanzielle Schwierigkeiten und hatte Schulden. Sein Vater riet ihm, mit Musikunterricht Geld zu verdienen. Als seine Mutter, die ihn begleitete, 1778 in Paris starb, entschloss sich Mozart nach Salzburg in seine alte Stellung zurückzugehen. Dort arbeitete er dann einige Zeit als Hoforganist und durfte mit einigen Hofmusikern nach Wien gehen. Er wollte für das Wiener Theater eine Oper komponieren, doch der Fürstbischof rief ihn nach Salzburg zurück. Das gefiel Mozart gar nicht und er ließ sich aus seinem Amt entlassen.

Viele seiner Werke schrieb er in der Zeit als er sich in Salzburg aufhielt.  1781 ließ er sich dann endgültig in Wien nieder und heiratete dort 1782 Konstanze Weber. Er war nun ein freier Künstler ohne feste Anstellung. Das  war zu dieser Zeit nicht üblich und sein Vater verstand ihn nicht. Die Begeisterung für Mozarts Musik hielt in Wien nicht lange an. Die Jahre in Wien waren für ihn enttäuschend und er lebte in Not. Erst 1787 verdiente er als kaiserlicher Kammerkomponist wieder etwas Geld.1789 unternahm Mozart eine Reise nach Dresden, Leipzig und Berlin. Dort bot ihm der preußische König Friedrich Wilhelm II. eine gut bezahlte Kapellmeisterstelle an, aber Mozart lehnte sie ab. Mozart starb am 5.September 1791 in Wien.

Er wurde in einem Armengrab beigesetzt. Niemand weiß genau wo. Mozart schrieb während seines Lebens viele Werke z.B. Klavierkonzerte, Violinkonzerte, Kammermusik, Kirchenmusik und Opern.  Bekannte Stücke sind z.B. die kleine Nachtmusik und die Oper „die Zauberflöte“. Sein letztes Werk, das er schrieb, war das „Requiem“, das er nicht mehr  vollenden konnte.  Ein Freund von ihm schrieb es noch zu Ende.  Mozart war ein bedeutender Komponist und seine Musik wird bis heute gespielt und gerne gehört.

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Die Buddenbrooks – Motive eines Jahrhundertromans

„Mein in Deutschland populärstes Buch sind ja ohne Zweifel die ›Buddenbrooks‹, und es kann sein, daß in meinem eigenen Lande mein Name immer vorzugsweise mit diesem Werk verbunden bleiben wird.“ Thomas Mann, 15. April 1932

1901 veröffentlichte Thomas Mann mit gerade einmal 26 Jahren sein fast 800 Seiten umfassendes Opus magnum „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“, das innerhalb von vier Jahren entstand. Mann hatte zuvor ein Band mit Novellen im S. Fischer Verlag veröffentlicht und der damalige Verleger Samuel Fischer schrieb, nachdem er das Talent Manns entdeckt hatte, in einem Brief, dass er gerne einen Roman von Mann veröffentlichen würde: „Ich würde mich aber freuen, wenn Sie mir Gelegenheit geben würden, ein größeres Prosawerk von Ihnen zu veröffentlichen, vielleicht einen Roman, wenn er auch nicht so lang ist.“ Wie sich später herausstellte, hatte Mann nur auf ein solches Angebot gewartet, denn so schlummerte die Idee zu Buddenbrooks schon einige Jahre in seiner Schublade. Er nahm das Angebot natürlich an und so veröffentlichte der Verlag sein wohl bekanntestes Werk und 18 Jahre später erhielt Mann den Nobelpreis für sein Werk.

Für das Abitur im nächsten Jahr steht „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“ wieder in den Richtlinien, weshalb auch ich mich diesem Werk widmen musste. Und gerade weil das Buch in den Abiturrichtlinien steht möchte ich einzelne Aspekte des Werkes vorstellen und vielleicht auch analysieren. Beginnen möchte ich die Reihe mit den von Mann verwendeten Motiven.

Thomas Mann verwendet in „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“ vor allem vier Motiven (wiederkehrende Elemente): das Zahn-Motiv, das Farb-Motiv, das Haus-Motiv und das Familienpapier-Motiv.

Das Zahn-Motiv

Diesem Motiv kommt eine besondere Bedeutung in dem Roman zu, da es deutlich den Verfall der Familie darstellt. Die beiden letzten männlichen Vertreter der Familie leiden unter schlechten Zähnen, was wiederholt beschrieben wird. Direkt zu Beginn wird auf die Zähne des neunjährigen Thomas verwiesen, die „nicht besonders schön, sondern klein und gelblich [waren]“ (Seite 16) und dieses Element taucht beim Tod des Thomas erneut auf: „Senator Buddenbrook war an einem Zahne gestorben, hieß es in der Stadt […]“ (Seite 689).
Und auch bei Thomas‘ Sohn Hanno sind die Zähne schlecht, von außen zwar „schon und weiß wie die seiner Mutter“, aber trotzdem sind sie sehr „weich und verletzlich“ und machen Hanno „mancherlei Störungen und Beschwerden“ (Seite 512).

Das Farb-Motiv

Verschiedene Farben tauchen in dem Roman immer wieder auf, jedoch spielt die Farbe „Gelb“ eine besondere Rolle, so wird der Tod (und damit der Verfall) immer mit der Farbe verbunden. So wird beispielsweise auf das „Gelb der Möbel“ verwiesen, als Konsul Buddenbrook stirbt (Seite 246) und als sich Christian über den Todesnachmittag informiert, frage er „Also gelb sah er aus? […] Er sah also ganz gelb aus?“ (Seite 260). Auch Thomas‘ Zähne werden als gelb beschrieben (Seite 16) und bekanntlich stirbt er auch an einem Zahn (Seite 689).

Das Haus-Motiv

Die Buddenbrooks leben in zwei Häusern, einmal das Haus in der Mengstraße und das repräsentative Anwesen in der Fischergrube. Das Haus in der Mengstraße verdeutlicht auf soziale und ökonomische Funktionen zeigt den „äußerlichen Glanz“ der Familie und den Aufstieg. Das Haus in der Fischergrube dagegen leitet den familiären Abstieg ein, was besonders an der Hundertjahrfeier der Firma 1868 deutlich wird, denn so liegen dunkle Wolken und Hagel über dem Haus und als dann noch ein Lehrling ein Telegramm überbringt, das von der Vernichtung der Pöpenrader Ernte durch ein Gewitter berichtet (Seite 491 – 494). Nach dem Einzug in das Haus in der Fischergrube geht es mit der Firma und der Familie nur noch bergab.

Das Familienpapiere-Motiv

Last but not least wären da die Familienpapiere, die eine wichtige Funktion der in Familie übernehmen, da sie die Genealogie der Familie festhalten und mitteilen. In dem Familienpapieren ist sowohl der Aufstieg, wie auch der Verfall festgehalten, so macht Hanno einen Strich unter seinem Namen und wie man am Ende erfährt ist er der letzte männliche Überlebende der Familie Buddenbrook.

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Pessach

In den Nissan fällt das erste der drei Wallfahrtsfeste, das Pessachfest, das in der Bibel auch als Fest der Mazzot, der ungesäuerten Brote, bezeichnet wird. Der Name Pessach (auf deutsch „Überschreitung“) stammt von dem in der Bibel gebotenen Opfer eines Lammes, das vor dem Auszug der Israeliten aus Ägypten geschlachtet und gegessen wurde. Im Bibeltext heißt es, Gott habe, als er alle Erstgeborenen in Ägypten erschlug, die Israeliten verschont, indem er ihre Häuser überging. Daher wird dieses Fest Überschreitung genannt; auch das geopferte Lamm wird mit diesem Namen bezeichnet.

Wie alle Wallfahrtsfeste hat Pessach eine historische und eine mit der Natur verbundene Bedeutung. Historisch erinnert das Fest an den Auszug der Israeliten aus Ägypten, und noch heute wird im Gedenken an dieses Ereignis nur Ungesäuertes gegessen, weil der plötzliche Aufbruch aus Ägypten es nicht gestattete, den Brotteig vor dem Backen säuern zu lassen. In landwirtschaftlicher Hinsicht ist Pessach mit der Ernte der Wintergerste verbunden…

Pessach wird acht Tage lang, vom 15. bis zum 22. Nissan, begangen (in unserem Kalender ist das dieses Jahr vom 30. März – 6. April).

Zu den Hauptmerkmalen dieses durch seine Vorschriften besonders eindrucksvollen Festes gehört das Verbot, Gesäuertes (auf hebräisch Chamez) zu genießen, oder es überhaupt zu besitzen. Unter Gesäuertem werden alle Getreideprodukte verstanden, die in irgendeinem Stadium, selbst vor dem Mahlen, durch die Einwirkung von Fermenten, vor Feuchtigkeit oder Hitze einen Gärungsprozess durchgemacht haben.

Um die Wohnung von Gesäuertem zu befreien, findet deshalb vor Pessach ein äußerst gründlicher Hausputz statt. Der Hausherr ist verpflichtet, am Vorabend des 14. Nissan das gesamte Haus nach noch vorhandenem Gesäuerten zu durchsuchen und seinen Fund dann am Morgen zu verbrennen. Ebenso müssen alle Küchengeräte und Bestecke durch Ausglühen bzw. Auskochen von gesäuerten Rückständen befreit werden.

Für Pessach wird Geschirr verwendet, das nur für diese Gelegenheit bestimmt ist, während das sonst gebrauchte weggschlossen wird.

Dieses Fest zeichnet sich dadurch aus, dass es für die beiden ersten Abende ein häusliches Ritual gibt, eine festliche Mahlzeit, die nach einer festen Ordnung verläuft. Nach dem hebräischen Wort für „Ordnung“ wird diese Zeremonie Seder genannt. Zum Seder versammelt sich die ganze Familie; nach Möglichkeit werden auch Gäste eingeladen.

Auf einem Teller befinden sich die für diese Mahlzeit erforderlichen symbolträchtigen Speisen: drei Mazzot, die jeweils in eine Serviette gehüllt sind oder in einer dreifächerigen Tasche liegen; ferner „Erdfrüchte“, wofür man Radieschen, Sellerie oder Petersilie verwendet; ein Gefäß mit Salzwasser; Bitterkraut, worunter Meerrettich oder Kopfsalat (oder beides) verstanden wird; ein aus geriebenen Äpfeln, Mandeln, Zimt und Wein bereitetes bräunliches Mus; ein Knochen mit etwas gebratenem Fleisch daran und ein gekochtes Ei. Der Knochen mit dem Fleisch dient der Erinnerung an das Pessachopfer, das Opferlamm, wenngleich es nicht üblich ist, einen Hammelknochen („Schafsknochen“) dafür zu verwenden; das Ei soll das Wallfahrtsopfer symbolisieren. Beides muss zum Verzehr geeignet sein, wird jedoch nicht gegessen, während die übrigen Speisen, die auf dem Sederteller liegen, im Verlauf der Zeremonie verzehrt werden.

Auch sie sind von symbolischer Bedeutung und werden auf die Knechtschaft der Juden in Ägypten bezogen: Das Salzwasser, in das die Erdfrüchte getaucht werden, erinnert an die vergossenen Tränen, das Bitterkraut an die bitteren Leiden, das braune Fruchtmus an den Lehm, aus dem die Israeliten Ziegel herstellen mussten; die Mazzot werden als „Brot der Armen“ bezeichnet.

Die Ordnung der häuslichen Feier entspricht den Gepflogenheiten des antiken Gastmahls. Auch die symbolisch gedeuteten Speisen sind Bestandteile der antiken Mahlzeit, so dass Gewohnheiten des Altertums und Symbolik zusammengeflossen sind. Den antiken Bräuchen entspricht auch die Vorschrift, bei der Mahlzeit nicht zu sitzen, sondern zu liegen. Diese Sitte wird beim Seder insofern beachtet, als man angelehnt sitzt und der Hausherr einen besonders bequemen, mit Kissen ausgepolsterten Sessel benutzt.

Getrunken wird am Sederabend Wein, und zwar sind vier Becher pro Person vorgeschrieben. Zusätzlich zu den Trinkgefäßen für die Teilnehmer der Mahlzeit wird ein weiterer mit Wein gefüllter Becher auf den Tisch gestellt, der für den Propheten Elia bestimmt ist, dessen Kommen erwartet wird: Elia gilt als Vorbote des Messias.

Der wesentliche Inhalt des Seders ist die Verlesung spezieller Texte, die sich auf den Auszug aus Ägypten beziehen; sie sind in der Pessach-Haggada (Haggada heißt „Erzählung“) zusammengestellt. Derjenige, der den Seder „gibt“, d.h. ihn leitet, soll die Texte nach Möglichkeit nicht nur vortragen, sondern sie auch erklären.

Die abendfüllende Zeremonie beginnt mit dem Festtagskiddusch, dann folgt der Segen über die Erdfrüchte, nach dem dann Petersilie oder Radieschen in Salzwasser getaucht und gegessen werden. Den formalen Anlass für den Vortrag der Texte, die vom Auszug aus Ägypten erzählen sowie das Fest und dessen Ritual erklären, bilden vier Fragen, die das jüngste teilnehmende Kind stellt und die sich auf den Sinn des Zeremoniells richten.

Die Verlesung der Haggada wird durch das Abendessen unterbrochen. Das Abendessen soll aus mindestens zwei Gängen bestehen. Als erster Gang sind hartgekochte Eier in Salzwasser üblich. Eier werden entweder als Symbol des Lebens gedeutet oder sind auch ein Zeichen der Trauer, da man sich bei der Festfreude der Zerstörung des Tempels erinnern soll. Auf die Eier folgt meist ein Fleischgericht, wobei zu beachten ist, dass kein gebratenes Fleisch an diesen beiden Abenden Verwendung findet. Hammelfleisch, das bei sefardischen Juden üblich ist, wird in Nord- und Mitteleuropa bei der Festmahlzeit nicht gegessen.

Den Abschluss des Abendessens bildet der symbolische Nachtisch, der Afikoman, das vorher beiseite gelegte Stück Mazza. Es hat sich der fröhliche Brauch herausgebildet, dass der Hausherr zunächst das Stück nicht finden kann, weil die an der Feier teilnehmenden Kinder es versteckt haben. Damit die Feier fortgesetzt werden kann, muss das Stück Mazza mit einem kleinen Geschenk ausgelöst werden.

Dann nimmt der Seder seinen Fortgang. Der zweite Teil, der mit dem Tischgebet beginnt, ist etwas aufgelockert und trägt der Ermüdung der Teilnehmer, besonders der Kinder, insofern Rechnung, als in ihm eine Reihe von Liedern enthalten ist, deren Refrain von allen gemeinsam gesungen wird. Das bekannteste Lied ist das vom Zicklein, das in deutscher Übertragung in „Des Knaben Wunderhorn“ gelangt ist. Mit ihm endet der Seder, dessen Ritual an beiden Abenden im Wesentlichen gleich ist.

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Moderne Wege der Schädlingsbekämpfung

Im Zeitalter des Klimawandels und der Globalisierung finden immer mehr Lebewesen aus anderen Ländern den Weg zu uns (solche Lebewesen werden als Neobiota bezeichnet) und schädigen die Wirtschaft (Nicht alle Neobiota sind Schädlinge!). Doch was kann man dagegen tun? Die meisten sind für die chemische Keule, also die Verwendung von Pestiziden, allerdings gibt es auch andere Methoden zur Schädlingsbekämpfung. Hier sollen die vier häufigsten Methoden kurz charakterisiert werden, doch vorher ein kurzer Ausflug in die Definition von Schädling.

Was sind Schädlinge?

Schädlinge sind solche Lebewesen, die den wirtschaftlichen Erfolg des Menschen verringern, indem sie Agar-, Forst- und Holzprodukte befallen und zerstören, oder auf vom Menschen angelegte Vorräte zurückgreift. Deswegen ist Schädling ein rein wirtschaftlicher Begriff. Schädlinge werden nach ihren Fundorten in vier Gruppen eingeteilt: Agrarschädlinge, Forstschädlinge, Holzschädlinge und Vorratsschädlinge.

Biologische Schädlingsbekämpfung

Bei der biologischen Schädlingsbekämpfung werden natürliche Mittel zur Schädlingsbekämpfung verwendet, wie beispielsweise das Aussetzen von Fressfeinden oder die Verwendung von Krankheitserregern. Oft sind solche Methoden nicht langfristig wirksam, da es zu unberechenbaren Folgen kommen kann (exponentielle Vermehrung der Fressfeinde, Organismen bauen Resistenzen gegen Krankheitserreger auf oder Krankheitserreger mutieren und greifen auch andere Lebewesen an).

Chemische Schädlingsbekämpfung

Wie der Name schon sagt werden bei der Methode chemisch erzeugte Produkte, das heißt Gifte, verwendet, die zum schnellen Aussterben der Schädlinge führen, allerdings kann es bei der chemischen Schädlingsbekämpfung zur Bioakkumulation (Anreicherung von Giften in Nahrungsketten) kommen. Durch die Bioakkumulation können auch Gifte zum Menschen gelangen und haben oft schwerwiegende gesundheitliche Folgen (Krebs, Zerstören des Immunsystems, …).

Physikalische-biotechnische Schädlingsbekämpfung

Bei dieser Form der Schädlingsbekämpfung werden entweder physikalische Größen wie Hitze, Licht oder Schall zum Töten/Vertreiben der Schädlinge verwendet, oder es kommt zur Anwendung von biotechnischen Verfahren. Ein sehr erfolgreiches Beispiel der biotechnischen Schädlingsbekämpfung ist die Mittelmeerfruchtfliege, der ein letales (tödliches) Gen eingepflanzt wurde, das in der nachfolgenden Generation während der Embryonalentwicklung aktiv wurde und zum Absterben der Generation geführt hat. Die reine Anwendung von physikalischen Größen ist oft weniger effektiv und in der Regel nur kurzfristig wirksam.

Integrierte Schädlingsbekämpfung

Bei der integrierten Schädlingsbekämpfung kommt es zur Kombination der drei „klassischen“ Methoden mit dem Ziel, ein optimales Ergebnis zu erzielen und so wenig chemische Bekämpfungsmittel anzuwenden wie möglich. Die integrierte Schädlingsbekämpfung beginnt mit einer Prophylaxe, sollte es dennoch zum Schädlingsbefall kommen wird der Organismus genau bestimmt und dann werden die Methoden gewählt, die den Schädling am besten bekämpfen, die Umwelt aber nicht schädigen.

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Cannabis

Geschichte und Herkunft

Cannabis hat eine jahrtausende alte Tradition als Nutz- und Heilpflanze. Aus China ist bekannt, dass dort bereits im frühen 3. Jahrtausend v. Chr. Cannabis angebaut wurde.
Über Indien gelangte die Pflanze in den Nahen Osten und dann über Europa bis nach Nord- und Südamerika.

Die Anbaugebiete heute liegen im Naher und Mittlerer Osten (Türkei) sowie in Thailand und Nepal.  Später wurde Cannabis als Heilmittel gegen Durchfall und Fieber sowie als Betäubungsmittel eingesetzt. In Deutschland wurde die Rauschwirkung vor allem in den 70er Jahren entdeckt.

Substanz

Hauptwirkstoff der Cannabispflanze ist Tetrahydrocannabinol, kurz THC. Bei in Deutschland gezogenen Cannabispflanzen beträgt  der THC-Gehalt nur etwa 1,5%; orientalische Sorten enthalten durchschnittlich etwa 5% THC.

In europäischen Ländern wird Cannabis vorwiegend in Form von Haschisch oder Marihuana konsumiert.  Haschisch besteht aus dem Harz der Blütenstände der weiblichen Hanfpflanze. Die dunkle, meist braunschwarze Substanz ist von harziger Konsistenz und enthält 5-12% THC. Marihuana besteht aus getrocknete und zerkleinerte Pflanzenteile der weiblichen Cannabispflanze. Meist von grünlicher, teeähnlicher Beschaffenheit mit 1-7% THC.

Konsumformen

Hierzulande wird Cannabis meist mit Tabak in einem Joint geraucht. Beim Rauchen setzt Wirkung unmittelbar ein und dauert ein bis vier Stunden an. Nach etwa 30 bis 60 Minuten erreicht man das „High“-Gefühl, welches erst allmählich ausklingt.

Effekt

Der Cannabisrausch tritt meist relativ schnell ein. Grundsätzlich werden die bereits vorhandenen Gefühle und Stimmungen – ob positiv oder negativ – durch den Wirkstoff verstärkt.

Akuten psychischen Wirkung sind eine deutliche Anhebung der Stimmungslage, Gefühl der Entspannung, der inneren Ruhe und Ausgeglichenheit und gesteigerten Kommunikation. Als unerwünschte Nebeneffekte treten häufig Denkstörungen auf, dabei konzentrieren sie die Konsumenten auf Nebenreize. Als untypische Wirkungen gelten niedergedrückte Stimmung, Unruhe, Angst und Panik.

Wirkungsweise

Im Gehirn befindet sich ein Cannabisrezeptor, der durch das THC aktiviert wird.
THC verschwindet aus dem Blut relativ schnell; doch in den Fettgeweben kann der Abbau bis zu 30 Tagen dauern. Die Ausscheidung erfolgt über den Stuhl und Urin.

Risiken

Akute Risiken sind möglichen Folgen der Wirkung, z.B. Einschränkung des Konzentrations- und Reaktionsvermögen.

Die Risiken unterscheiden sich erheblich zwischen Probier- und Gelegenheitskonsum oder dauerhaften und gewohnheitsmäßigen Kosum. Außerdem spielen noch persönlichen und sozialen Risikofaktoren eine Rolle. Langfristigen Risiken sind psychischen Abhängigkeit und das amotivationale Syndrom (Antriebs- und Leistungsverlust).

Folgeschäden

Körperliche Folgen: Rauch von Cannabis enthält zahlreiche Schadstoffe und es kann zu Herz-Kreislauf- und Hormonstörungen kommen.

Psychische und soziale Folgen: Für den Konsumenten sind seelischen und sozialen Auswirkungen von Cannabiskonsum wesentlich schlimmer. Im Bereich des Denkens und Urteilens sind erhebliche Einschränkungen möglich. Der Konsument zieht sich immer mehr in sich zurück und wird sich selbst und den Aufgaben des Alltags gegenüber immer gleichgültiger: Er fühlt sich den Anforderungen der Leistungsgesellschaft allmählich immer weniger verpflichtet, aber auch immer weniger gewachsen.

Abhängigkeit

Regelmäßiger Konsum kann psychische Abhängigkeit erzeugen. Innerer Leere, Freudlosigkeit, Antriebsmangel, Konzentrationsstörungen und Unruhe sind möglich.
Vegetative Symptome wie Schlafstörungen und Appetitmangel sind können auch vorkommen.

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Platons Sonnengleichnis

Neben dem Höhlengleichnis führte Platon in seiner Politeia noch zwei weitere Gleichnisse an, die im Text zwar für sich alleine stehen, allerdings aufeinander bezogen sind. Das Sonnengleichnis ist eines der zwei anderen Gleichnisse:

In seiner Politeia erklärte Platon, dass das Sehen eine Sonderstellung in der Liste der Wahrnehmungen einnimmt, weil das Auge, im Gegensatz zu den anderen Sinnesorganen, ein Medium bedarf, nämlich das (Sonnen-)Licht, um zu schauen/wahrzunehmen. Aus der Sicht der modernen Naturwissenschaften ist das natürlich nicht mehr haltbar, denn wenn zwei Astronauten beispielsweise im Vakuum wären und einer der beiden trommeln würde, könnte dies der andere nicht wahrnehmen. Wir lassen jetzt die moderne Naturwissenschaft allerdings moderne Naturwissenschaft sein und versetzen uns in die Lage eines Menschen, der in der Antike lebte und nichts von Astrophysik, Kosmologie und Akustik wusste.

In seinem Dialog über das Sonnengleichnis beginnt Platon damit, dass er seinem Gesprächspartner sagt, dass wir nur die Dinge mit dem Auge wahrnehmen können, die von der Sonne bestrahlt werden. Und dann behauptet er, dass es mit der Seele (als Synonym für Geist/Verstand benutzt) ebenso sei.

Für Platon ist die Sonne der Spross des Guten, den das Gute als Abbild gewählt hat, und gerade deswegen führe alles, worauf die Sonne leuchtet (und wir damit wahrnehmen) zu Erkenntnis, Einsicht und Wahrheit. Daraus folgt für Platon, dass das Licht und die Sehkraft sonnenähnlich, damit auch „gutähnlich“ seien, allerdings nicht gut. Weiter noch behauptete Platon, dass die Sonne dem Sichtbaren auch die Fähigkeit zum Werden und Wachstum gibt und dem Objekt der Erkenntnis damit auch Existenz.

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Igel

Igel bevorzugen Lebensräume mit genügend Nahrung und Deckung. In lichten Laub- und Mischwäldern, in Hecken, naturbelassenen Gärten und Parks fühlen sie sich wohl.

Ein ausgewachsener Igel ist 20-30 cm lang und wiegt 700-1100 g. Jüngere Igel wiegen nur 400-700 g.

Die Nahrung der Igel ist abwechslungsreich. Auf ihrem Speiseplan stehen Larven, Käfer, Raupen, Würmer und Schnecken. Auch Katzenfutter fressen sie gerne, wenn es irgendwo steht. Sie trinken ausschließlich Wasser, Milch vertragen sie nicht.

Igel haben eine graubraune Färbung. Sie besitzen ein Stachelkleid mit hell und dunkel geringelten Stacheln. Sie haben eine spitze Schnauze und rundliche, kurze Ohren.

Igel sind Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit treffen sie aufeinander. Oft kämpfen mehrere Igelmännchen um das Weibchen. In einem versteckten weichen Nest aus Moos, Blättern und Gras bringt das Igelweibchen nach 5 Wochen Tragzeit im Mai–Juni etwa 4–7 Junge zur Welt . Ein Neugeborenes wiegt ca. 12–25 g (gerade mal so viel wie 9 Gummibärchen) und ist so groß wie ein Daumen. Nach 45 Tagen sind sie selbstständig und gehen ihre eigenen Wege. Igel können 8–10 Jahre alt werden.

Die Feinde des Igels sind der Dachs, der Fuchs, der Marder und einige Raubvögel, wie z.B. der Uhu. Der Igel schützt sich vor diesen Feinden, indem er sich zu einer stacheligen Kugel zusammenrollt. Jedoch der schlimmste Feind ist das Auto, davor kann er sich nicht schützen.

Ab September frisst der Igel sich ein dickes Fettpolster für den Winterschlaf an. Igel müssen 650–700 g wiegen um den Winter zu überstehen.

Anfang November sucht er sich ein Versteck und rollt sich darin zusammen. Der Winterschlaf beginnt. Seine Körpertemperatur sinkt von 37°C  auf 5°C und er atmet nicht mehr so oft.

Anfang März wacht der Igel stark abgemagert wieder auf und muss nun viel fressen damit er wieder kräftig wird.

Igel stehen in Deutschland unter Naturschutz . Zunehmend zerstört der Mensch den Lebensraum für die Igel. Es gibt immer weniger naturnahe Gärten und Landschaften. Durch den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmittel wird auch die Nahrung für Igel weniger.

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