Iphigenie und Woyzecks Marie – zwei Frauenbilder prallen aufeinander

Unterschiedlicher könnten Frauenbilder gar nicht sein! Auf der einen Seite steht Iphigenie, die pflichtbewusste und nach den Idealen der Klassik und des Humanismus handelnde Priesterin, und auf der anderen Seite steht Marie, die Geliebte von Woyzeck, die nur ein Ziel hat, nämlich materiellen Reichtum und um dieses Ziel zu erreichen, ist ihr jedes Mittel recht.

Wie bereits erläutert, stellt Goethe mit seiner Figur Iphigenie das ideale Frauenbild der Klassik vor, die pflichtbewusst handelt, nach den Idealen der Klassik und des Humanismus entscheidet und immer eine Harmonie zwischen Pflicht und Neigung aufweist. Bei Woyzecks Marie ist das jedoch ganz anders.

Marie – oder wie Büchner die Frau darstellte

Büchner entschied sich in seinem Woyzeck für ein eher negativ belastetes Frauenbild als Vorlage für Marie, der Freundin des Protagonisten Woyzeck. Das beginnt bereits in der zweiten Szene, ganz deutlich zu werden:

„MARIE […]: He Bub! Sa ra ra ra! Hörst? Da komme sie.
MARGRETH: Was ein Mann, wie ein Baum.
MARIE: Er steht auf seinen Füßen wie ein Löw. (Tambourmajor grüßt.)
[…]
MARIE: Soldaten, das sind schöne Bursch…“[1]

Denn hier bewundert Marie, obwohl mit Woyzeck in einer festen Beziehung, die Soldaten und tanzt sogar später mit dem von ihr ungebetenen Tambourmajor. Vor allem aber bewundert sie die Besitztümer dieses Mannes, da sie selbst aus bettelarmen Verhältnissen stammt und Woyzeck ihr nicht das bieten kann, was sie will.

Büchner beschränkt seine Marie auf das reine Äußerliche und lässt sie auch nach diesen Äußerlichkeiten, wie Reichtum, handeln. Man könnte sogar soweit gehen und sagen, dass Marie neben dem Pauperismus auch den Materialismus – ebenso wie Woyzeck selbst, wenn auch nicht so stark – verkörpert.

Marie und Iphigenie in direktem Vergleich

Der Unterschied zwischen diesen beiden Damen wurde bereits in den ersten Passagen deutlich, dennoch sollen beide einmal direkt gegenüber gestellt werden:

Iphigenie:                                                                             Marie:
- nicht auf Besitztümer angewiesen                                    – gierig nach Reichtum und               – pflichtbewusst                                                                         Besitztümern
- Humanismus                                                                        – handelt nach Neigungen
- aufrichtig und ehrlich                                                          – Egoismus
- verlogen und betrügerisch

Mit Marie und Iphigenie prallen also zwei Frauenbilder aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. So lässt sich definitiv ein Wandel der Frauenbilder im Laufe der verschiedenen Epochen feststellen.


[1] Woyzeck, Georg Büchner, Neuveröffentlichung 2010, Schöningh Verlag

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Goethes Menschenideal – Iphigenie auf Tauris

„Iphigenie auf Tauris“ gehört wahrscheinlich zu Goethes bekanntesten Werken – und das mit Recht! Mit seiner Iphigenie zeigt Goethe nicht nur den Konflikt zwischen Zwang und Wille auf, sondern zeigt dem Leser auch das Menschenideal.

Bevor ich das Menschenideal erläutern will, möchte ich kurz Inhalt des klassischen Dramas wiedergeben. Die Göttin Diana rettet Agamemnons Tochter Iphigenie vor ihrer Opferung durch ihren Vater und bringt sie auf die Insel Tauris, wo sie dem König Thoas fortan als Priesterin dienen muss. Völlig isoliert auf der Insel sehnt sie sich nach ihrer fernen Heimat und ihrer Familie, bis plötzlich ihr Bruder Orest vor ihr steht. Sie weiß nicht, was sie tun soll: ihrem Bruder folgen oder ihre Pflicht als Priesterin nachgehen? Hin- und hergerissen schafft sie es schließlich, Thoas zu überreden, sie ziehen zu lassen und sie ist wieder mit ihrer Familie vereint.

Iphigenie muss sich zwischen Pflicht und Neigung entscheiden. Auf der einen Seite will und muss sie vor allem ihre Pflicht als Priesterin im Tempel der Diana erfüllen, aber auf der anderen Seiten will sie mit ihrem Bruder zusammensein und mit ihm zurück in die Heimat fahren. Doch sie zeigt Harmonie in ihrem Handeln und diese Harmonie führt schließlich sogar zur Humanisierung der Menschheit.

Denn Thoas möchte Iphigenie nicht ziehen lassen, er liebt sie und will, dass sie heiraten. Er würde sie lieber sterben sehen, als ihr die Möglichkeit zu geben, mit ihrem Bruder zurück in die Heimat zu fahren. Aber Iphigenie schafft es, Thoas zu humanisieren, indem sie an ihn appelliert und sagt, dass wenn er sie wirklich liebt, sie gehen lassen sollte.

Damit greift Goethe nicht nur das Menschenideal der Klassik auf, sondern auf in Grundzügen die Kant’sche Ethik, die besagt, dass der gute Wille den moralischen Handlungen und Entscheidungen zugrunde liegen sollte.

Goethes Menschenideal und das Menschenideal der Klassik beruht also auf der Idee, dass der gute Wille die Grundlage von moralischen Handlungen und Entscheidungen ist und dass der Mensch humanisieren und verbessern sollte, in einer Harmonie von Pflicht und Neigung.

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West Side Story

Die West Side Story ist ein Musical. Es ist eine moderne Version von Shakespeares Tragödie “Romeo und Julia”, übertragen in das New York der 50er Jahre. Die Musik stammt von Leonard Bernstein, die Gesangstexte von Stephen Sondheim und das Buch von Arthur Laurents, die Idee aber stammte von dem Choreographen Jerome Robbins. Die Urfassung trug den Namen East Side Story.

Handlung

In der West Side Story geht es um zwei sich rivalisierende Straßenbanden in Amerika: Die Jets (Amerikaner) und die Sharks (eine eingewanderte Gruppe von Puertoricanern). Die Jets wollen die Sharks aus “ihren” Straßen vertreiben. Der Anführer der Jets, Riff, möchte den Anführer der Sharks, Bernardo, am Abend des Tanzfestes zum Kampf herausfordern. Riff bittet Tony, den früheren Anführer der Jets an diesem Abend mitzukommen und ihm zu helfen. Bernardo ,dessen Schwester, Maria, gerade in die USA eingereist ist, hat den Puertoricaner Chino gebeten ihren Bruder zu unterstützen. Auf dem Tanzfest trifft Maria Tony und verliebt sich sofort in ihn.  Doch Bernardo gibt den beiden zu verstehen, dass sie verfeindeten Gruppen angehören.

Dann fordert Riff Bernardo auf, sich im Drugstore zu treffen um Waffen und Kampfplatz für die Auseinandersetzung zu bestimmen. Tony sucht nach dem Tanzfest Marias Wohnung und als er sie findet klettert er die Feuerleiter hoch und beide schwören sich  ewige Liebe. Während die Sharks ihre Mädchen nach Hause begleiten führt Bernando mit  Anita, seiner Freundin, ein Gespräch über die Vor- und Nachteile in Amerika zu leben. Inzwischen treffen die Jets im Drugstore ein und denken nur noch an den bevorstehenden Kampf. Riff mahnt sie cool zu bleiben. Kurze Zeit später taucht Bernardo und seine Gang auf. Nach einer heftigen Diskussion beschimpft Tony die Sharks als Feiglinge, da sie nicht den Mut aufbrächten sich in einem Zweikampf mit bloßen Händen zu messen. Einer von jeder Bande solle die Ehre aller verteidigen und zu einem Treffpunkt unter den Highway kommen.

Am Nachmittag des darauf folgenden Tages besucht Tony Maria nach Ladenschluss in der Schneiderei für Brautkleider, in der sie arbeitet. Maria bittet Tony inständig den Kampf zu verhindern. Tony gibt ihr das Versprechen. In der Dämmerung treffen sich die Banden unter dem Highway, doch bevor es zum Kampf kommt, geht Tony dazwischen. Bernardo, schon darüber zornig, dass dieser Jet sich für seine Schwester interessiert, stößt ihn zurück. Riff und Bernardo bedrohen sich mit Messern und im Verlauf eines wilden Duells wird Riff von Bernardo erstochen. Aus Rache sticht Tony auch Bernardo nieder. Die Sirenen der anrückenden Polizei beenden die Schlacht. Tony, allein bei Riffs und Bernardos Leichen, wird sich seiner gefährlichen Situation bewusst und kann der Polizei knapp entkommen.

In der Zwischenzeit macht sich Maria für das treffen mit Tony zurecht, denn dieser möchte sie seiner Mutter vorstellen. Da stürzt Chino herein und berichtet Maria über den Kampf. Maria will wissen, was mit Tony passiert ist und erfährt von Chino, dass Tony Bernando umgebracht hat. In den Straßen und Hinterhöfen macht die Polizei Jagd auf die Mitglieder der beiden Banden. Kurz nachdem Chino wieder weg ist, klettert Tony über die Feuerleiter zu Maria ins Zimmer. Verzweifelt halten sich die beiden in den Armen und sehnen sich danach an einem Ort ohne Hass und Vorurteile, glücklich und frei leben zu können. Dann werden die beiden plötzlich von Anita überrascht, doch Tony gelingt es, aus dem Fenster zu fliehen, nachdem er sich mit Maria im Drugstore verabredet hat.

Anita beschimpft Maria, weil sie noch immer mit dem Mörder ihres Bruders verkehrt. Anita erzählt Maria, dass Chino einen Revolver hat, mit dem er sich an Tony rächen will, als ein Polizeileutnant an die Tür klopft, um Maria zu befragen. Auf Marias Bitte hin, für ihre angeblichen Kopfschmerzen Tabletten zu holen, geht Anita in den Drugstore, um Tony vor Chino zu warnen. Dort wird sie von den Jets beschimpft und schlecht behandelt und Anita teilt ihnen deswegen eine falsche Nachricht mit. Sie sagt, dass Maria tot ist.

Tony irrt rasend vor Liebeskummer durch die Straßen, ruft laut nach Chino und fordert diesen auf ihn zu erschießen, weil sein Leben nach dem Tod von Maria keinen Sinn mehr hat. In diesem Moment sieht er Maria, die auf dem Weg zu ihrem vereinbarten Treffpunkt ist. Die Liebenden stürzen aufeinander zu. Da taucht Chino auf und erschießt ihn, in Marias Armen stirbt Tony. Maria , voll Schmerz, Zorn und wilder Verzweiflung  kann die beiden Banden überzeugen, dass kämpfen und morden vollkommen sinnlos ist. Gemeinsam tragen die Sharks und die Jets Tonys leblosen Körper weg und schließen Frieden miteinander.

Weitere Fakten

 

Nach den Probeaufführungen in Washington und Philadelphia wurde West Side Story am 26. September 1957 im Winter Garden Theatre in New York uraufgeführt. Das Stück wurde mit zwei Awaards ausgezeichnet. Die deutschsprachige Erstaufführung fand am 25. Februar 1968 in der Wiener Volksoper statt.

Verfilmung

Das Stück wurde 1961 verfilmt und dafür in vielen Szenen und auch musikalisch umgestellt. Der Film erhielt den Akademie-Preis und zehn Oscars.

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Globaler Terrorismus als Symptom der Globalisierung – Ein Kampf gegen die „westliche Dominanz“

Die Globalisierung bietet nicht nur große Chancen, sondern ebenso unheimliche Gefahren. Eine dieser Gefahren zeichnet sich seit Beginn dieses Jahrtausends immer deutlicher ab: der global terrorism (im Deutschen wird einfach globaler Terrorismus gesagt, der Begriff stammt allerdings aus den USA).

Al-Qaida als Prototyp

Unter globalem Terrorismus wird im Allgemeinen Terrorismus verstanden, der vor keinen Landesgrenzen zurückschreckt und international agiert. Als Prototyp eines solchen Terrorismus wird die islamische Al-Qaida verstanden, die für Attentate wie 9/11 verantwortlich ist. Auch die Entwicklung von Al-Qaida ist typisch für eine global operierende Terrororganisation: Gründung, um Guerilla- und Separationskämpfe zu unterstützen, doch dann musste die Führung erkennen, dass für die Umsetzung der Gruppenziele (Freiheit einer speziellen soziologischen Gruppe, z.B. Muslime im Fall von Al-Qaida) eine internationale Ausweitung nötig ist. Al-Qaida versteht unter Globalisierung das Übermächtig-Werden der westlichen Kultur (=westliche Dominanz) und will dagegen vorgehen, da die westliche Kultur andere Kulturen unterdrücke, insbesondere die islamische.

Terrorismus ≠  Terror

In der Öffentlichkeit werden Terrorismus und Terror als Synonym füreinander verwendet, doch politikwissenschaftlich und historisch ist dies nicht richtig. Unter Terrorismus werden Gewaltstrategien nicht-staatlicher Akteure zur Durchsetzung von politischen Zielen und Ideologien verstanden. Terror dagegen ist das Mittel von staatlichen Akteuren zu der Aufrechterhaltung eines Status quo, so wie es Gaddafi getan hat.
Auch bei der Verwendung von Mitteln unterscheiden sich Terrorismus und Terror, so setzten nicht-staatliche Akteure vor allem auf psychische Gewalt, die durch physische hervorgerufen wird, staatliche Akteure dagegen benutzen nur physische Gewalt.

Internationale Ausweitung und Bekämpfung

Großer Vorteil von global operierenden Terrororganisationen sind die dezentralen Strukturen, das heißt, dass die Führung nicht zentral an einem Ort sitzt, sondern über die ganze Welt verteilt sein kann und eine Aufspürung so umso schwerer wird. Dezentrale Strukturen haben auch den Vorteil, dass Terrorzellen in das Zielland gebracht werden können und mehrere Anschläge zeitgleich geplant werden können. Die Finanzierung erfolgt ebenfalls durch nicht-staatliche Akteure und oft durch Firmen, die durch Anschläge einen Vorteil gewinnen.
Klassische Bekämpfungsstrategien sind oft erfolgslos und da es sich um ein recht neues Symptom der Globalisierung handelt sind die Regierungen da noch recht hilf- und planlos.

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Tobin-Steuer – Mehr Geld und weniger Devisengeschäfte?

Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler James Tobin schlug 1972 vor, eine Steuer auf alle Devisentransaktionen von einem Prozent zu erheben. Er argumentierte dabei, dass „der deregulierte Kapitalfluss mit seinen abrupten Richtungsänderungen und chaotischen Kursausschlägen […] der materiellen Wirtschaft [schadet]“ (Dialog SoWi 2, Seite 209ff) und dass eine solche Steuer die Zahl der Devisentransaktionen senken würde und damit das Risiko einer möglichen Wirtschaftskrise. An dem Vorschlag einer solchen Steuer lässt sich leicht erkennen, dass Tobin kein Befürworter der Globalisierung war und den Devisentransaktionen kritisch gegenüber stand.

Gute Idee! Die Tobin-Steuer würde Geld in die Kassen der internationalen Staatengemeinschaft und der Staatshaushalte spülen

Die Befürworter der Tobin-Steuer sahen zwei große Vorteile in der Einführung einer solchen Steuer. Durch die Steuer eingenommene Gelder könnten beispielsweise für die Entwicklungshilfe verwendet werden und so Millionen von Menschen helfen. Außerdem würde die Zahl der Devisenmarkttransaktionen somit sinken und damit wäre das Risiko von Schwankungen in Konjunkturzyklen gering und damit würde es zu weniger Wirtschaftskrisen kommen.

Aber… Was ist mit den freien Kapitalmärkten?

Globalisierungsbefürworter und damit Tobin-Steuer-Gegner argumentieren, dass freie Kapitalmärkte Angebot und Nachfrage nach Kapital weltweit zu einem effizienten Ergebnis bringen und bei Einführung einer solchen Steuer könnte es zu Effizienzeinbußen kommen. Darüber hinaus wäre die Verwaltung und zielgerichtete Verwendung der Einnahmen einer solchen Steuer politisch gar nicht möglich und sie würde ebenfalls die Liquidität von Märkten stören und damit das Risiko einer Wirtschaftskrise erhöhen.

Forderungen im 21. Jahrhundert, einem Zeitalter der Wirtschaftskrisen

Der Ökonom Manfred Gärtner äußert in einem Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT seine Gedanken zu der Einführung der Tobin-Steuer:

Gärtner: Die viel diskutierte Tobin-Steuer wäre sicherlich sinnvoll, also eine Steuer auf Finanztransaktionen, die Sand ins Getriebe der internationalen Finanzmarktindustrie streuen würde. Sie könnte kurzfristige Vermögensverschiebungen bremsen, die der Weltwirtschaft real nichts bringen, aber Hektik in die Märkte tragen und für die Realwirtschaft gefährliche Spekulationsblasen auslösen können.
ZEIT ONLINE: Gibt es eine solche Blase auch wieder im Fall Griechenlands?
Gärtner: Die Gesamtschulden Griechenlands könnte die EU theoretisch aus der Portokasse begleichen. Das Problem hat aber eine viel größere Dimension: Neben dem Kernmarkt der Staatsanleihen spekulieren Anleger heftig auf eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands. Und diese Kreditausfall-Produkte haben wieder ein Volumen angenommen, das ein Vielfaches der Schuldensumme ist. Das ist so, als hätte halb Deutschland, Millionen Leute, die Sie gar nicht kennen, eine Lebensversicherung auf Sie abgeschlossen. Man weiß gar nicht mehr, wer alles in welchem Ausmaß in die Griechenland-Krise involviert ist und wer von einem Bankrott betroffen wäre.

Damit greift er ein beliebtes Thema der Franzosen auf. Wie DIE ZEIT berichtete, sind 60 Staaten für die Einführung einer Steuer auf Devisentransaktionen. Die Franzosen behaupteten, dass die Einnahmen von 35 Milliarden direkt in die Entwicklungshilfe fließen könnten.

Also nur noch eine Frage der Zeit, bis es die Tobin-Steuer gibt?

Schwer zu sagen, denn offensichtlich verweigern sich zu viele Staaten, ansonsten wäre die Steuer sicherlich schon längst eingeführt worden. Vielleicht ist der politische Aufwand und später der Aufwand in der Verwaltung der Steuer und der mit ihr eingenommenen Gelder auch einfach zu hoch!

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Cäsar

Leben

Gaius Iulius Caesar, geboren am 13. Juli 100 v. Chr. in Rom, entstammte dem angesehenen altrömischen Patriziergeschlecht der Julier (lateinisch gens Iulia). Caesars Familie war nicht reich, gemessen am Standard des römischen Adels, und nur wenige Mitglieder der Familie hatten sich politisch hervorgetan.

Caesar heiratete 84 v. Chr. Cornelia, die Tochter des Konsuls Lucius Cornelius Cinna, der ebenfalls zu der politischen Gruppe der populares gehörte. Die Familienverbindung zu Cinna und seine Verwandtschaft mit Marius brachten Caesar in Opposition zur Diktatur Sullas, der die konservative Gruppe der optimates vertrat. Sulla befahl Caesar die Scheidung von Cornelia, doch dieser widersetzte sich und verließ Rom. Auf die Bitte einflussreicher Freunde hin wurde er zwar bald begnadigt, kehrte aber nicht nach Rom zurück.

Im Jahr 78 v. Chr. ging Caesar als Offizier in den Stab von Publius Servilius Vatia Isauricus, der als Prokonsul in Kilikien die Piraten bekämpfte. Sullas Tod ermöglichte ihm die Rückkehr nach Rom, wo er seine politische Karriere weiterverfolgte. Er begann, wie damals üblich, als öffentlicher Ankläger. Als Ankläger erregte Caesar durch einen Prozess wegen Erpressung gegen Gnaeus Cornelius Dolabella, einen Anhänger Sullas, große Aufmerksamkeit und bewies damit erneut seine Opposition zum Lager der Sullaner. Trotz seiner Niederlage in diesem Fall war Caesars Ruf nicht geschädigt.

Im Jahre 69 oder 68 v. Chr. bekleidete er die Quästur, die unterste Stufe der politisch bedeutenden Ämter der Römischen Republik. Nach Bekleidung dieses Amtes wurde er in den Senat aufgenommen. Doch bevor er nach Spanien abreisen konnte, gab es zwei Todesfälle in seiner Familie. Seine Tante Iulia und seine Frau Cornelia verstarben in einem kurzen Zeitraum nacheinander.

Nach seiner Rückkehr aus Spanien heiratete Caesar Pompeia, eine sehr wohlhabende Enkelin Sullas, deren Reichtum er umgehend für seinen politischen Aufstieg nutzte: 65 v. Chr. war er kurulischer Ädil und errang durch prachtvolle Spiele, durch die er sich hoch verschuldete, große Beliebtheit. 63 v. Chr. wurde Caesar in das bedeutende Amt des Pontifex Maximus, des Oberpriesters, gewählt. Er wurde dabei wie schon bei seinen Spielen als Ädil von Marcus Licinius Crassus, der zu der Zeit als reichster Mann Roms galt, finanziell unterstützt, obwohl nicht klar ist, wie gut das Verhältnis Caesars zu Crassus zu diesem Zeitpunkt war.

Immer wieder gab es Gerüchte, Caesar wäre in die Catilinarische Verschwörung des Jahres 63 v. Chr. verwickelt gewesen. Obwohl er früher Kontakt zu Catilina gehabt hatte, konnte ihm keine Beteiligung an dessen Verschwörung nachgewiesen werden. Im Jahr 62 v. Chr. wurde Caesar zum Prätor gewählt.

Das erste wichtige Amt Caesars außerhalb Roms war die Statthalterschaft (Proprätur) in Spanien. Seine aggressive Kriegsführung gegen die Iberer im Norden des heutigen Portugals festigte seinen Ruf als fähiger Stratege und diente ihm zur Sanierung seiner hoch verschuldeten Finanzen. Damit besaß er die notwendige Voraussetzung für die Bewerbung um das höchste Staatsamt, das Konsulat.

Triumvir und Konsul

Viele Senatoren widersetzten sich jedoch Caesars Ambitionen, Konsul zu werden. Das Triumvirat konnte die Wahl Caesars zum Konsul des Jahres 59 v. Chr. durchsetzen. Seine Amtsführung war im Senat umstritten. Caesar brachte in seinem Jahr als Konsul einige Gesetze mit entscheidenden Neuregelungen durch.

Prokonsul in Gallien

Das Prokonsulat in Gallien bedeutete einen wichtigen Machtgewinn für Caesar. Als Prokonsul konnte er Heere aufstellen. Um seine Macht und seinen Reichtum weiter auszubauen, brauchte er einen Krieg außerhalb der Grenzen des Imperiums, den er bei den zerstrittenen Stämmen Galliens fand, unter denen es seit einigen Jahren größere Unruhen gab. Als die Helvetier, ein Stamm aus der heutigen Schweiz, die Nordgrenze des Römischen Reichs gefährdeten, sah Caesar einen Anlass, militärisch einzuschreiten und schlug die Helvetier bei Bibracte zurück.

Danach zog er gegen die Germanen, die schon seit einiger Zeit unter Ariovist in Gallien eingefallen waren, und schlug sie über den Rhein zurück. Im zweiten Jahr konnte Caesar die Belger, die als das tapferste Volk unter den Stämmen Galliens galten, im Norden Galliens erst nach heftigen Kämpfen unterwerfen.

Im Jahr 56 v. Chr. besiegte sein Offizier Decimus Iunius Brutus Albinus die aufständischen Veneter in der Bretagne, womit Caesar den größten Teil Galliens unter seine Kontrolle bringen konnte.

Noch im Jahr 53 v. Chr. wurde es in Gallien unruhig. Stämme wie die Treverer und Nervier erhoben sich gegen Caesar. Im Jahr 52 v. Chr. erhob sich Vercingetorix, der Fürst der Arverner, gegen die römische Fremdherrschaft. In ihm erwuchs Caesar ein gefährlicher und ihm militärisch ebenbürtiger Gegner. Vercingetorix schnitt die Nachschubwege Caesars ab und konnte ihn erstmals bei Gergovia schlagen. Nach seinem Sieg gab Vercingetorix seine erfolgreiche Defensivtaktik auf und griff die Truppen Caesars an, doch musste er eine Niederlage gegen Caesars hinnehmen, worauf er sich nach Alesia zurückzog.

Caesar begann sofort, die Stadt mit einem etwa 35 km langen Wall zu belagern, doch war ein gallisches Entsatzheer auf dem Weg, um Vercingetorix zu befreien. In der darauffolgenden Schlacht, in der Caesar den Ausbruchsversuch des Vercingetorix abzuwehren und gleichzeitige Entlastungsangriffe zurückzuschlagen hatte, blieb Caesar gegen die weit überlegenen gallischen Heerscharen siegreich. Der gallische Widerstand war endgültig gebrochen, und Caesar konnte mit diesem Sieg über die gallische Koalition die Herrschaft Roms über Gallien für Jahrhunderte sichern. Vercingetorix, der sich nach der verlorenen Schlacht Caesar vor den Mauern von Alesia ergeben hatte, wurde die erbetene Gnade nicht gewährt: Er wurde sechs Jahre später, nach Caesars Triumphzug 46 v. Chr., in Rom hingerichtet.

Plutarch gibt an, dass im Gallischen Krieg Caesars eine Million Gallier ihr Leben verloren und eine weitere Million Menschen versklavt wurden. Caesar berichtete in den Commentarii de bello Gallico selbst über seine Zeit in Gallien. Die Schrift schildert viele interessante Details aus dem besetzten Land, diente aber vor allem der Rechtfertigung seiner Feldzüge.

Bürgerkrieg

Im Jahr 53 v. Chr. war Crassus auf einem Feldzug gegen die Parther ums Leben gekommen; mit ihm war auch der Großteil seines Heeres von über 40.000 Mann untergegangen. Der Senat wollte von Anfang an ein zweites Konsulat Caesars verhindern. Auch forderte der Senat anfangs von Caesar, dass dieser seine insgesamt zehn Legionen auflösen solle. Caesar weigerte sich, dies zu tun. Am Ende der Verhandlungen und seines Prokonsulats hatte Caesar keine politische Basis in Rom mehr.

Trotz des Verbots, gegen den Willen des Senats Militär nach Italien zu bringen, überquerte er am 10. Januar 49 v. Chr. den Grenzfluss Rubikon. Bei dieser Gelegenheit soll Caesar den berühmten Ausspruch alea iacta est („der Würfel ist gefallen“) von sich gegeben haben.

Im Jahre 48 v. Chr. wurde Caesar erneut zum Konsul gewählt. Er überquerte mit etwa 15.000 Mann die Adria und zog gegen Pompeius, musste aber eine Niederlage bei Dyrrhachium hinnehmen, woraufhin er sich nach Thessalien zurückzog. Auf dem Weg dorthin plünderte er einige Städte und verband sich mit dem Rest seines Heers, das mit Marcus Antonius über die Adria gekommen war. Pompeius wurde anschließend, trotz seiner doppelt so starken Armee, am 9. August desselben Jahres in der Schlacht bei Pharsalos entscheidend geschlagen. Pompeius selbst entkam nur mit knapper Not. Nach diesem entscheidenden Sieg kontrollierte Caesar den größten Teil des östlichen Mittelmeers und war Alleinherrscher im Römischen Reich. Pompeius floh nach seiner Niederlage nach Ägypten, wo er auf Befehl des Königs Ptolemaios XIII. ermordet wurde.

Caesar folgte Pompeius nach Alexandria, wo man ihm den Kopf seines Rivalen und ehemaligen Verbündeten überreichte. In Alexandria wurde er in die dortigen politischen Streitigkeiten hineingezogen. So machte er die Bekanntschaft der jungen Königin Kleopatra.

Dies war der Beginn einer leidenschaftlichen Liebesbeziehung, die in der Folgezeit noch für viel Unruhe sorgte. Mit Kleopatra hatte Caesar ein Kind mit dem Namen Ptolemaios Kaisarion. Caesar setzte sich für Kleopatra ein. Anschließend wandte sich Caesar gegen Pharnakes II. von Pontus, der die römischen Provinzen in Kleinasien plünderte. Nach einem nur fünftägigen Feldzug wurde Pharnakes geschlagen und aus Kleinasien vertrieben. Caesars berühmter Ausspruch: „Ich kam, ich sah, ich siegte“ („veni vidi vici“) war auf den kurzen Feldzug gegen Pharnakes gemünzt.

Nach dem Sieg über Pharnakes II. zog Caesar in zwei Feldzügen gegen die restlichen Pompeianer: Im Afrikanischen Krieg schlug Caesar am 6. April 46 v. Chr. in der Schlacht bei Thapsus in der Provinz Africa unter Metellus Scipio und Cato dem Jüngeren. Cato beging nach der militärischen Katastrophe in seiner Festung Utica Selbstmord, und Caesar löste das Königreich Numidien auf. Nach einem kurzen Aufenthalt in Rom zog er nach Hispanien und schlug dort 45 v. Chr. die Söhne des Pompeius in der Schlacht bei Munda. Somit waren die letzten Pompeianer bzw. Republikaner ausgeschaltet und die Republik faktisch am Ende.

Diktatur

Bereits vor dem endgültigen Erlangen der Alleinherrschaft in Rom entfaltete Caesar eine umfangreiche Gesetzestätigkeit (Leges Iuliae), um das römische Staatswesen grundlegend zu reformieren.

Schon nach seiner Rückkehr aus Ägypten im Jahre 46 v. Chr. hatte Caesar sich zum Diktator auf zehn Jahre ernennen lassen. Nach seinem letzten militärischen Erfolg in Spanien wurde er vom Senat zum dictator perpetuus (Diktator auf Lebenszeit) ernannt. Die Frage, ob Caesar wirklich den Titel eines Königs anstrebte oder sich mit der Diktatur begnügen wollte, beschäftigt die Historiker bis heute.

Tod

Caesar wurde an den Iden des März (15. März) 44 v. Chr. von einer Gruppe Senatoren um Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus während einer Senatssitzung im Theater des Pompeius mit 23 Messerstichen ermordet. Zur Verschwörung gehörten insgesamt etwa 50 bis 60 Personen.

Dabei ging es Caesar am Morgen des Tages schlecht, und er wollte nicht an der Senatssitzung teilnehmen. Zudem hatte seine Frau Calpurnia Vorahnungen einer Katastrophe. Decimus Brutus wurde deshalb entsandt, um Caesar zu überreden, doch noch an der Senatssitzung teilzunehmen, und konnte den Diktator umstimmen. Bei seiner Ermordung soll Caesar auf Griechisch seine berühmten letzten Worte an Marcus Brutus gerichtet haben: „Auch Du, mein Sohn“, lat.: Et tu, Brute?). Der Mord an Caesar bezeichnet man auch als Tyrannenmord.

Bestattung

Caesars Bestattung verlief am 20. März 44 v. Chr. unter tumultartigen Umständen. Marcus Antonius, der Konsul des Jahres 44 v. Chr., leitete die Bestattungszeremonie. Auf dem Forum Romanum wurde die blutgetränkte Kleidung des Diktators gezeigt; die Errichtung des Scheiterhaufens auf dem Marsfeld habe mehrere Tage in Anspruch genommen. Antonius ließ Caesars Testament, wonach jeder Bürger 300 Sesterzen erhalten sollte, und zusätzlich einen Senatsbeschluss verlesen, der Caesar, wie Sueton schreibt, „alle göttlichen und menschlichen Ehren“ zuerkannte.

Dem Tod Caesars folgten weitere  Bürgerkriege, die bis zum Jahr 31 v. Chr. dauern sollten.

Cäsar als Schriftsteller

Caesar verfasste über seinen Feldzug in Gallien in sieben Büchern die Commentarii De bello Gallico („Kommentare über den Gallischen Krieg“), denen die jährlich abgefassten Dienstberichte an den Senat zugrunde lagen. Die Commentarii sind bis heute wegen ihrer einfachen und klaren Sprache (der Wortschatz beschränkt sich auf etwa 1300 Wörter) ein Standardwerk für die Anfangslektüre im schulischen Lateinunterricht. Caesar beschreibt in dem Werk anschaulich die Schlachten und Intrigen während der neun Jahre, in denen er die Heere der gallischen Stämme vernichtete, die Widerstand leisteten. Von Interesse sind zudem die zahlreichen Bemerkungen zu den Lebensverhältnissen der Gallier, Germanen und Britannier.

In dem Werk Commentarii De bello Gallico beschreibt Caesar das Gallien seiner Zeit. Der berühmte erste Satz lautet:

Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani, tertiam qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appellantur.

„Gallien ist im ganzen unterteilt in drei Teile, von denen der eine von den Belgern bewohnt wird, der zweite von den Aquitanern, und der dritte von denen, die in ihrer eigenen Sprache ‚Kelten‘, in unserer ‚Gallier‘ genannt werden.“

Außerdem verfasste Caesar noch ein Werk über die erste Phase des Bürgerkrieges, die Commentarii De Bello Civili.

Porträt

Das einzige inschriftlich gesicherte Porträt Caesars, das zu Lebzeiten entstand, ist auf Münzen überliefert, die in seinem letzten Lebensjahr geprägt wurden. Sie zeigen eine magere Person mit hoher Stirn und langem, faltigen Hals.

Sueton beschrieb Caesar als hochgewachsen, seine Hautfarbe war weiß, er hatte kräftige Glieder, ein etwas zu volles Gesicht und schwarze, lebhafte Augen. Er bekam früh eine Glatze, Körperhaare ließ er ausrupfen. Außerdem litt Caesar an Epilepsie.

Kalenderform

Im Jahre 46 v. Chr. führte Caesar anstelle des alten römischen Mondkalenders den aus Ägypten stammenden Sonnenkalender ein. Nach Caesars Tod wurde sein Geburtsmonat, der mensis Quintilis, ursprünglich fünfter Monat des römischen Jahres, in mensis Iulius, dt. „Juli“, umbenannt. Der nach ihm benannte Julianische Kalender galt in den katholischen Ländern bis ins 16. Jahrhundert, als er durch den genaueren Gregorianischen Kalender abgelöst wurde.

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Die Buddenbrooks – Mann’sche Ironie

Mann war großer Fan von Ironie – aktiver (Kapitel 18) und passiver (Kapitel 81 – 83).

Die aktive Ironie, also jene, die man beim Lesen direkt heraushört bzw. herausliest, lässt sich vor allem in dem Kapitel finden, in dem Grünlich das erste Mal auftritt (Kapitel 18). Besonders auf Seite 95 ganz unten findet sich ein Abschnitt, in dem es nur so vor Ironie trieft: „Herr Gründlich lobte die vornehme Anlage des Hauses, er lobte die ganze Stadt überhaupt, er lobte auch die Cigarre des Konsuls und hatte für Jeden ein liebenswürdiges Wort.“ Allerdings lässt sich diese Form der Ironie nicht überall finden, viel eher lässt sich eine passive, typische Mann-Ironie finden, die exemplarisch an der Sterbeszene der Konsulin in den Kapitel 81 bis 83 untersucht werden soll.

In diesen Kapiteln stirbt die Konsulin und es lässt sich an vielen Stellen Ironie finden. Es beginnt damit, dass das grausame Leide der Sterbende von den Ärzten bagatellisiert wird, ja sogar verniedlicht. Und auch der Erzähler lenkt den Fokus auf völlig andere Dinge, wie zum Beispiel die Möbel oder das Wetter.

Ihr Sohn Christian lenkt die Aufmerksamkeit der Personen  auf sich selbst und leidet für sich. Er lässt das Leiden seiner Mutter praktisch außen vor und interessiert sich auch nicht für die Gefühle der anderen Personen. Und auch Tony handelt nicht normal, so bringt sie ihr „Hintergrundwissen“ sachlich ein und will sich damit beweisen und Distanz zum Geschehen schaffen.

Die Mann’sche Ironie beschränkt sich also auf die Unangemessenheit der Darstellung (Form und Inhalt passen nicht zusammen), wie die komischen Elemente innerhalb grausamer Szenen. Thomas Mann verwendet die Ironie um die Selbsterhaltung der Personen durch die Distanzierung des Geistes von der Daseinstragik darzustellen. Er versteht die Ironie also als Kritik des Lebens, der Wirklichkeit und auch der menschlichen Gesellschaft.

 

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Hirnhautentzündung

Die Hirnhautentzündung, mit Fachbegriff Meningitis genannt, bezeichnet eine Entzündung der schützenden äußeren Hüllen von Gehirn und Rückenmark.

Die Erkrankung wird durch Viren, Bakterien oder andere Kleinstlebewesen verursacht.

Eine Hirnhautentzündung kann aufgrund der unmittelbaren Nähe der Entzündung zu Gehirn und Rückenmark lebensbedrohlich sein, sie wird deshalb immer als medizinischer Notfall angesehen.

In der Regel wird das Vorliegen einer Hirnhautentzündung durch eine Lumbalpunktion, dazu später mehr, bestätigt oder ausgeschlossen. Eine Hirnhautentzündung kann, vor allem, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, zu schwerwiegenden Folgeschäden führen.

Symptome

Eine Hirnhautentzündung löst bei Erwachsenen schwere Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit aus; außerdem können hohes Fieber und Bewusstseinsminderung der Fall sein.

Bei Kindern gibt es diese charakteristischen Symptome nicht, bei diesen äußert sich eine Hirnhautentzündung oft durch Reizbarkeit und kränkliches Verhalten.

Weitere Hinweise für eine Hirnhautentzündung sind das Kernig-Zeichen, wobei der Patient meist mit angezogenen Beinen im Bett liegt und die Knie nicht strecken kann, und das Brudzinski-Zeichen, bei dem die Beide automatisch beim Vorbeugen des Kopfes angezogen werden.

Ursachen

Eine Hirnhautentzündung wird gewöhnlich durch Infektionen verursacht. Also durch Viren, Bakterien und Parasiten.

Im Falle einer Infektion durch Bakterien, hängt es vom Alter des Patienten ab, welche bakteriellen Erreger eine Meningitis verursachen. Bei Säuglingen werden häufig Streptokokken gefunden. Außerdem manchmal durch Kolibakterien. Ältere Kinder erkranken im Gegensatz dazu eher an Meningokokken. Bei Erwachsenen verursacht manchmal Schädel-Hirn-Trauma eine Hirnhautentzündung, indem Bakterien durch die Nase in die Schädelhöhle gelangen.

Im Gegensatz zu Bakterien, verursachen nur wenige Viren eine Hirnhautentzündung, wie der – durch Nagetiere übertragene – Virus der Lymphozytären Choriomeningitis (LCMV).

Die viral ausgelöste Art der Hirnhautentzündung wird bei immunschwachen Menschen sehr begünstigt. Zudem besteht die Gefahr einer chronisch verlaufenden Erkrankung, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit eines derartigen Falles nicht besonders hoch, da dies einzig durch die Herpes-simplex-Viren ausgelöst werden kann.

Außerdem können Parasiten, wie zum Beispiel Fadenwürmer, und vor allem Zecken eine Hirnhautentzündung übertragen bzw. auslösen.

Neben diesen 3 genannten Möglichkeiten gibt es auch nichtinfektiöse „Verursacher“. Sie sind das Ergebnis von verschiedenen Prozessen:

  • Ausbreitung von Krebszellen auf die Hirnhäute
  • Nebenwirkungen bestimmter Medikamente
  • Entzündliche Erkrankungen

In seltenen Fällen kann eine Migräne eine Hirnhautentzündung verursachen.

Krankheitsentstehung

Bei der bakteriellen Hirnhautentzündung können die Erreger über das Blut zu den Hirnhäuten gelangen oder direkt von dem Schleimhäuten der Nase dorthin wandern. Meist geht dem ein viraler Infekt voraus.

Sind die Bakterien erst einmal im Blut, gelangen sie über Bereiche, in denen die Blut-Hirn-Schranke schwächer ausgeprägt ist in die Spinnwebshaut.

Die Entzündung ist nicht die Folge der Keimvermehrung sondern die Reaktion des Immunsystems auf die Keimbesiedelung. Daraus folgt eine Aktivierung weiterer Bestandteile des Immunsystems.

In der Folge tritt eine sog. „Schrankenstörung“ auf. Dies verursacht nicht nur einen Flüssigkeitsübertritt ins Hirngewebe sondern auch ein Eindringen von weißen Blutkörperchen in die Spinngewebshaut. Diese tragen wesentlich zum Entzündungsgeschehen bei. So kommt es auch zu einer Entzündung der Hirngefäßwände, die zu einer Störung der Hirndurchblutung führt.

Dies bewirken einen erhöhten Hirndruck und eine Minderdurchblutung des Gehirns mit der Folge des Zelltodes von Nervenzellen.

Diagnostik

Bei Verdacht auf eine Hirnhautentzündung, kann das Blut auf Veränderungen  untersucht werden.

Mittels Lumbalpunktion wird Hirn-Rückenmarksflüssigkeit, das sogenannte Liquor, gewonnen. Anschließend kann der Druck in der Spinngewebshaut gemessen werden. Bei einer bakteriellen Meningitis ist der Liquor-Druck meist erhöht.

Die Hirn-Rückenmarksflüssigkeit wird außerdem auf rote und weiße Blutkörperchen sowie auf Protein- und Glukosegehalt untersucht.

Eine Gram-Färbung, hierbei wird der Liquor speziell eingefärbt, kann zum Nachweis von Bakterien dienen. Mit einer Genauigkeit von 40% ist diese Methode sehr ungenau.

Zahlreiche Testmethoden werden verwendet, um die unterschiedlichen Arten von Hirnhautentzündungen zu identifizieren. Ein Einsatz wird jedoch nicht empfohlen, da das Ergebnis nur selten zur Anpassungen der Therapie führt. Aber es kann hilfreich sein, wenn andere Testmethoden versagen.

Auch noch nach dem Tod kann eine Hirnhautentzündung festgestellt werden. Dabei finden sich insbesondere an der innersten Schicht und der Spinngewebshaut entzündliche Veränderungen.

Vorbeugende Maßnahmen

In der heutigen Zeit gibt es Testmethoden, um einer Hirnhautentzündung  vorzubeugen, oder dagegen immun zu werden.

Es wird bei allen Schwangeren empfohlen eine mikrobiologische Untersuchung zu machen; dabei kann festgestellt werden, ob der Embryo an einer Hirnhautentzündung  erkrankt ist. Wenn das Ergebnis positiv ist, wird kurz vor der Geburt Antibiotika verabreicht.

In den 1980ern wurde in vielen Ländern eine Impfung gegen Hirnhautentzündung  für Kinder aufgenommen, wodurch in diesen Ländern die Zahl der Erkrankten deutlich zurück gegangen ist.

Prognose

Unbehandelt ist die bakterielle Hirnhautentzündung  fast immer tödlich. Eine, durch Viren verursachte Erkrankung, neigt dagegen dazu, spontan zu verschwinden und ist nur selten tödlich.

Die Gefahr des Todes ist stark vom Alter abhängig. Säuglinge können in 20-30% der Fälle sterben. Dieses Risiko ist viel geringer bei älteren Kindern; hier beträgt die Sterblichkeit nur etwa 2%, steigt aber bei Erwachsenen wieder auf ca. 20-40% an. Insgesamt kommen in den westlichen Ländern auf 100.000 Einwohner 3 Todesfälle pro Jahr. Obwohl die Hirnhautentzündung  eine Meldepflichtige Krankheit ist, sind genaue Zahlen nicht bekannt.

Bei Kindern kann eine Hirnhautentzündung  eine Reihe von Folgeschäden verursachen. Zum Beispiel Lernbehinderung oder Verhaltensauffälligkeiten ebenso wie eine Intelligenzminderung können bei bis zu 15% auftreten.

Bei Erwachsenen verlaufen etwa zwei Drittel der Fälle ohne Folgeschäden.

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Die Buddenbrooks – Sterbefälle

In „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“ sterben in jedem Teil Personen, allerdings gibt es (meiner Meinung) nach einige wichtige Sterbefälle, zumindest Sterbefälle, die den Lauf der Handlung bestimmen.

Es beginnt mit dem Tod der alten Buddenbrooks (Antoinette und Johann der Ältere) im vierzehnten Kapitel. Mit deren Tod wird praktisch eine neue Ära in der Familie und der Firma eingeleitet. Und spätestens mit dem Tod von Jean (Johann) Buddenbrook in Kapitel 43 ist der alte Glanz der Familie und Firm vollkommen erlischt, denn ab dann geht es bergab, sozusagen kommt der Verfall, der mit dem Tod der beiden alten Buddenbrooks eingeläutet wurde, richtig ins Rollen.

Auch der Tod des ehemaligen Senators Möllendorpf in dem Kapitel 66 ist für den weiteren Verlauf der Handlung entscheidend, denn so bewirbt sich Thomas für den Posten als Senator (Kapitel 66) und gewinnt schließlich gegen seine Konkurrenz (Kapitel 67).

Mit dem Tod von Thomas Buddenbrook in Kapitel 91 steht die Familie dann vor dem Ende, denn so gibt es neben seinem Bruder Christian, der in einer Nervenklinik ist, nur noch einen männlichen Überlebenden der Familie, nämlich seinen Sohn Hanno, doch als dieser dann auch stirbt (Kapitel 97) ist das Ende der Familie besiegelt.

Auffallend ist, mit Ausnahme des Todes von Möllendorpf, der ja nun auch nicht zur Familie gehörte, dass die Quantität der Darstellungen steigt. Bei den beiden alten Buddenbrooks sind es gerade mal 3,5 Seiten, bei Jean (Johann) Buddenbrook hat dagegen schon 6-7 Kapitel und als Thomas Buddenbrook dann schließlich stirbt sind es knapp 18 Seiten.

Dagegen nimmt die „Qualität/Würde“ des Sterbens ab, so werden die Personen immer jünger und kränklicher; die beiden alten Buddenbrooks sterben in hohem Alter an Altersschwäche, doch Thomas Buddenbrook ist gerade mal 49 Jahre alt und stirbt an einem Zahn. Darüber hinaus werden die Personen immer einsamer und sterben nicht mehr, wie die beiden alten Buddenbrooks, im Kreise der Familie, sondern alleine, ohne von der Familie umgeben zu sein (vgl. Thomas Buddenbrook). Hanno schließlich ist erst 16 Jahre alt und stirbt an Typhus, aufgrund eines Sturzes in einen See.

Die Sterbefälle in „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“ sind zentraler Teil der Handlung und nehmen sowohl Einfluss auf die einzelnen Figuren, wie auch auf den Verlauf der Handlung.

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Mozart

Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Januar 1756 in Salzburg geboren. Sein Vater Leopld war Lehrer und Komponist und spielte Violine. Schon als Kind interessierte sich W. A.  Mozart für die Musik. Mit 4 Jahren beschäftigte er sich damit, Noten mit Tinte aufs Papier zu schreiben. Er wollte ein Konzert fürs Klavier schreiben. der kleinen Mozart konnte schon als Kind Klavier und Geige spielen und mit 6 Jahren entstand seine erste Komposition.

1762 spielte er am Kaiserhof in Wien. 1763 unternahm er mit seinem Vater und seiner älteren Schwester, die auch Klavier spielte, eine große Konzertreise, die drei Jahre dauerte. Er kam in viele Städte z. B München und Frankfurt und weiter nach Paris und London. Überall hatte er viel  Erfolg und wurde als Wunderkind gefeiert. Nach seiner Rückkehr von der Reise blieb er einige Zeit in Wien und mit 13 Jahren wurde er in Salzburg zum fürstbischöflichen Konzertmeister ernannt. 1769 -1771 reiste er nach Italien Hauptstationen waren Mailand, Rom  Neapel,Venedig, Bolongna. Die Menschen waren von seiner Musik begeistert.

Die weiten Reisen waren oft beschwerlich und sehr anstrengend. Obwohl er in Salzburg als Konzertmeister angestellt war, nahm er gleich wieder  Urlaub für seine 2. erfolgreiche Italienreise. Bei der 3. Italienreise von Okt 1772- März 1773 hatte er nicht mehr so viel Erfolg. 1772 starb Mozarts Arbeitgeber in Salzburg und vom neuen Fürstbischof bekam  er nicht mehr so viel Urlaub.  1777-1779 hielt er sich in München, Mannheim und Paris auf. Aber der Erfolg blieb auch hier aus.

Sein Vater wollte, dass er zurückkommt und schrieb ihm viele Briefe. Er bekam finanzielle Schwierigkeiten und hatte Schulden. Sein Vater riet ihm, mit Musikunterricht Geld zu verdienen. Als seine Mutter, die ihn begleitete, 1778 in Paris starb, entschloss sich Mozart nach Salzburg in seine alte Stellung zurückzugehen. Dort arbeitete er dann einige Zeit als Hoforganist und durfte mit einigen Hofmusikern nach Wien gehen. Er wollte für das Wiener Theater eine Oper komponieren, doch der Fürstbischof rief ihn nach Salzburg zurück. Das gefiel Mozart gar nicht und er ließ sich aus seinem Amt entlassen.

Viele seiner Werke schrieb er in der Zeit als er sich in Salzburg aufhielt.  1781 ließ er sich dann endgültig in Wien nieder und heiratete dort 1782 Konstanze Weber. Er war nun ein freier Künstler ohne feste Anstellung. Das  war zu dieser Zeit nicht üblich und sein Vater verstand ihn nicht. Die Begeisterung für Mozarts Musik hielt in Wien nicht lange an. Die Jahre in Wien waren für ihn enttäuschend und er lebte in Not. Erst 1787 verdiente er als kaiserlicher Kammerkomponist wieder etwas Geld.1789 unternahm Mozart eine Reise nach Dresden, Leipzig und Berlin. Dort bot ihm der preußische König Friedrich Wilhelm II. eine gut bezahlte Kapellmeisterstelle an, aber Mozart lehnte sie ab. Mozart starb am 5.September 1791 in Wien.

Er wurde in einem Armengrab beigesetzt. Niemand weiß genau wo. Mozart schrieb während seines Lebens viele Werke z.B. Klavierkonzerte, Violinkonzerte, Kammermusik, Kirchenmusik und Opern.  Bekannte Stücke sind z.B. die kleine Nachtmusik und die Oper “die Zauberflöte”. Sein letztes Werk, das er schrieb, war das “Requiem”, das er nicht mehr  vollenden konnte.  Ein Freund von ihm schrieb es noch zu Ende.  Mozart war ein bedeutender Komponist und seine Musik wird bis heute gespielt und gerne gehört.

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