Wie man richtig eine Inhaltsangabe schreibt

Viele Schüler unterschätzen die Tücken, die mit dem Schreiben einer Inhaltsangabe verbunden sind. Ohne sich tiefer gehende Gedanken über dessen Sprache und Struktur zu machen, wird versucht, diese nach der Lektüre eines Textes möglichst schnell zu Papier zu bringen. Dabei ist es eigentlich so wichtig, genaue Vorüberlegungen darüber anzustellen, wie eine Inhaltsangabe aufgebaut sein soll.

Wichtige Merkmale

Vorab ist darauf hinzuweisen, dass es signifikante Unterschiede zwischen einer schulischen Inhaltsangabe und solchen, die von Buch- oder Drehbuchautoren für ihren 600-seitigen Roman oder ihren 2-stündigen Hollywood-Blockbuster geschrieben werden. Auf die zweit genannte Form der Inhaltsangabe wird hier nicht näher eingegangen. Es sei an dieser Stelle lediglich gesagt, dass diese deutlich pathetischere Formulierungen enthält, also bewusst auf ein gewisses Maß an Nüchternheit verzichtet wird.

Eine schulische Inhaltsangabe muss vom Aufbau her in Einleitung, Hauptteil und Schluss aufgeteilt werden. Eines ihrer wichtigsten Merkmale ist ihr sehr prosaischer Stil. Die verwendeten Formulierungen müssen knapp und präzise sein. Daher wird darauf verzichtet, die Substantive durch ausschmückende Adjektive, die keinen wirklichen inhaltlichen Nutzen haben, zu ergänzen. In dem Zusammenhang ist es außerdem wichtig, sollte der Text in der Ich-Perspektive geschrieben worden sein, diese für seine Inhaltsangabe nicht zu übernehmen, sondern sie in der er/sie-Perspektive zu schreiben.

Darüber hinaus sind Zitate wegzulassen und stattdessen die indirekte Redewiedergabe zu verwenden. Es ist jedoch eher zu empfehlen, generell keinen Bezug auf Redebeiträge (ob nun direkte oder indirekte) zu nehmen, da es sich bei der Inhaltsangabe um eine allgemein gehaltene Zusammenfassung eines Textes handelt und der Fokus auf eine bestimmte Person in den meisten Fällen eine zu detaillierte Darstellung des Textinhalts wäre. Als Erzähltempus ist das Präsens zu verwenden.

Zweck der Inhaltsangabe

In einer Inhaltsangabe sollen die wichtigsten Geschehnisse einer Erzählung komprimiert zusammengefasst werden. Dabei ist nur der primäre Handlungsstrang zu berücksichtigen, da er den inhaltlichen Kern eines Textes darstellt. Auf sekundäre Handlungsstränge ist im Rahmen einer Inhaltsangabe nicht näher einzugehen. Der Zweck einer Inhaltsangabe ist also grob gesagt, die Handlung aufs Wesentliche zu reduzieren und dem Leser so einen Eindruck darüber zu vermitteln, worum es in einer Geschichte hauptsächlich geht.

Sprachliche Gestaltung

Die Sprache der Inhaltsangabe darf nicht ausufernd und ausschmückend sein. Man sollte die Sätze einfach formulieren und sich bei der Gestaltung des Textes keinesfalls am Original orientieren. So ist die Verwendung von Metaphern und anderen sprachlichen Stilmitteln in einer Inhaltsangabe nicht angebracht. Sie setzt sich aus folgenden gestalterischen Elementen der Sprache zusammen:

  • Knappe und kurze Sätze
  • Nüchterne Formulierungen
  • Beschränkung auf das Wesentliche
  • Nur die wichtigsten Charaktere
  • Wichtige Zusammenhänge zwischen den Elementen der Geschichte

Aufbau

Wer eine Inhaltsangabe korrekt schreiben will, der muss sich an dessen aus Einleitung, Hauptteil und Schluss bestehenden grundlegenden Aufbau halten. Diese grobe Gliederung muss sich in jeder Inhaltsangabe wiederfinden lassen, darf also keinesfalls außer Acht gelassen werden.

Einleitung:

In der Einleitung müssen die wesentlichen Kurzinformation stehen, die als Rahmen für die Handlung der Geschichte dienen. Es handelt sich dabei um folgende Elemente:

  • Name des Autors
  • Titel der Geschichte
  • Textsorte des Textes
  • Entstehungszeit des Textes
  • Wann und wo die Handlung spielt
  • Die wichtigsten Charaktere
  • Kurzer Ausblick auf die Handlung

Hauptteil:

Im Hauptteil wird die Handlung chronologisch wiedergegeben. Weniger relevante Details sind wegzulassen. Die Ausgangssituation muss beschrieben und der Inhalt abschnittsweise dargestellt werden. Darüber hinaus ist die Motivation des Protagonisten und weiterer wichtiger Charaktere zu erläutern. Ebenso sollte das Ende der Geschichte verraten werden, da nur dann die Handlung vollständig dargestellt wurde.

Schluss:

Der Schluss einer Inhaltsangabe ist fakultativ (freiwillig), nicht obligatorisch (verpflichtend). In ihm kann ein persönliches Resümee gezogen und die Wirkung des Textes auf die eigene Person beschrieben werden. Außerdem sollte man näher auf die Absicht des Autors eingehen und welchem Zweck der Text vermeintlich dient.

Ein Text von Thomas Hagenlüke.

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