Adam Smith und seine unsichtbare Hand

Adam Smith, mittlerweile sehr bekannt für seine Theorie der unsichtbaren Hand, war eigentlich Moralphilosoph und Aufklärer, gilt jedoch auch, dank seiner Theorie der unsichtbaren Hand, als Begründer der klassischen Nationalökonomie, die den Anfang der modernen Volkswirtschaftslehre bildet.

Der Klassiker, wie er häufig genannt wird, vertritt mit seiner unsichtbaren Hand den Standpunkt des klassischen Liberalismus, laut dem der Staat die Finger aus der Wirtschaft lassen muss, da diese sich von alleine lenke. Damit erwähnte er mit als erster den Gedanken, dass es eine Trennung zwischen Staat(swesen) und Wirtschaft(sgeschehen) geben muss.

Die Theorie – oder: wer die Einzelnen lenkt

Smith geht davon aus, dass der Einzelne „stets darauf bedacht [ist] herauszufinden, wo er sein Kapital […] so vorteilhaft wie nur irgend möglich einsetzen kann“[1] und äußert damit einen gewissen Egoismus des Menschen. Er glaubt, dass jeder Einzelne nach dem eigenen Vorteil strebt und dieses, so gut wie möglich, vergrößern will.

Von dieser These geht Smith aus und baut darauf seine Theorie der unsichtbaren Hand auf, denn er behauptet, dass der Einzelne dort das Kapital einsetzt, wo es ebenfalls dem ganzen Land nutzt, doch geschieht dieses nicht bewusst, sondern durch die unsichtbare Hand. Und darauf aufbauend, sagt er, dass durch diese unsichtbare Hand immer der bestmöglichste Weg eingeschlagen wird und der Staat sich deshalb nicht um die Wirtschaft kümmern muss.

Der Staat bei Smith

Wie oben schon erwähnt, soll sich der Staat laut Smith aus dem Wirtschaftsgeschehen raushalten und sich drei anderen Aufgaben widmen: Schutz der Bevölkerung vor Gewalt, das Justizwesen auszubauen und zu unterstützen und schließlich noch, „bestimmte öffentliche Anstalten und Einrichtungen“[2] zu gründen und zu fördern, womit beispielsweise Schulen gemeint sind. Dabei sagt er jedoch auch, dass die Unterstützungen so gewählt und gesetzt werden sollten, dass der größte Teil der Bevölkerung davon profitiert.

„Wenn die unsichtbare Hand nicht funktioniert: Marktmacht und Marktversagen“[3]

In der Volkswirtschaftslehre gibt es zwei klassische Fälle für das Versagen von Smiths unsichtbarer Hand, nämlich auf der einen Seite das Marktversagen und auf der anderen Seite die Marktmacht. Beides hängt fest mit den zwei Gründen für eine Regierung, in die Marktwirtschaft einzugreifen, zusammen: die Effizienssteigerung und Förderung der Gerechtigkeit.

Wenn die unsichtbare Hand nach dem von Smith skizzierten Rahmen funktioniert, verteilt sich Ressourcen effizient und so, dass sowohl der Einzelne, wie auch die breite Masse einen Vorteil daraus ziehen kann. Als Marktversagen wird das Versagen der effizienten Ressourcenverteilung verstanden und ist ein Kriterium für den Eingriff des Staates ins Wirtschaftsgeschehen. (Hier ist noch einmal wichtig festzuhalten, dass das die moderne Interpretation der Volkswirtschaftslehre von Smiths Theorie ist!)

Bei der Markmacht handelt es sich um ein immer häufiger auftretendes Phänomen, laut dem die Fähigkeit, die Marktpreise übermäßig zu beeinflussen bei Einzelnen oder aber einer kleinen Gruppe liegt. Auch hier hat die unsichtbare Hand so versagt, dass der Staat eingreifen und gegenlenken muss, um eine schlimmere Katastrophe zu verhindern. Bestes Beispiel ist die Monopolbildung in einem bestimmten Bereich!

Denkfehler

Die Theorie der unsichtbaren Hand weist einen Denkfehler auf: von der Wirtschaft werden immer nur die belohnt und bezahlt, die der Wirtschaft den größten Nutzen bringen und am meisten produzieren bzw. verkaufen. Das bedeutet ganz einfach, dass es eine ungerechte Verteilung des ökonomischen Wohlstands gibt – die gab es auch zu Zeiten von Smith schon, man denke nur an den reichen Adel und die bettelarme Unterschicht – und die unsichtbare Hand damit nicht einwandfrei funktioniert.


[1] Smith, Adam [1993]: Der Wohlstand der Nationen. Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen, hrsg. U. übers. Von Horst Claus Recktenwald, dtv, München, S. 363 – 371 und S.582f

[2] Smith, Adam [1993]: Der Wohlstand der Nationen. Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen, hrsg. U. übers. Von Horst Claus Recktenwald, dtv, München, S. 363 – 371 und S.582f

[3] Dialog  SoWi 2, hrsg. v. Edwin Stiller, Schöningh Verlag und C.C.Buchner, 2007, S. 27

Über Philipp Schneider

Noch Schüler, ab dem nächsten Jahr hoffentlich Student der Philosophie || Veröffentlichungen hier vor allem in dern Rubriken Philosophie und Deutsch, aber auch Biologie und Sozialwissenschaften
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2 Antworten auf Adam Smith und seine unsichtbare Hand

  1. Old Whig sagt:

    Denkfehler?
    hier heißt es zum Beispiel „von der Wirtschaft werden immer nur die belohnt und bezahlt, die der Wirtschaft den größten Nutzen bringen und am meisten produzieren bzw. verkaufen. Das bedeutet ganz einfach, dass es eine ungerechte Verteilung des ökonomischen Wohlstands gibt „.
    Worin soll da der Denkfehler von Smith oder der Philosophie freien Marktwirtschaft bestehen? Wieso „bedeutet das ganz einfach…“? Wie wird das argumentiert?
    Hat der Autor überhaupt Smith oder J.St.Mill oder Bastiat oder Mises oder Hayek (den Nobelpreisträger) oder sonst irgendwas einschlägiges gelesen?
    Ich empfehle zumindest http://preview.tinyurl.com/77nltu3 „Vom Wert der besseren Ideen“, bevor offenbar unreflektierte Gemeinplätze des Sozialismus wiederholt werden.

  2. young whig sagt:

    Du weisst schon, dass Du den Text eines Schülers kritisierst?
    Du merkst schon, dass Deine Kritik sehr harsch formuliert ist?
    Dir fällt auf, dass Dein Gegenargument, der Verweis auf eine
    höhere Autorität ist?
    Ist es vielleicht so, dass der Stein über den der junge
    Herr Scheider in seinem Eifer zu denken, nach zudenken, ins
    Stolpern kam, von Dir nicht so einfach aus dem Weg geräumt
    werden kann?
    „Wenn die unsichtbare Hand nach dem von Smith skizzierten Rahmen funktioniert, verteilt sich Ressourcen effizient und so, dass sowohl der Einzelne, wie auch die breite Masse einen Vorteil daraus ziehen kann.“
    Das ist des Pudels Kern. Und die Beobachtungen des jungen Herrn Schneiders,
    dass eben dies nicht zutrifft sind keineswegs ausschließlich eine sozialistische
    Sichtweise. Vielmehr lässt mich Ihr Schwarz-Weiß sehen vermuten, dass Sie fundamental gläubig einem Axiom der Wirtschaft aufsitzen.
    Und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, ist jegliches widersprüchliches
    Phänomen eine Ausgeburt roter Phantasie.
    Vielleicht sollten Sie auf Ihre Umwelt eingehen, statt ihre Umwelt anzupassen.
    Nein, lieber wedeln Sie mit der intelektuellen Ikone, und schlagen auf einen jungen
    Geist ein, dass er auf die Großen hören solle, seine Denke anpasse und sich
    konform in die Gräue einfüge, die nicht mehr sucht, nicht mehr hungert.

    Nur der junge Geist, der noch genährt und versorgt ist, ohne seine
    Arbeitsleistung verarkten zu müssen, ist noch zur Philosophie in der Lage.

    Viel Spaß und Erfolg auf Deinem Weg
    Und lass Dich nicht krum biegen
    Der Wunsch nach Gerechtigkeit ist ein legitimer.

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