Goethes Menschenideal – Iphigenie auf Tauris

„Iphigenie auf Tauris“ gehört wahrscheinlich zu Goethes bekanntesten Werken – und das mit Recht! Mit seiner Iphigenie zeigt Goethe nicht nur den Konflikt zwischen Zwang und Wille auf, sondern zeigt dem Leser auch das Menschenideal.

Bevor ich das Menschenideal erläutern will, möchte ich kurz Inhalt des klassischen Dramas wiedergeben. Die Göttin Diana rettet Agamemnons Tochter Iphigenie vor ihrer Opferung durch ihren Vater und bringt sie auf die Insel Tauris, wo sie dem König Thoas fortan als Priesterin dienen muss. Völlig isoliert auf der Insel sehnt sie sich nach ihrer fernen Heimat und ihrer Familie, bis plötzlich ihr Bruder Orest vor ihr steht. Sie weiß nicht, was sie tun soll: ihrem Bruder folgen oder ihre Pflicht als Priesterin nachgehen? Hin- und hergerissen schafft sie es schließlich, Thoas zu überreden, sie ziehen zu lassen und sie ist wieder mit ihrer Familie vereint.

Iphigenie muss sich zwischen Pflicht und Neigung entscheiden. Auf der einen Seite will und muss sie vor allem ihre Pflicht als Priesterin im Tempel der Diana erfüllen, aber auf der anderen Seiten will sie mit ihrem Bruder zusammensein und mit ihm zurück in die Heimat fahren. Doch sie zeigt Harmonie in ihrem Handeln und diese Harmonie führt schließlich sogar zur Humanisierung der Menschheit.

Denn Thoas möchte Iphigenie nicht ziehen lassen, er liebt sie und will, dass sie heiraten. Er würde sie lieber sterben sehen, als ihr die Möglichkeit zu geben, mit ihrem Bruder zurück in die Heimat zu fahren. Aber Iphigenie schafft es, Thoas zu humanisieren, indem sie an ihn appelliert und sagt, dass wenn er sie wirklich liebt, sie gehen lassen sollte.

Damit greift Goethe nicht nur das Menschenideal der Klassik auf, sondern auf in Grundzügen die Kant’sche Ethik, die besagt, dass der gute Wille den moralischen Handlungen und Entscheidungen zugrunde liegen sollte.

Goethes Menschenideal und das Menschenideal der Klassik beruht also auf der Idee, dass der gute Wille die Grundlage von moralischen Handlungen und Entscheidungen ist und dass der Mensch humanisieren und verbessern sollte, in einer Harmonie von Pflicht und Neigung.

Über Philipp Schneider

Noch Schüler, ab dem nächsten Jahr hoffentlich Student der Philosophie || Veröffentlichungen hier vor allem in dern Rubriken Philosophie und Deutsch, aber auch Biologie und Sozialwissenschaften
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