Cäsar

Leben

Gaius Iulius Caesar, geboren am 13. Juli 100 v. Chr. in Rom, entstammte dem angesehenen altrömischen Patriziergeschlecht der Julier (lateinisch gens Iulia). Caesars Familie war nicht reich, gemessen am Standard des römischen Adels, und nur wenige Mitglieder der Familie hatten sich politisch hervorgetan.

Caesar heiratete 84 v. Chr. Cornelia, die Tochter des Konsuls Lucius Cornelius Cinna, der ebenfalls zu der politischen Gruppe der populares gehörte. Die Familienverbindung zu Cinna und seine Verwandtschaft mit Marius brachten Caesar in Opposition zur Diktatur Sullas, der die konservative Gruppe der optimates vertrat. Sulla befahl Caesar die Scheidung von Cornelia, doch dieser widersetzte sich und verließ Rom. Auf die Bitte einflussreicher Freunde hin wurde er zwar bald begnadigt, kehrte aber nicht nach Rom zurück.

Im Jahr 78 v. Chr. ging Caesar als Offizier in den Stab von Publius Servilius Vatia Isauricus, der als Prokonsul in Kilikien die Piraten bekämpfte. Sullas Tod ermöglichte ihm die Rückkehr nach Rom, wo er seine politische Karriere weiterverfolgte. Er begann, wie damals üblich, als öffentlicher Ankläger. Als Ankläger erregte Caesar durch einen Prozess wegen Erpressung gegen Gnaeus Cornelius Dolabella, einen Anhänger Sullas, große Aufmerksamkeit und bewies damit erneut seine Opposition zum Lager der Sullaner. Trotz seiner Niederlage in diesem Fall war Caesars Ruf nicht geschädigt.

Im Jahre 69 oder 68 v. Chr. bekleidete er die Quästur, die unterste Stufe der politisch bedeutenden Ämter der Römischen Republik. Nach Bekleidung dieses Amtes wurde er in den Senat aufgenommen. Doch bevor er nach Spanien abreisen konnte, gab es zwei Todesfälle in seiner Familie. Seine Tante Iulia und seine Frau Cornelia verstarben in einem kurzen Zeitraum nacheinander.

Nach seiner Rückkehr aus Spanien heiratete Caesar Pompeia, eine sehr wohlhabende Enkelin Sullas, deren Reichtum er umgehend für seinen politischen Aufstieg nutzte: 65 v. Chr. war er kurulischer Ädil und errang durch prachtvolle Spiele, durch die er sich hoch verschuldete, große Beliebtheit. 63 v. Chr. wurde Caesar in das bedeutende Amt des Pontifex Maximus, des Oberpriesters, gewählt. Er wurde dabei wie schon bei seinen Spielen als Ädil von Marcus Licinius Crassus, der zu der Zeit als reichster Mann Roms galt, finanziell unterstützt, obwohl nicht klar ist, wie gut das Verhältnis Caesars zu Crassus zu diesem Zeitpunkt war.

Immer wieder gab es Gerüchte, Caesar wäre in die Catilinarische Verschwörung des Jahres 63 v. Chr. verwickelt gewesen. Obwohl er früher Kontakt zu Catilina gehabt hatte, konnte ihm keine Beteiligung an dessen Verschwörung nachgewiesen werden. Im Jahr 62 v. Chr. wurde Caesar zum Prätor gewählt.

Das erste wichtige Amt Caesars außerhalb Roms war die Statthalterschaft (Proprätur) in Spanien. Seine aggressive Kriegsführung gegen die Iberer im Norden des heutigen Portugals festigte seinen Ruf als fähiger Stratege und diente ihm zur Sanierung seiner hoch verschuldeten Finanzen. Damit besaß er die notwendige Voraussetzung für die Bewerbung um das höchste Staatsamt, das Konsulat.

Triumvir und Konsul

Viele Senatoren widersetzten sich jedoch Caesars Ambitionen, Konsul zu werden. Das Triumvirat konnte die Wahl Caesars zum Konsul des Jahres 59 v. Chr. durchsetzen. Seine Amtsführung war im Senat umstritten. Caesar brachte in seinem Jahr als Konsul einige Gesetze mit entscheidenden Neuregelungen durch.

Prokonsul in Gallien

Das Prokonsulat in Gallien bedeutete einen wichtigen Machtgewinn für Caesar. Als Prokonsul konnte er Heere aufstellen. Um seine Macht und seinen Reichtum weiter auszubauen, brauchte er einen Krieg außerhalb der Grenzen des Imperiums, den er bei den zerstrittenen Stämmen Galliens fand, unter denen es seit einigen Jahren größere Unruhen gab. Als die Helvetier, ein Stamm aus der heutigen Schweiz, die Nordgrenze des Römischen Reichs gefährdeten, sah Caesar einen Anlass, militärisch einzuschreiten und schlug die Helvetier bei Bibracte zurück.

Danach zog er gegen die Germanen, die schon seit einiger Zeit unter Ariovist in Gallien eingefallen waren, und schlug sie über den Rhein zurück. Im zweiten Jahr konnte Caesar die Belger, die als das tapferste Volk unter den Stämmen Galliens galten, im Norden Galliens erst nach heftigen Kämpfen unterwerfen.

Im Jahr 56 v. Chr. besiegte sein Offizier Decimus Iunius Brutus Albinus die aufständischen Veneter in der Bretagne, womit Caesar den größten Teil Galliens unter seine Kontrolle bringen konnte.

Noch im Jahr 53 v. Chr. wurde es in Gallien unruhig. Stämme wie die Treverer und Nervier erhoben sich gegen Caesar. Im Jahr 52 v. Chr. erhob sich Vercingetorix, der Fürst der Arverner, gegen die römische Fremdherrschaft. In ihm erwuchs Caesar ein gefährlicher und ihm militärisch ebenbürtiger Gegner. Vercingetorix schnitt die Nachschubwege Caesars ab und konnte ihn erstmals bei Gergovia schlagen. Nach seinem Sieg gab Vercingetorix seine erfolgreiche Defensivtaktik auf und griff die Truppen Caesars an, doch musste er eine Niederlage gegen Caesars hinnehmen, worauf er sich nach Alesia zurückzog.

Caesar begann sofort, die Stadt mit einem etwa 35 km langen Wall zu belagern, doch war ein gallisches Entsatzheer auf dem Weg, um Vercingetorix zu befreien. In der darauffolgenden Schlacht, in der Caesar den Ausbruchsversuch des Vercingetorix abzuwehren und gleichzeitige Entlastungsangriffe zurückzuschlagen hatte, blieb Caesar gegen die weit überlegenen gallischen Heerscharen siegreich. Der gallische Widerstand war endgültig gebrochen, und Caesar konnte mit diesem Sieg über die gallische Koalition die Herrschaft Roms über Gallien für Jahrhunderte sichern. Vercingetorix, der sich nach der verlorenen Schlacht Caesar vor den Mauern von Alesia ergeben hatte, wurde die erbetene Gnade nicht gewährt: Er wurde sechs Jahre später, nach Caesars Triumphzug 46 v. Chr., in Rom hingerichtet.

Plutarch gibt an, dass im Gallischen Krieg Caesars eine Million Gallier ihr Leben verloren und eine weitere Million Menschen versklavt wurden. Caesar berichtete in den Commentarii de bello Gallico selbst über seine Zeit in Gallien. Die Schrift schildert viele interessante Details aus dem besetzten Land, diente aber vor allem der Rechtfertigung seiner Feldzüge.

Bürgerkrieg

Im Jahr 53 v. Chr. war Crassus auf einem Feldzug gegen die Parther ums Leben gekommen; mit ihm war auch der Großteil seines Heeres von über 40.000 Mann untergegangen. Der Senat wollte von Anfang an ein zweites Konsulat Caesars verhindern. Auch forderte der Senat anfangs von Caesar, dass dieser seine insgesamt zehn Legionen auflösen solle. Caesar weigerte sich, dies zu tun. Am Ende der Verhandlungen und seines Prokonsulats hatte Caesar keine politische Basis in Rom mehr.

Trotz des Verbots, gegen den Willen des Senats Militär nach Italien zu bringen, überquerte er am 10. Januar 49 v. Chr. den Grenzfluss Rubikon. Bei dieser Gelegenheit soll Caesar den berühmten Ausspruch alea iacta est („der Würfel ist gefallen“) von sich gegeben haben.

Im Jahre 48 v. Chr. wurde Caesar erneut zum Konsul gewählt. Er überquerte mit etwa 15.000 Mann die Adria und zog gegen Pompeius, musste aber eine Niederlage bei Dyrrhachium hinnehmen, woraufhin er sich nach Thessalien zurückzog. Auf dem Weg dorthin plünderte er einige Städte und verband sich mit dem Rest seines Heers, das mit Marcus Antonius über die Adria gekommen war. Pompeius wurde anschließend, trotz seiner doppelt so starken Armee, am 9. August desselben Jahres in der Schlacht bei Pharsalos entscheidend geschlagen. Pompeius selbst entkam nur mit knapper Not. Nach diesem entscheidenden Sieg kontrollierte Caesar den größten Teil des östlichen Mittelmeers und war Alleinherrscher im Römischen Reich. Pompeius floh nach seiner Niederlage nach Ägypten, wo er auf Befehl des Königs Ptolemaios XIII. ermordet wurde.

Caesar folgte Pompeius nach Alexandria, wo man ihm den Kopf seines Rivalen und ehemaligen Verbündeten überreichte. In Alexandria wurde er in die dortigen politischen Streitigkeiten hineingezogen. So machte er die Bekanntschaft der jungen Königin Kleopatra.

Dies war der Beginn einer leidenschaftlichen Liebesbeziehung, die in der Folgezeit noch für viel Unruhe sorgte. Mit Kleopatra hatte Caesar ein Kind mit dem Namen Ptolemaios Kaisarion. Caesar setzte sich für Kleopatra ein. Anschließend wandte sich Caesar gegen Pharnakes II. von Pontus, der die römischen Provinzen in Kleinasien plünderte. Nach einem nur fünftägigen Feldzug wurde Pharnakes geschlagen und aus Kleinasien vertrieben. Caesars berühmter Ausspruch: „Ich kam, ich sah, ich siegte“ („veni vidi vici“) war auf den kurzen Feldzug gegen Pharnakes gemünzt.

Nach dem Sieg über Pharnakes II. zog Caesar in zwei Feldzügen gegen die restlichen Pompeianer: Im Afrikanischen Krieg schlug Caesar am 6. April 46 v. Chr. in der Schlacht bei Thapsus in der Provinz Africa unter Metellus Scipio und Cato dem Jüngeren. Cato beging nach der militärischen Katastrophe in seiner Festung Utica Selbstmord, und Caesar löste das Königreich Numidien auf. Nach einem kurzen Aufenthalt in Rom zog er nach Hispanien und schlug dort 45 v. Chr. die Söhne des Pompeius in der Schlacht bei Munda. Somit waren die letzten Pompeianer bzw. Republikaner ausgeschaltet und die Republik faktisch am Ende.

Diktatur

Bereits vor dem endgültigen Erlangen der Alleinherrschaft in Rom entfaltete Caesar eine umfangreiche Gesetzestätigkeit (Leges Iuliae), um das römische Staatswesen grundlegend zu reformieren.

Schon nach seiner Rückkehr aus Ägypten im Jahre 46 v. Chr. hatte Caesar sich zum Diktator auf zehn Jahre ernennen lassen. Nach seinem letzten militärischen Erfolg in Spanien wurde er vom Senat zum dictator perpetuus (Diktator auf Lebenszeit) ernannt. Die Frage, ob Caesar wirklich den Titel eines Königs anstrebte oder sich mit der Diktatur begnügen wollte, beschäftigt die Historiker bis heute.

Tod

Caesar wurde an den Iden des März (15. März) 44 v. Chr. von einer Gruppe Senatoren um Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus während einer Senatssitzung im Theater des Pompeius mit 23 Messerstichen ermordet. Zur Verschwörung gehörten insgesamt etwa 50 bis 60 Personen.

Dabei ging es Caesar am Morgen des Tages schlecht, und er wollte nicht an der Senatssitzung teilnehmen. Zudem hatte seine Frau Calpurnia Vorahnungen einer Katastrophe. Decimus Brutus wurde deshalb entsandt, um Caesar zu überreden, doch noch an der Senatssitzung teilzunehmen, und konnte den Diktator umstimmen. Bei seiner Ermordung soll Caesar auf Griechisch seine berühmten letzten Worte an Marcus Brutus gerichtet haben: „Auch Du, mein Sohn“, lat.: Et tu, Brute?). Der Mord an Caesar bezeichnet man auch als Tyrannenmord.

Bestattung

Caesars Bestattung verlief am 20. März 44 v. Chr. unter tumultartigen Umständen. Marcus Antonius, der Konsul des Jahres 44 v. Chr., leitete die Bestattungszeremonie. Auf dem Forum Romanum wurde die blutgetränkte Kleidung des Diktators gezeigt; die Errichtung des Scheiterhaufens auf dem Marsfeld habe mehrere Tage in Anspruch genommen. Antonius ließ Caesars Testament, wonach jeder Bürger 300 Sesterzen erhalten sollte, und zusätzlich einen Senatsbeschluss verlesen, der Caesar, wie Sueton schreibt, „alle göttlichen und menschlichen Ehren“ zuerkannte.

Dem Tod Caesars folgten weitere  Bürgerkriege, die bis zum Jahr 31 v. Chr. dauern sollten.

Cäsar als Schriftsteller

Caesar verfasste über seinen Feldzug in Gallien in sieben Büchern die Commentarii De bello Gallico („Kommentare über den Gallischen Krieg“), denen die jährlich abgefassten Dienstberichte an den Senat zugrunde lagen. Die Commentarii sind bis heute wegen ihrer einfachen und klaren Sprache (der Wortschatz beschränkt sich auf etwa 1300 Wörter) ein Standardwerk für die Anfangslektüre im schulischen Lateinunterricht. Caesar beschreibt in dem Werk anschaulich die Schlachten und Intrigen während der neun Jahre, in denen er die Heere der gallischen Stämme vernichtete, die Widerstand leisteten. Von Interesse sind zudem die zahlreichen Bemerkungen zu den Lebensverhältnissen der Gallier, Germanen und Britannier.

In dem Werk Commentarii De bello Gallico beschreibt Caesar das Gallien seiner Zeit. Der berühmte erste Satz lautet:

Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani, tertiam qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appellantur.

„Gallien ist im ganzen unterteilt in drei Teile, von denen der eine von den Belgern bewohnt wird, der zweite von den Aquitanern, und der dritte von denen, die in ihrer eigenen Sprache ‚Kelten‘, in unserer ‚Gallier‘ genannt werden.“

Außerdem verfasste Caesar noch ein Werk über die erste Phase des Bürgerkrieges, die Commentarii De Bello Civili.

Porträt

Das einzige inschriftlich gesicherte Porträt Caesars, das zu Lebzeiten entstand, ist auf Münzen überliefert, die in seinem letzten Lebensjahr geprägt wurden. Sie zeigen eine magere Person mit hoher Stirn und langem, faltigen Hals.

Sueton beschrieb Caesar als hochgewachsen, seine Hautfarbe war weiß, er hatte kräftige Glieder, ein etwas zu volles Gesicht und schwarze, lebhafte Augen. Er bekam früh eine Glatze, Körperhaare ließ er ausrupfen. Außerdem litt Caesar an Epilepsie.

Kalenderform

Im Jahre 46 v. Chr. führte Caesar anstelle des alten römischen Mondkalenders den aus Ägypten stammenden Sonnenkalender ein. Nach Caesars Tod wurde sein Geburtsmonat, der mensis Quintilis, ursprünglich fünfter Monat des römischen Jahres, in mensis Iulius, dt. „Juli“, umbenannt. Der nach ihm benannte Julianische Kalender galt in den katholischen Ländern bis ins 16. Jahrhundert, als er durch den genaueren Gregorianischen Kalender abgelöst wurde.

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Ein Kommentar zu Cäsar

  1. Maria sagt:

    Hat mir wirklich geholfen bin weit gekommen ich hoffe es stimmt auch wirklich denn ich könnte keine 4 gebrauchen hoffe es hilft auch noch vielen anderen

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