Die Buddenbrooks – Sterbefälle

In „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“ sterben in jedem Teil Personen, allerdings gibt es (meiner Meinung) nach einige wichtige Sterbefälle, zumindest Sterbefälle, die den Lauf der Handlung bestimmen.

Es beginnt mit dem Tod der alten Buddenbrooks (Antoinette und Johann der Ältere) im vierzehnten Kapitel. Mit deren Tod wird praktisch eine neue Ära in der Familie und der Firma eingeleitet. Und spätestens mit dem Tod von Jean (Johann) Buddenbrook in Kapitel 43 ist der alte Glanz der Familie und Firm vollkommen erlischt, denn ab dann geht es bergab, sozusagen kommt der Verfall, der mit dem Tod der beiden alten Buddenbrooks eingeläutet wurde, richtig ins Rollen.

Auch der Tod des ehemaligen Senators Möllendorpf in dem Kapitel 66 ist für den weiteren Verlauf der Handlung entscheidend, denn so bewirbt sich Thomas für den Posten als Senator (Kapitel 66) und gewinnt schließlich gegen seine Konkurrenz (Kapitel 67).

Mit dem Tod von Thomas Buddenbrook in Kapitel 91 steht die Familie dann vor dem Ende, denn so gibt es neben seinem Bruder Christian, der in einer Nervenklinik ist, nur noch einen männlichen Überlebenden der Familie, nämlich seinen Sohn Hanno, doch als dieser dann auch stirbt (Kapitel 97) ist das Ende der Familie besiegelt.

Auffallend ist, mit Ausnahme des Todes von Möllendorpf, der ja nun auch nicht zur Familie gehörte, dass die Quantität der Darstellungen steigt. Bei den beiden alten Buddenbrooks sind es gerade mal 3,5 Seiten, bei Jean (Johann) Buddenbrook hat dagegen schon 6-7 Kapitel und als Thomas Buddenbrook dann schließlich stirbt sind es knapp 18 Seiten.

Dagegen nimmt die „Qualität/Würde“ des Sterbens ab, so werden die Personen immer jünger und kränklicher; die beiden alten Buddenbrooks sterben in hohem Alter an Altersschwäche, doch Thomas Buddenbrook ist gerade mal 49 Jahre alt und stirbt an einem Zahn. Darüber hinaus werden die Personen immer einsamer und sterben nicht mehr, wie die beiden alten Buddenbrooks, im Kreise der Familie, sondern alleine, ohne von der Familie umgeben zu sein (vgl. Thomas Buddenbrook). Hanno schließlich ist erst 16 Jahre alt und stirbt an Typhus, aufgrund eines Sturzes in einen See.

Die Sterbefälle in „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“ sind zentraler Teil der Handlung und nehmen sowohl Einfluss auf die einzelnen Figuren, wie auch auf den Verlauf der Handlung.

Über Philipp Schneider

Noch Schüler, ab dem nächsten Jahr hoffentlich Student der Philosophie || Veröffentlichungen hier vor allem in dern Rubriken Philosophie und Deutsch, aber auch Biologie und Sozialwissenschaften
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