Die Buddenbrooks – Motive eines Jahrhundertromans

„Mein in Deutschland populärstes Buch sind ja ohne Zweifel die ›Buddenbrooks‹, und es kann sein, daß in meinem eigenen Lande mein Name immer vorzugsweise mit diesem Werk verbunden bleiben wird.“ Thomas Mann, 15. April 1932

1901 veröffentlichte Thomas Mann mit gerade einmal 26 Jahren sein fast 800 Seiten umfassendes Opus magnum „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“, das innerhalb von vier Jahren entstand. Mann hatte zuvor ein Band mit Novellen im S. Fischer Verlag veröffentlicht und der damalige Verleger Samuel Fischer schrieb, nachdem er das Talent Manns entdeckt hatte, in einem Brief, dass er gerne einen Roman von Mann veröffentlichen würde: „Ich würde mich aber freuen, wenn Sie mir Gelegenheit geben würden, ein größeres Prosawerk von Ihnen zu veröffentlichen, vielleicht einen Roman, wenn er auch nicht so lang ist.“ Wie sich später herausstellte, hatte Mann nur auf ein solches Angebot gewartet, denn so schlummerte die Idee zu Buddenbrooks schon einige Jahre in seiner Schublade. Er nahm das Angebot natürlich an und so veröffentlichte der Verlag sein wohl bekanntestes Werk und 18 Jahre später erhielt Mann den Nobelpreis für sein Werk.

Für das Abitur im nächsten Jahr steht „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“ wieder in den Richtlinien, weshalb auch ich mich diesem Werk widmen musste. Und gerade weil das Buch in den Abiturrichtlinien steht möchte ich einzelne Aspekte des Werkes vorstellen und vielleicht auch analysieren. Beginnen möchte ich die Reihe mit den von Mann verwendeten Motiven.

Thomas Mann verwendet in „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“ vor allem vier Motiven (wiederkehrende Elemente): das Zahn-Motiv, das Farb-Motiv, das Haus-Motiv und das Familienpapier-Motiv.

Das Zahn-Motiv

Diesem Motiv kommt eine besondere Bedeutung in dem Roman zu, da es deutlich den Verfall der Familie darstellt. Die beiden letzten männlichen Vertreter der Familie leiden unter schlechten Zähnen, was wiederholt beschrieben wird. Direkt zu Beginn wird auf die Zähne des neunjährigen Thomas verwiesen, die „nicht besonders schön, sondern klein und gelblich [waren]“ (Seite 16) und dieses Element taucht beim Tod des Thomas erneut auf: „Senator Buddenbrook war an einem Zahne gestorben, hieß es in der Stadt […]“ (Seite 689).
Und auch bei Thomas‘ Sohn Hanno sind die Zähne schlecht, von außen zwar „schon und weiß wie die seiner Mutter“, aber trotzdem sind sie sehr „weich und verletzlich“ und machen Hanno „mancherlei Störungen und Beschwerden“ (Seite 512).

Das Farb-Motiv

Verschiedene Farben tauchen in dem Roman immer wieder auf, jedoch spielt die Farbe „Gelb“ eine besondere Rolle, so wird der Tod (und damit der Verfall) immer mit der Farbe verbunden. So wird beispielsweise auf das „Gelb der Möbel“ verwiesen, als Konsul Buddenbrook stirbt (Seite 246) und als sich Christian über den Todesnachmittag informiert, frage er „Also gelb sah er aus? […] Er sah also ganz gelb aus?“ (Seite 260). Auch Thomas‘ Zähne werden als gelb beschrieben (Seite 16) und bekanntlich stirbt er auch an einem Zahn (Seite 689).

Das Haus-Motiv

Die Buddenbrooks leben in zwei Häusern, einmal das Haus in der Mengstraße und das repräsentative Anwesen in der Fischergrube. Das Haus in der Mengstraße verdeutlicht auf soziale und ökonomische Funktionen zeigt den „äußerlichen Glanz“ der Familie und den Aufstieg. Das Haus in der Fischergrube dagegen leitet den familiären Abstieg ein, was besonders an der Hundertjahrfeier der Firma 1868 deutlich wird, denn so liegen dunkle Wolken und Hagel über dem Haus und als dann noch ein Lehrling ein Telegramm überbringt, das von der Vernichtung der Pöpenrader Ernte durch ein Gewitter berichtet (Seite 491 – 494). Nach dem Einzug in das Haus in der Fischergrube geht es mit der Firma und der Familie nur noch bergab.

Das Familienpapiere-Motiv

Last but not least wären da die Familienpapiere, die eine wichtige Funktion der in Familie übernehmen, da sie die Genealogie der Familie festhalten und mitteilen. In dem Familienpapieren ist sowohl der Aufstieg, wie auch der Verfall festgehalten, so macht Hanno einen Strich unter seinem Namen und wie man am Ende erfährt ist er der letzte männliche Überlebende der Familie Buddenbrook.

Über Philipp Schneider

Noch Schüler, ab dem nächsten Jahr hoffentlich Student der Philosophie || Veröffentlichungen hier vor allem in dern Rubriken Philosophie und Deutsch, aber auch Biologie und Sozialwissenschaften
Dieser Beitrag wurde unter Deutsch abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.