Moderne Wege der Schädlingsbekämpfung

Im Zeitalter des Klimawandels und der Globalisierung finden immer mehr Lebewesen aus anderen Ländern den Weg zu uns (solche Lebewesen werden als Neobiota bezeichnet) und schädigen die Wirtschaft (Nicht alle Neobiota sind Schädlinge!). Doch was kann man dagegen tun? Die meisten sind für die chemische Keule, also die Verwendung von Pestiziden, allerdings gibt es auch andere Methoden zur Schädlingsbekämpfung. Hier sollen die vier häufigsten Methoden kurz charakterisiert werden, doch vorher ein kurzer Ausflug in die Definition von Schädling.

Was sind Schädlinge?

Schädlinge sind solche Lebewesen, die den wirtschaftlichen Erfolg des Menschen verringern, indem sie Agar-, Forst- und Holzprodukte befallen und zerstören, oder auf vom Menschen angelegte Vorräte zurückgreift. Deswegen ist Schädling ein rein wirtschaftlicher Begriff. Schädlinge werden nach ihren Fundorten in vier Gruppen eingeteilt: Agrarschädlinge, Forstschädlinge, Holzschädlinge und Vorratsschädlinge.

Biologische Schädlingsbekämpfung

Bei der biologischen Schädlingsbekämpfung werden natürliche Mittel zur Schädlingsbekämpfung verwendet, wie beispielsweise das Aussetzen von Fressfeinden oder die Verwendung von Krankheitserregern. Oft sind solche Methoden nicht langfristig wirksam, da es zu unberechenbaren Folgen kommen kann (exponentielle Vermehrung der Fressfeinde, Organismen bauen Resistenzen gegen Krankheitserreger auf oder Krankheitserreger mutieren und greifen auch andere Lebewesen an).

Chemische Schädlingsbekämpfung

Wie der Name schon sagt werden bei der Methode chemisch erzeugte Produkte, das heißt Gifte, verwendet, die zum schnellen Aussterben der Schädlinge führen, allerdings kann es bei der chemischen Schädlingsbekämpfung zur Bioakkumulation (Anreicherung von Giften in Nahrungsketten) kommen. Durch die Bioakkumulation können auch Gifte zum Menschen gelangen und haben oft schwerwiegende gesundheitliche Folgen (Krebs, Zerstören des Immunsystems, …).

Physikalische-biotechnische Schädlingsbekämpfung

Bei dieser Form der Schädlingsbekämpfung werden entweder physikalische Größen wie Hitze, Licht oder Schall zum Töten/Vertreiben der Schädlinge verwendet, oder es kommt zur Anwendung von biotechnischen Verfahren. Ein sehr erfolgreiches Beispiel der biotechnischen Schädlingsbekämpfung ist die Mittelmeerfruchtfliege, der ein letales (tödliches) Gen eingepflanzt wurde, das in der nachfolgenden Generation während der Embryonalentwicklung aktiv wurde und zum Absterben der Generation geführt hat. Die reine Anwendung von physikalischen Größen ist oft weniger effektiv und in der Regel nur kurzfristig wirksam.

Integrierte Schädlingsbekämpfung

Bei der integrierten Schädlingsbekämpfung kommt es zur Kombination der drei „klassischen“ Methoden mit dem Ziel, ein optimales Ergebnis zu erzielen und so wenig chemische Bekämpfungsmittel anzuwenden wie möglich. Die integrierte Schädlingsbekämpfung beginnt mit einer Prophylaxe, sollte es dennoch zum Schädlingsbefall kommen wird der Organismus genau bestimmt und dann werden die Methoden gewählt, die den Schädling am besten bekämpfen, die Umwelt aber nicht schädigen.

Über Philipp Schneider

Noch Schüler, ab dem nächsten Jahr hoffentlich Student der Philosophie || Veröffentlichungen hier vor allem in dern Rubriken Philosophie und Deutsch, aber auch Biologie und Sozialwissenschaften
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