Platons Sonnengleichnis

Neben dem Höhlengleichnis führte Platon in seiner Politeia noch zwei weitere Gleichnisse an, die im Text zwar für sich alleine stehen, allerdings aufeinander bezogen sind. Das Sonnengleichnis ist eines der zwei anderen Gleichnisse:

In seiner Politeia erklärte Platon, dass das Sehen eine Sonderstellung in der Liste der Wahrnehmungen einnimmt, weil das Auge, im Gegensatz zu den anderen Sinnesorganen, ein Medium bedarf, nämlich das (Sonnen-)Licht, um zu schauen/wahrzunehmen. Aus der Sicht der modernen Naturwissenschaften ist das natürlich nicht mehr haltbar, denn wenn zwei Astronauten beispielsweise im Vakuum wären und einer der beiden trommeln würde, könnte dies der andere nicht wahrnehmen. Wir lassen jetzt die moderne Naturwissenschaft allerdings moderne Naturwissenschaft sein und versetzen uns in die Lage eines Menschen, der in der Antike lebte und nichts von Astrophysik, Kosmologie und Akustik wusste.

In seinem Dialog über das Sonnengleichnis beginnt Platon damit, dass er seinem Gesprächspartner sagt, dass wir nur die Dinge mit dem Auge wahrnehmen können, die von der Sonne bestrahlt werden. Und dann behauptet er, dass es mit der Seele (als Synonym für Geist/Verstand benutzt) ebenso sei.

Für Platon ist die Sonne der Spross des Guten, den das Gute als Abbild gewählt hat, und gerade deswegen führe alles, worauf die Sonne leuchtet (und wir damit wahrnehmen) zu Erkenntnis, Einsicht und Wahrheit. Daraus folgt für Platon, dass das Licht und die Sehkraft sonnenähnlich, damit auch „gutähnlich“ seien, allerdings nicht gut. Weiter noch behauptete Platon, dass die Sonne dem Sichtbaren auch die Fähigkeit zum Werden und Wachstum gibt und dem Objekt der Erkenntnis damit auch Existenz.

Über Philipp Schneider

Noch Schüler, ab dem nächsten Jahr hoffentlich Student der Philosophie || Veröffentlichungen hier vor allem in dern Rubriken Philosophie und Deutsch, aber auch Biologie und Sozialwissenschaften
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