Carmina Burana

Die Carmina Burana ist eine szenische Kantate von Orff aus den Jahren 1935–36. Die Texte in mittellateinischer und mittelhochdeutscher Sprache sind den Carmina Burana entnommen, einer Sammlung von im 11. und 12. Jahrhundert entstandenen Lied- und Dramentexten.

Orff stieß 1935 auf Johann Schmellers Ausgabe der Carmina Burana. Michel Hofmann, ein Latein und Griechisch-Kenner, unterstützte ihn bei der Auswahl und Zusammenstellung von 24 dieser Texte, hauptsächlich in Latein sowie vereinzelt in Mittelhochdeutsch. Die Auswahl umfasst eine weite Spanne weltlicher Themen: die Wechselhaftigkeit von Glück und Wohlstand, die Vergänglichkeit des Lebens sowie die Genüsse und Gefahren von Trinken und Glücksspiel.

Bei der Vertonung handelt es sich um eine völlige Neukomposition, nicht wie in der Carmina Burana aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Orff gestaltete die Musik nach bereits bekannten Stilmerkmalen des Mittelalters. Er selbst bezeichnete sein Werk weder als Oper noch als Oratorium. Die Bezeichnung „szenische Kantate“, wie das Werk manchmal auch genannt wird, wird dem Stück am ehesten gerecht.

Carl Orff ging mit dem vorgefundenen Material der Carmina Burana recht frei um. So benutzte er von mehreren Gedichten nur Teile oder Einzelstrophen für sein Chorwerk. Auch folgte er nicht den oft sehr komplizierten Rhythmen und Abfolgen der Lieder, sondern erfand ganz neue, oft mitreißende und tänzerische Rhythmen zu den alten Texten.

Musikalisch ist das Chorwerk von raffinierter Schlichtheit: In konventioneller Harmonik setzt es ganz auf die Kraft seiner Melodien, deren Simplizität gelegentlich an die von Abzählversen erinnert.

Aus diesem Grund wurden Orffs Carmina Burana rasch das populärste Stück ernster Musik des 20. Jahrhunderts. Insbesondere der wuchtige Chorsatz  „O fortuna“, mit dem das Werk beginnt, ist so populär, dass er häufig in der Werbung eingesetzt werden konnte.

Eingerahmt wird das Werk von einem mächtigen Chor zu Ehren der Schicksalsgöttin Fortuna „Fortuna Imperatrix Mundi“, die das Schicksal der Menschen eigentlich bestimmen soll.

Besetzung

Die Carmina Burana ist im Wesentlichen mit 3 Flöten, 3 Oboen, 3 Klarinetten, 2 Fagotten und einigen Hörner besetzt. Außerdem sind Klavieren und Streichinstrumenten im Einsatz und zusätzlich mit einigen Gesangsstimmen.

Eine reduzierte Version für Solisten, gemischten Chor, Kinderchor, zwei Klaviere und Schlagzeug wurde 1956 von Orffs Schüler Wilhelm Killmayer komponiert und von Orff anerkannt.

Die Carmina Burana wurden am 8. Juni 1937 in der Oper zu Frankfurt am Main uraufgeführt.

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