Räumliche Disparitäten

Grafik zur Visualisierung von räumlichen Disparitäten, Folgen und Gegenstrategien

In Entwicklungsländern gibt es nicht nur z.B. soziale Unterschiede, die ortsunabhängig überall auftreten, sondern auch extreme räumliche Unterschiede zwischen wirtschaftlich starken bzw. dominierenden Metropolen und ländlichen Gebieten, der Peripherie.

Ursachen
Der Handel ist eine der wichtigsten Gründe für die Metropolisierung von Städten in heutigen Entwicklungsländern. Auf wenigen Verkehrswegen (in der Grafik blau dargestellt) wurden schon seit der Kolonialzeit Rohstoffe aus dem Inland in küstennahe Städte gebracht, um dort mit dem Schiff weitertransportiert zu werden. Dadurch entwickelten sich diese Städte durch den Handel immer stärker, während sich ländliche Räume kaum entwickelten.

Folgen
Diese „entwickelten“ Städte sorgten zu Wanderungsprozessen (rot) der besser ausgebildeten und mobileren Bevölkerung aus der Peripherie. Dabei diente der Reichtum der Primatstädte (Metropolen) als Pull-Faktor (Anziehungsfaktor), ein Push-Faktor war, neben z.B. Infrastrukturdefiziten, die allmähliche soziale Erosion in der Peripherie.

Lösungsstrategien
Um die räumlichen Disparitäten auszugleichen können zwei Strategien angewendet werden:

  • Wachstumsstrategie/Modernisierung nachholen dazu werden Städte mit einer günstigen Infrastrukturanbindung in der Peripherie gesucht bzw. ausgestattet – es entstehen sogenannte Wachstumspole (grüne Punkte). Ziel dieser Wachstumspole ist es Folgeindustrien (gelbe Pfeile) anzuziehen und dadurch wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen
  • Die Grundbedürfnisstrategie versucht, neben sozialen und Infrastruktur-Reformen, vor allem den Agrarbereich zu reformieren (etwa. 70% der Bevölkerung von Entwicklungsländern lebt auf dem Land). Lokale Traditionen und Kenntnisse sowie ein respektvoller Umgang stehen dabei an höchster Stelle. Ziel der Grundbedürfnisstrategie ist es die Selbstversorgung zu sichern, den Export traditioneller Güter zu fördern und anschließend neue, wirtschaftliche Exportszweige zu erschließen.
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