Klassische Genetik

In den Jahren 1858 bis 1864 experimentierte der Augustinermönch Johann Gregor Mendel mit der Saaterbse. Er stellte fest, dass durch künstliche Befruchtung neue Blütenfarbvarianten entstehen konnten, die Erbsenform oder die Erbsenfarbe variieren konnte.

Monohybrider Erbgang

Dazu züchtete er über mehrere Jahre lang Pflanzen, die in einem bestimmten Merkmal reinerbig waren - z.B. über mehrere Generationen von Pflanzen nur grüne bzw. gelbe Erbsen produzierten. In den Generationen lagen daher auch gleiche Allele (unterschiedliche Varianten eines gleichen Chromosomenabschnitts, die für bestimmte Merkmale zuständig sind - z.B. Erbsenfarbe) vor, AA bei den gelben und aa bei den grünen Erbsen. Man nennt zwei gleiche Allele (AA bzw. aa) homozygot und unterschiedliche Allele (Aa) heterozygot.

Werden nun zwei reinerbige Pflanzen, also die Gelben AA und die Grünen aa, miteinander gekreuzt, können nur folgende Keimzellen entstehen:

  • bei den AA Pflanzen: A
  • bei den aa Pflanzen: a

Daher können in der ersten Tochtergeneration (F1) nur diese vier Kombinationen (Genotypen) entstehen:

A A
a Aa Aa
a Aa Aa

Da das Allel A dominant ist, d.h. dass es sich gegenüber dem anderen Allel a durchsetzt, werden alle Erbsen der möglichen vier Pflanzen gelb aussehen (Phänotyp) - sie sind uniform.

Werden nun zwei Individuen der ersten Tochtergeneration miteinander gekreuzt, so können für beide Individuen A & a Keimzellen entstehen. Daher gibt es auch mehr Kombinationen:

A a
A AA Aa
a Aa aa

Das Verhältnis von gelben zu grünen Erbsen ist genotypisch 1:2:1 (1 x AA, 2 x Aa und 1 x aa), phänotypisch aber 3:1 (3 x gelb, 1 x grün).

Dihybrider Erbgang

Beim Dihybriden Erbgang wird nicht nur ein Merkmal, sondern zwei betrachtet: z.B. A (gelb), a (grün) & B (rund), b (eckig).
Wieder geht man von reinerbigen Pflanzen aus, die eine AABB (gelb und rund), die andere aabb (grün und eckig), ergeben sich folgende Keimzellen:

  • bei den AABB Pflanzen: AB
  • bei den aabb Pflanzen: ab

In der F1 Generation entsteht daher auch nur dieser Genotyp, der wieder uniform ist:

AB
ab AaBb

In der F2 Generation können dagenen können mehr Kombinationen entstehen:

AB Ab aB ab
AB AABB AABb AaBB AaBb
Ab AABb AAbb AaBb Aabb
aB AaBB AaBb aaBB aaBb
ab AaBb Aabb aaBb aabb

Mendelsche Regeln

Es lassen sich allgemein drei Regeln ableiten:

  1. Werden zwei Individuen einer Art, die sich in einem Merkmal reinerbig unterscheiden, miteinander gekreuzt, so werden alle Individuen der F1-Generation untereinander gleich (uniform)
  2. Werden zwei Individuen der F1-Generation miteinander gekreuzt, treten die Merkmale beider Eltern in einem bestimmten Verhältnis auf
  3. Jedes einzelne Merkmal (Allel) wird nach der 2. Regel vererbt. Allele verschiedener Gene können dabei auch kombiniert werden

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