Die Literatur der Weimarer Republik

Ein Beitrag unseres Gastautors Tonio Lang

Zur Geschichte:

  • 1919-1923 Krisenzeit der Weimarer Republik
    • Versailler Vertrag
    • Kampf zwischen politischen Lagern (Ebert – Groener Pakt, Kapp Putsch)
    • Ruhrpottbesetzung durch französische Truppen
  • 1924-1929 Die goldenen Zwanziger
    • Annahme des Dawes-Plan
    • Stresemanns Aussenpolitik (Vertrag von Locarno, Aufnahme in den Völkerbund, Briand-Kellogg Pakt, Annahme des Young Plans)
  • 1929-1933 Untergang der Weimarer Republik
    • 25. Oktober 1929 – Schwarzer Freitag; Beginn der Weltwirtschaftskrise
    • Deutschland leidet besonders wegen enormen Krediten bei USA; Pauperismus
    • Aufstieg radikaler Parteien (v. a. NSDAP, KPD); Straßenschlachten
    • 30. Januar 1933 Hitler wird Reichskanzler; 24. März Ermächtigungsgesetz
    • Ende der Weimarer Republik

Parallel dazu ist die Entwicklung der Literatur in der Weimarer Republik zu sehen; es gibt also in der Epoche Weimarer Republik keine Einheitlichkeit der literarischen Strömungen. Sie beginnt mit dem Ausklingen des Expressionismus der in seiner Gegenbewegung der Neuen Sachlichkeit aufgeht. Ab 1929 tritt hieraus verstärkt ein sozialkritischer Realismus hervor der sich mit der durch die Wirtschaftskrise ausgelösten Depression auseinandersetzt. Parallel dazu kommt natürlich in der Weimarer Republik die präfaschistische Literatur auf.

Spätexpressionismus 1919-1925

  • Starker Bruch zum Expressionismus vor dem 1. Weltkrieg, da durch den Krieg die Vorstellung des „Paradies“ nach einem Umsturz der herrschenden Verhältnisse bitter enttäuscht wurde
  • Expressionismus wir politischer; Linksradikale Ansichten treten in den Vordergrund; weithin wird der Sozialismus als neue Heilslehre begriffen
  • Eigentliche soziale Botschaft tritt jedoch meist hinter vage Erlösungsutopien zurück
  • Glaube durch das Dichterwort die Welt verändern zu können
  • Der Schreibstil der Expressionisten wird sachlicher

Folge: Dichter wenden sich vom Expressionismus ab, es entsteht daraus der Dadaismus, sowie die „Neue Sachlichkeit“.

Dadaismus

Wir fanden Dada, wir sind Dada, und wir haben Dada. Dada wurde in einem Lexikon gefunden, es bedeutet nichts. Dies ist das bedeutende Nichts, an dem nichts etwas bedeutet. Wir wollen die Welt mit Nichts ändern.

(Richard Huelsenbeck 1916 im Cabaret Voltaire)

Der Dadaismus forderte die Rückkehr zur menschlichen Naivität, sowie den Verzicht auf jede Logik, aus dem Glauben heraus die menschliche Vernunft habe es soweit gebracht, das sich z. B. Völker in Kriegen vernichteten.

Vertreter: Hans Arp, Tristan Tzara, Richard Huelsenbeck u. a.

Neue Sachlichkeit

Es handelt sich nicht mehr darum zu „dichten“. Das Wichtigste ist das Beobachtete.

(Joseph Roth im Vorwort seines Romans „Die Flucht ohne Ende“; 1927)

  • Zweck der Neuen Sachlichkeit soll es sein den Menschen und die ihn umringende Welt sachlich zu beschreiben
  • Der Begriff „Neue Sachlichkeit“, dient zur Abgrenzung von der „alten Sachlichkeit“, dem Realismus; der Begriff bezieht sich auf den sachlichen, strengen, objektiven, kurz gehaltenen und nüchternen Schreibstil → naturwissenschaftlicher Schreibstil
  • Die Neue Sachlichkeit entsteht im Rahmen der modernen, vom Fortschritt geleiteten Gesellschaft was sich auch in der Thematik niederschlägt; unbedingter Fortschrittsglaube ist kennzeichnend für die Epoche
  • Eine Unterausprägung der Neuen Sachlichkeit ist der sozialkritische Realismus, der durch die Weltwirtschaftskrise aufkeimte

Vertreter: Bertolt Brecht, Heinrich Mann, Robert Musil, Erich Maria Remarque uva.

Präfaschistische Literatur

  • In Deutschland dominierend Literatur aus nationalsozialistischen Kreisen
  • Wichtig Kampfbund für Deutsche Literatur, dessen Ziel es war das Kampf gegen Verbastardisierung und Vernegerung unseres Daseins willensstarke und opferbereite deutsche Männer und Frauen an sich binden, um artbewußte Zeitungen und Zeitschriften, bisher unterdrückte Gelehrte und Künstler zu fördern, Ausstellungen zu veranstalten und auf die Theaterspielpläne Einfluss zu nehmen.

Über admin

Admin und Chefredakteur von [exbook]
Dieser Beitrag wurde unter Deutsch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.