Totalitarismus: Faschistische Ideologie und Sowjetkommunismus unter Stalin
Der Nationalsozialismus sowie der Sowjetkommunismus unter Stalin werden häufig unter dem Begriff „Totalitarismus“ zusammengefasst — sie betrieben eine vollständige Durchdringung und Kontrolle des Lebens ihrer jeweiligen Bevölkerung.
Ideologie des Faschismus
Sowohl der Nationalsozialismus in Deutschland als auch die zugrunde liegende Strömung der italienischen Diktatur unter Mussolini wird dem Faschismus zugerechnet, der sich unter anderem durch folgende Adjektive auszeichnet: Antidemokratisch, antikommunistisch, antiparlamentarisch, antimarxistisch, antipazifistisch, antikapitalistisch und gegen Parteienpluralismus gerichtet. Streng nach dem Führerprinzip aufgebaute Hierarchien zeugen vom Menschenbild des Faschismus: Der Mensch ist frei, (dem Führer) zu gehorchen.
Im Zentrum der Nationalsozialistischen Ideologie stand weiterhin die so genannte „Lebensraumdoktrin“ und ein Rassismus nach sozialdarwinistischen Grundsätzen („struggle for life“ bzw. „survival of the fittest“).
In Italien wurde der Faschismus weit weniger konsequent durchgesetzt: Trotz eines Ein-Parteien-Systems blieb sowohl die Monarchie als auch die relativ starke Stellung der Militärs erhalten — genauso wie die nach wie vor wichtige Rolle der Kirche auf ein Weiterleben traditioneller Elemente im Rahmen der faschistischen Diktatur hindeutete.
Die territoriale Expansionspolitik Mussolinis hatte zum Ziel, an das römische Weltreich anzuknüpfen — primär wurde der Mittelmeerraum zum italienischen Interessengebiet erklärt, was Italien Konflikte mit Frankreich und Großbritannien einbrachte. Mit der territorialen Expansion wurde die Bindung an das nationalsozialistische Deutschland immer stärker.
Sowjetkommunismus unter Stalin
Nach dem Tod Lenins im Januar 1924 folgte ein Machtkampf in der Sowjetunion, aus dessen Neuordnung der Parteistruktur Stalin als Sieger hervorging. Während Lenin noch die kommunistische Idee einer Weltrevolution verfolgt hatte, konzentrierte sich Stalins Politik auf den „Aufbau des Sozialismus in einem Lande“. Nachdem durch die 1920er Jahre Industrialisierung und Zwangskollektivierung vorangetrieben wurden galt der Klassenkampf ab Mitte der 1930er Jahre als abgeschlossen — nun trat unter Beibehaltung der Revolutionsrhetorik ein Wertewandel ein. Hierarchische Kommandostrukturen und populistische Massenmobilisierung vereinigten sich zur Umsetzung der unumschränkten Herrschaft der kommunistischen Partei, deren Führer Stalin zum allmächtigen, in der Öffentlichkeit kultisch verehrten Diktator aufgestiegen war.
Ähnlich wie unter Hitler in Deutschland wurden (vermeintliche) politische Gegner durch der Partei unterstellte Geheimpolizeiorganisationen verfolgt und in Straf- und Arbeitslager gesteckt oder hingerichtet.
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