Hitlers außenpolitisches Programm und NS-Außenpolitik bis WWII

Dieser Artikel beschreibt Hitlers außenpolitisches Programm und Phasen der NS-Außenpolitik bis zum zweiten Weltkrieg.

Hitlers außenpolitisches Programm

Hitler forderte eine radikale Revision des Versailler Vertrages und lehnte ihn sowie alle späteren außenpolitischen Abkommen ab.

Er forderte die Wiederherstellung der Grenzen von 1914, notfalls unter Einsatz von Gewalt und kriegerischen Maßnahmen. Er forderte Großmachtstatus für Deutschland und verfolgte dabei den „Alles-oder-Nichts“-Ansatz: Entweder Deutschland hat Erfolg, oder die „arische Rasse“ soll mit Deutschland untergehen, damit sie nicht mehr „unter Wert“ lebt.

Da Deutschland „für das deutsche Volk zu klein wird“, soll Hitlers expansiver Ansicht nach neuer Lebensraum im Osten erschlossen werden. Ein eher utopisches und daher für die fernere Zukunft geplantes Ziel war, Deutschland zur Weltmacht zu machen.

Unterstützung für seine vor allem gegen Frankreichs Hegemonialstellung und Russland gerichtete Politik suchte Hitler in Bündnissen mit Großbritannien und Italien. Seine Außenpolitik in Friedenszeiten war primär von einer Taktik begleitet, die der britischen „Appeasement-Politik“ ähnelte: In ständigen Friedensbeteuerungen beschwichtigt Hitler die Vertreter anderer Staaten, geht auf multilaterale Verträge ein und sucht den Schein der Kontinuität der Weimarer Republik zu wahren, um die Macht nach innen zu stabilisieren.

Frühe Phase

1933 schließt Hitler ein Konkordat mit dem Papst zur Erhaltung von katholischen Schulen und kirchlichen Verbänden — für Hitler war dies eine wichtige Anerkennung seiner Herrschaft durch eine moralisch anerkannte und geachtete Institution. Noch im gleichen Jahr kommt es zum Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund und damit der Abrüstungskonferenz, da Hitler sich durch militärische Einschränkungen ungerecht behandelt fühlte — nun konnte er aufrüsten, ohne dabei andere Staaten offen zu provozieren.

1934 findet ein Putschversuch in Österreich statt. Weiterhin schließt Hitler einen Neutralitäts- und Nichtangriffspakt mit Polen, um Frankreich zu isolieren und Europa hinsichtlich seiner geplanten Expansion zu beschwichtigen — diese Rechnung geht allerdings nicht auf, stattdessen fühlt sich Russland isoliert und tritt daher dem Völkerbund bei, was wiederum zu einer stärkeren Isolation Deutschlands führte, das schließlich nicht mehr Teil des Völkerbundes war.

Aggressive Phase

Für sich verbuchen konnte Hitler den Ausgang der 1935 stattfindenden Abstimmung im Saarland, das die vorherigen 15 Jahre unter der Aufsicht Völkerbundes verbracht hatte und sich nun mit über 90 Prozent der Stimmen der Diktatur anschlossen. Ebenfalls 1935 wird in Deutschland die allgemeine Wehrpflicht wiedereingeführt, was einen Bruch des Versailler Vertrages sowie des Briand-Kellogg-Paktes bedeutete. Der erste Versuch, das Reich an Absprachen und Rüstungsbeschränkungen zu binden, folgte sogleich: England schloss ein Flottenabkommen, dass die Kräfteverhältnisse zur See stabilisieren sollte. Hitler sah dieses Abkommen als ersten Schritt zu einem von ihm ersehnten deutsch-britisches Bündnis.

Im März 1936 brach Hitler die Verträge von Locarno, indem er Truppen in das entmilitarisierte Rheinland einmarschieren ließ. Die Westmächte ließen ihn gewähren — Großbritannien sah keine Lebensinteressen beeinträchtigt und die Franzosen reagierten nicht mit militärischen Mitteln. In letzterem Fall, bekannte Hitler, hätte man sich zurückziehen müssen, da die verfügbaren militärischen Kräfte viel zu gering waren, um auch nur mäßigen Widerstand leisten zu können. Die olympischen Spiele 1936 in Berlin konnten die Nazis als vollen Propagandaerfolg verbuchen, Ende des Jahres wurde mit der „Achse Berlin-Rom“ ein Bündnis mit Italien geschlossen.

Am 12. März 1938 marschieren nach vorbereitenden politischen Intrigen deutsche Truppen in Österreich ein, Österreich wird an das Deutsche Reich angeschlossen. Im Frühsommer des Jahres wollte Hitler den Krieg — das nächste Ziel war die Tschechoslowakei, der Anknüpfungspunkt die dort lebende Minderheit der Sudetendeutschen. Im „Münchner Abkommen“ wird im September die Annexion des Sudetenlandes durch England gebilligt.

Auch im März 1939 schritten die Westmächte nicht ein, als Hitler die Resttschechei überfiel. Nach dem dadurch erfolgten Bruch des Münchner Abkommens versucht Hitler sich mit Polen gegen Russland zu verbünden — als dieses Vorhaben scheitert, wird im August ein Nichtangriffspakt sowie eine Neutralitätsverpfllichtung mit Russland vereinbart, die ein geheimes Zusatzprotokoll zur Aufteilung Polens enthält. Dieser sogenannte „Hitler-Stalin-Pakt“ war eine Sensation, da er eigentlich von gegenseitig erklärten „Todfeinden“ geschlossen wurde.

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