Die wichtigsten Stilmittel

Im Deutschunterricht sowie in anderen sprachlichen Fächern spielen besonders bei Gedichtinterpretationen Stilmittel eine wichtige Rolle. Die gebräuchlichsten und fundamentalsten Stilmittel sind im folgenden mit Beispielen aufgelistet.

Stilmittel Erklärung Beispiel
Akkumulation Aufzählung
Allegorie bildliche Einkleidung eines Begriffes
Sensenmann
Alliteration mehrere Wörter mit dem gleichen Anfangsbuchstaben
Milch macht müde Männer munter.
Anapher Wiederholung eines Wortes / einer Wortgruppe am Versanfang
Er hasste die Fabrik, er hasste seine Arbeit…
Asyndeton Wortreihe ohne verbindende Konjunktion
Alles rennt, rettet, flüchtet…
Chiasmus Kreuzstellung entsprechender Satzglieder
Im Frühlingsschatten fand ich sie; Da band ich sie mit Rosenbändern…
Ellipse grammatisch unvollständiger Satz
Ende gut, alles gut.
Emphase Nachdrücklichkeit durch Gefühlsverstärkung
Menschen! Menschen! Falsche, heuchlerische Krokodilbrut!
Enjambement Zeilensprung: Zeilenende und Satzende nicht identisch
Epipher Wiederholung eines Wortes (Wortgruppe) am Satz- / Versende
Sie haben von wegen der Trunkenheit…
Und haben von wegen der Trunkenheit…
Euphemismus beschönigende Umschreibung
entschlafen / ins Gras beißen (=sterben)
Hyperbel Übertreibung
fuchsteufelswild
Inversion Umstellung von Satzgliedern
Vater unser
Ironie Verstellung, die erkennen lässt, dass man das Gegenteil meint
du bist aber nett (für: ein grober Mensch)
Klimax Reihung gleichartiger Satzglieder mit Steigerung
Herrlich ist der Sommer. Noch herrlicher ist…
Litotes Verneinung des Gegenteils (Periphrastische Dissimulationsironie)
er freut sich nicht wenig
Neologismus Neu eingeführter oder neuartig gebrauchter sprachlicher Ausdruck, Wortneuschöpfung bzw. Wortentlehnung
„Simsen“ aus SMS für das Versenden von Kurznachrichten
Metapher bildhafter Ausdruck: ein Wort wird nicht in seiner gewöhnlichen Bedeutung gebraucht, sondern im übertragenen Sinn, den der Leser erst erkennen muss
Er ist der Kopf des Unternehmens.
Oxymoron Verbindung zweier Begriffe, die sich dem Wortsinn nach widersprechen
alter Knabe
Parallelismus Wiederholung der gleichen Konstruktion in aufeinanderfolgenden Sätzen
Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee…
Paranthese Einschub eines selbstständigen Gedankens
Es gab Augenzeugen – vielleicht leben die noch – die…
Paradoxon Widerspruch
Weniger ist mehr!
Personifikation Vermenschlichung von Begriffen
Fabriken drohen…
Polysyndeton Wortreihe mit verbindender Konjunktion
Und wiegen
und tanzen
und singen dich ein
Sarkasmus extreme Form der Ironie
Ich habe ihn mit der Axt gestreichelt
Symbol eine Art Erkennungszeichen, steht für etwas
Rose = Liebe
Synästhesie Verbindung verschiedener Sinneseindrücke
golden wehn die Töne nieder
Tautologie Häufung gleichbedeutender Ausdrücke
immer und ewig

Über Julian

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40 Kommentare zu Die wichtigsten Stilmittel

  1. Daniel Mayr sagt:

    Das ist zwar alles in der Schule sehr wichtig, im echten Leben braucht man aber in der Englischen Sprache keine Grammatik zu können. Selbst die Amis machen Grammatikfehler, das ist dann eine Art Slang. Also keine Angst.

  2. Sad sagt:

    Aha, das echte leben besteht also aus der englischen Sprache. Gut zu wissen, ich lebe also doch in meiner eigenen Welt.

  3. Larabella sagt:

    Ich finde die Aussage von Daniel Mayr einfach nur lächerlich! Was soll denn sowas? Und übrigens, super Auflistung Sad! einfach klasse. LG

  4. Felix sagt:

    @Daniel
    Und was genau haben Stilmittel mit Grammatik zu tun?

  5. Nils sagt:

    Ja, die Aufzählung ist komplett – gerade auch für den Lateinunterricht braucht man die Stilformen. Allerdings bleibt man auch in anderen Sprachen, wie bereits korrekt festgestellt, nicht mit Stilmitteln verschont.

    Was allerdings die Englische Sprache im Alltag damit zu tun hat, das ist mir auch nicht klar @Daniel?

  6. klugs3000 sagt:

    Also ich find da is zu wenig information zu den stilmitteln und englisch is sau wichtig genau so wie andere sprachen denn mit denen kann man mehr im leben erreichen und man kann sich wenn man in einem anderen land ist mit anderen leuten unterhalten und und sogar nach dem weg fragen 😉 aber weiterempfehlen lohnt sich .
    euer klugs3000

  7. Hallo klugs3000,

    wir freuen uns immer über Verbesserungsvorschläge!

    Aktuell haben wir oben eine Liste mit Namen, Beschreibungen und Beispielen — welche Informationen fehlen dir denn zu den Stilmitteln?

    • porscheCayenne sagt:

      Vielleicht wäre es noch gut hinzuzufügen, was der Verfasser mit den entsprechenden Stilmitteln erreichen will. Meist ist es ja, um etwas zu verdeutlichen oder zu unterstreichen, aber manche werden ja an bestimmten Stellen zu einem bestimmten Zweck benutzt.
      Ich kann leider kein Beispiel nennen, weil das genau der Punkt ist, mit dem ich immer meine Probleme habe, aber ich hoffe, du weißt, was ich meine?
      Ansonsten, tolle Seite! Weiter so!
      Lg

  8. Charlotte sagt:

    Also ich finde, die Angaben reichen.
    Wir schreiben morgen eine Lateinarbeit und da kommen bestimmt Stilmittel dran.
    Und dank dieser Seite weiß ich jetzt Bescheid. Mehr brauche ich nicht. 🙂

  9. moe4 sagt:

    also ich find die liste klasse
    mir fehlt heir nur der Neologismus, den mussten wir in einer Schulaufgabe wissen

  10. Hallo moe4,

    danke für den Hinweis — ich habe den „Neologismus“ in die Liste aufgenommen.

    Liebe Grüße,
    Julian

  11. Miffi sagt:

    Hallo 🙂

    ich hätte noch ein paar Stilmittel , die noch hinzugefügt werden könnten !
    1) Vergleich
    2) Antithese
    lg Miffi

  12. Courtney K. sagt:

    Ich finde das die Stilmittel sehr wichtig sind .
    Vorallem da man durch sie Gedichte und Balladen besser beschreiben und erklären
    kann.

  13. Flo sagt:

    Hey Julian danke für die Liste ich schreib morgen eine Arbeit über Gedichtsinterpretation und hab das Blatt verlegt^^ hast mir den Hintern gerettet ;D

  14. Johanna sagt:

    😀 bei mir genau des gleiche also nochmal thx an den macher ;)mal schau was ich bis morgen no lernen kann ;D

  15. Tevi sagt:

    Man könnte noch „Apostrophe“ hinzufügen (Bsp. : O, wie ist das schön )

  16. Die Fragende sagt:

    Hey Leute :),
    ich schreibe in ein paar Tagen eine Deutschprüfung und brauche dringend ein paar Tipps!
    Kennt Ihr vielleicht einpaar gute Einleitungssätze einer Gedichtsinterpretation oder so?!
    Z.B: Außer : „In dieser Lyrik…geht es um..“ fällt mir nie etwas ein!!!
    Danke im Vorraus 😛
    PS: Tolle Seite! 🙂

  17. laura sagt:

    hey leute , also ich schreib morgen deutschprüfung und bräuchte noch folgende begriffe: stilfiguren der klangebene und der bildebene … wäre das möglich ? ich finds nirgendwo so erklärt als das ichs verstehe 🙁

  18. lina sagt:

    was ist mit pars pro toto? oder synekdoche?
    die sin bei uns ständig dran gewesen 🙂

  19. Alexander sagt:

    Hey ich bin relativ schlecht in Deutsch. Schreibe bei solchen aufsätzen 5er oder 4er und jetzt dank euch, hier mit den Stilmitteln, hab ich eine 1-2 geschrieben. Ich danke euch!

  20. Juliette sagt:

    Also ich finde den Kommentar von Daniel Mayr gar nicht so schlecht. Im Deutschen benutzen wir ja auch nicht immer genau, gramatikalisch richtiges Deutsch. Vielleicht ist das bei den Amis auch so. =)

    Und dankeschön Julian. Ich fand die Liste sehr hilfreich.

    LG =)

  21. Dennis sagt:

    Zu Nils: Die Liste ist noch lange nicht komplett. Es stehen noch nicht einmal alle Wichtigen drin,

  22. MarieOO sagt:

    Mir ist aufgefallen das der Vergleich und die rhetorische Frage fehlt.

  23. Raphael sagt:

    Hallo,
    es fehlt noch das „Hendiadyoin“ . Das findet man auch oft und kanns nicht zuordnen 😉
    Vielleicht wäre es auch noch hilfreich ein Interpretations-Beispiel zu nennen (im Sinne von :“… der Autor benutze eine Alliteration, weil…“ )
    Sonst sehr gut!

  24. Marianna sagt:

    Und was ist für ein Stilmittel zB: kommen, gekommen, zurückkommen, überkommen?

  25. abikalation sagt:

    Mir ist aufgefallen, dass einige Stilmittel noch fehlen:

    Pleonasmus: weißer Schimmel, weißer Schnee, nasses Wasser
    Antithese – Gegensatz:
    Hypotaxe: Kömischer Satzaufbau
    Onomatopoesie – Lautmalerei: Ratatataa
    Gemination – Verdopplung

  26. Theo sagt:

    Servus,

    Dysphemismus bzw. Kakophemismus fehlen ebenfalls

  27. Virginia J. sagt:

    Vielen dank. Die liste war total hilfreich. Auch wenn sie noch nicht ganz vollständig ist. Schreibe morgen eine Deutscharbeit darüber. Allerdingst fehlt mir noch ein Stilmittel welches mit Z beginnt. Vorschläge mit erklärung wären echt super.

    Lg Virginia J.

  28. Marga sagt:

    Hallo Julian,

    danke für diese Liste. Besonders die Unterschiede für die Stilmittel Allegorie, Metapher und Symbol sind für mich sehr hilfreich, ich hatte Schwierigkeiten die Unterschiede herausfinden.

    Lieben Gruß

    Marga

  29. David sagt:

    Ich finde die „Repetitio“ auch noch sehr wichtig.

  30. S sagt:

    Hey,
    die Liste hat mir echt geholfen.
    Aber mir fehlen noch der Hyperbaton und der Homeoteleuton, wäre es möglich diese noch zu ergänzen?
    LG

  31. Feolinja sagt:

    Ich finde die Liste sehr hilfreich, danke 🙂 Aber es stimmt schon, dass man den Zweck der Stilmittel noch dazuschreiben könnte, also was der Autor damit denn eigentlich sagen will. Zu dem Kommentar von Daniel, also ich finde er hat recht, wir lernen in der Schule, wie man Gedichte, Reden, etc. analysiert, aber nicht, wie man sich (im englisch) alltagstauglich verständigt. Wir hatten in der Schule noch nie Hörverstehen was, wie ich bei meinem letzten Urlaub in Irland gemerkt habe, dringend nötig wäre. Das Selbe in Spanisch, wir sollen jetzt nach einem Jahr anfangen zu analysieren, aber ich bin froh, wenn ich zwei Sätze fehlerfrei hintereinander bekomme. Durch unsere ehemalige Leherin haben wir Email Kontakt zu spanischen Schülern bekommen und da habe ich erst recht gemerkt, wie wenig das gelernt im Alltag anwendbar ist. Auch in deutsch sehe ich ein Problem. Wir analysieren alles mögliche, aber kaum einer von uns weiß, wie man eine vernünftige Bewerbung schreibt, oder wie man eine Steuererklärung macht. Ich habe nichts gegen Analysen, denn obwohl man es in den meisten Berufen nicht unbedingt braucht, bildet es ja, wenn man z.B. Gedichte und ihre Epochen verstehen kann. Allerdings finde ich sollten man auch noch andere Dinge lernen, die vielleicht für den Alltag und das spätere Berufsleben wichtiger sind.

  32. Marian sagt:

    Danke. Diese kompakte übersichtliche Liste hat zwei Jahre lang mein Schulleben begleitet :)…. am Dienstag wird dann die Deutsch LK Prüfung geschrieben.. mal sehen!

  33. dave sagt:

    Mir fehlt noch das Lieblingsstilmittel meiner Lateinlehrerin:
    Homoioteleuton.

  34. Pi2001 sagt:

    Die Liste ist noch nicht vollständig vielleicht sollte man auch noch die Stilfigur namens Trikolon hinzu fügen.

  35. honey sagt:

    Puhh…
    grade nochmal Glück gehabt! Schreibe morgen eine Deutscharbeit über Gedichtsanalysen und habe den Zettel mit den Stilmitteln nicht mehr zur Hand!!!

    Aber den Zweck den der Autor mit den Stilmitteln verfolgt mit aufzunehmen, wie jemand vor mir schon erwähnte, fände ich sues bei mir genau an dem Punkt immer hängt! Ich schreib meist nur, dass das etwas verdeutlicht, aber das ist auf Dauer auch eintönig. Grad wenn ich nächstes Jahr in der Oberstufe so ne Analyse über 5-20 Seiten schreiben muss… Also wäre echt klasse!
    Vielen Dank nochmal
    LG Honey

  36. sunny sagt:

    Danke. Hat mir echt geholfen 🙂
    Man könnte vielleicht noch

    Diminutiv = Verniedlichung

    mit rein nehmen.
    Das kommt z. B. in Goethes „Heidenröslein“ vor.

  37. Kurt sagt:

    Mir fehlt die Wirkung auf den Text der einzelnen Mittel, beispielsweise „bringt zuhörerer mit ein“

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