Die utilitaristische Ethik

Utilitaristische Ethik orientiert Entscheidungen an der Nützlichkeit des Handelns, kann jedoch noch weiter differenziert werden. Dies soll in diesem Artikel am Beispiel der drei Utilitaristen Jeremy Bentham, John Stuart Mill und Peter Singer geschehen.

→ Was ist Ethik?

Einer der Hauptvertreter der Nützlichkeitslehre, Jeremy Bentham (1748-1832) vertrat die Auffassung, man könne Nutzen berechnen.

Nach seiner Meinung lässt sich eine allgemeine gute oder schlechte Tendenz einer Handlung feststellen, indem man die Werte alle Freuden bzw. alles Guten gegenüber den Werten allen Leids, allen Übels bzw. allem Schlechten aufaddiert und Bilanz zieht — je nachdem, welche Seite überwiegt, kann nun eine Entscheidung für oder gegen die Handlung getroffen werden.

John Stuart Mill (1806-1873) schwächt die radikale Theorie Benthams, den er sehr bewundert, ab. Neben der Quantität der Freude macht er auch deren Qualität zum Maßstab moralischen Handelns.

Für den Utilitaristen ist das größte Glück nicht des Handelnden selbst, sondern das größte Glück insgesamt entscheidend. Dies setz einen gewissen Edelmut beim Einzelnen voraus — im Notfall (falls das eigene Glück im Vergleich weniger wiegt) muss er zugunsten Anderer auf eigenen Glücksgewinn verzichten.

Da Glück kein sittlicher Wert ist, bleibt beim Utilitarismus die Frage offen, welche Mittel zum Erreichen von Glück recht und rechtens sind. Was sind eventuelle langfristige Folgen? Habe ich meine Interessen definiert?

Peter Singer entgegnet dieser Frage mit dem so genannten Präferenzutilitarismus. Um Interessen zu haben muss man seiner Ansicht nach eine durch Rationalität, Autonomität sowie Selbstbewusstsein definierte „Person“ sein — doch was ist mit körperlich und/oder geistig eingeschränkten Menschen? Peter Singers Ansatz sieht hier keinen Ausweg vor und sorgt damit für reichlich Diskussionsstoff.

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