Theodor Fontane — Leben und Werk

In seiner schriftstellerischen Karriere entwickelte sich Fontane vom Poeten, der kurze Gedichte oder Balladen schrieb, über Korrespondententätigkeit und Reisejournalismus bis hin zum Autor einer Vielzahl an großen Romanen. Letztere erschienen erst ab seinem 60. Lebensjahr, wodurch er eine gewisse Distanz zu den Lebenskonflikten seiner Figuren wahren konnte.

Seine verschiedenen Werke lassen sich vor allem dem (poetischen) Realismus zuordnen, in späten Werken gibt es allerdings auch expressionistische Züge.

Werk

Fontanes Romane sind gespickt mit ironischem Humor und seinem Markenzeichen, detaillierten Charakterisierungen und Beschreibungen. Die typische beschriebene Situation ist die gepflegte Konversation eines Kreises, der an gesellschaftliche Konventionen gebunden ist. Einzelne dieser Runden enthüllen jedoch gegen ihren eigenen Willen ihre wahren Interessen – Fontanes Werk ist stark von Gesellschaftskritik durchsetzt.

Chronik

Kindheit und Jugend (1819–1835)

  • geboren am 30. Dezember 1819 in Neuruppin (nahe Berlin), Sohn des dortigen Apothekers
  • 1826: Umzug nach Swinemünde wegen Spielschulden des Vaters (heute polnische Ostseeküste)
  • 1832/33: Besuch des Gymnasiums in Neuruppin (vorher vom Vater unterrichtet), entstehen erster Gedichte

Apotheker und Poet (1836–1848)

  • 1837: Apothekerlehre in Berlin (auf Drängen des Vaters)
  • 1839: Erste Novelle: „Geschwisterliebe“
  • 1840/41: Apothekergehilfe in Burg (bei Magdeburg), Leipzig, Dresden und beim Vater in Letschin
  • 1843: Erster Kontakt zum Literaturverein „Tunnel über der Spree“ (u.a. auch Theodor Storm)
  • 1844/45 (April–März): Militärdienst (Kaiser-Franz-Grenadierregiment #2) & erste Englandreise
  • Verlobung mit Emilie Rouanet-Kummer & Approbation „Apotheker erster Klasse“
  • 1848: Teilnahme an Barrikadenkämpfen der Märzrevolution

Korrespondent und freier Schriftsteller (1849–1854)

  • 1849: Aufgabe des Apothekerberufs, erstes Buch „Männer und Helden. Acht Preußenlieder“ erscheint, Veröffentlichung politischer Texte in radikal-demokratischer „Dresdner Zeitung“
  • 1850: Heirat (Emilie Rouanet-Kummer), finanzielle Probleme durch fehlende Anstellung
  • 1852: Anstellung bei der „Centralstelle für Preßangelegenheiten“, London-Reisen im Auftrag

Londonjournalist im preußischen Dienst (1855–1858)

Fontane bleibt in London und informiert als erster ein breiteres Publikum in Deutschland über die Kunstströmung der „Präraffaeliten“. Der Regierungswechsel in Preußen lässt Hoffnung auf eine Liberalisierung aufkommen, er kehrt nach Hause zurück.

Reisefeuilletons und Militärhistographie (1859–1871)

Interessante Abenteuer und Gefahr in der Fremde machten Reiseliteratur sehr populär, da sich kaum jemand das Reisen leisten konnte; Entstehen des ersten Bandes seines Wanderungswerks („Wanderungen durch die Mark Brandenburg“) das die Grundlage für Fontanes späteres Schaffen wird bis zu seinem Tod in fünf Auflagen erscheint.

  • 1860: Geburt des sechsten Kindes und Redakteur der „Kreuzzeitung“ (bis 1870)
  • Reisen an Kriegschauplätze, Artikel erscheinen im „Fremdenblatt“
  • 1867/69: Tod des Vaters und der Mutter
  • 1870: Erscheinen von „Der deutsche Krieg“ Bd. 1; Bruch mit der „Kreuzzeitung“

Theaterkritiker (1870–1890)

  • August 1870: Debut als Theaterkritiker bei der „Vossischen Zeitung“ im kgl. Schauspielhaus am Gendarmenmarkt in Berlin, im Oktober wird Fontane während des Urlaubs und der Besichtigung des Kriegsschauplatzes Paris (Deutsch-Französischer Krieg) wegen Spionageverdacht als Kriegsgefangener festgesetzt, er kommt zwei Monate später nach Intervention Bismarcks frei
  • 1871: Erscheinen von „Der deutsche Krieg“ Bd. 2

Freier Schriftsteller (1876–1898)

Nach Reisen mit seiner Frau nach Österreich, Italien und in die Schweiz (1874–1876) entscheidet sich Fontane, nicht länger für Zeitungen arbeiten zu wollen und beginnt seine Arbeit an Romanen als freier Schriftsteller.

In dieser Zeit entstanden viele große Romane – siehe „Fontanes Werk“, S. 1 (in Klammern jeweils Jahr der Veröffentlichung):

Tod

Heinrich Theodor Fontane starb am 20. September 1898 in Berlin.

Quellen

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Ein Kommentar zu Theodor Fontane — Leben und Werk

  1. hgkshg sagt:

    alles lüge!!! hieß sein 1 buch!!!:)

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