Struktur und Wandel der amerikanischen Landwirtschaft

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Landwirtschaft der USA, im folgenden vereinfacht „amerikanische Landwirtschaft“ genannt.

Im einzelnen geht es um die Bedeutung der amerikanischen Landwirtschaft, ihre Struktur sowie den Strukturwandel, der sich in den vergangenen Jahrzehnten vollzogen hat. Desweiteren wird kurz auf Umweltprobleme eingegangen, die mit der Landwirtschaft einhergingen und -gehen.

Bedeutung der Landwirtschaft in den USA

2,4% der Erwerbspersonen in den USA sind in der Landwirtschaft tätig — in der Sparte Industrie sind es 22,6%. Die US-amerikanische Landwirtschaft macht 0,9% des Bruttoinlandsprodukts aus, die Industrie wiederum 19,7%.

Die USA sind der wichtigste Agrarexporteur der Welt, seit 1970 wird jährlich 40-70% der Weizenernte exportiert. So wird die Landwirtschaft zu einer wichtigen Geldquelle. Die USA halten beispielsweise folgende Anteile an der Weltproduktion:

  • Weizen 7,7%
  • Sojabohnen 41%
  • Fleisch 16%
  • Baumwolle 20%
  • Mais 38%

Durch den amerikanischen Liberalismus kann sich der Markt durch Angebot und Nachfrage selbst regulieren, wodurch sich die Produktion schnell an die Märkte anpasst. So entstehen neue Produktionstechniken und -formen, die schnelle Strukturänderungen des ganzen Wirtschaftszweiges möglich machen.

Die staatliche Subventionierung der Landwirtschaft ist in den USA weit geringer als in der EU — die vorhandenen Subventionen gehen zum größten Teil an Großunternehmen, man möchte preiswerte Nahrungsmittel fördern.

Struktur und -wandel der am. Landwirtschaft

Seit 1950 gibt es eine starke Entwicklung in Sachen Effizienz. Die Folge sind wenige, dafür große Betriebe mit wenigen Arbeitskräften, die durch Einsatz von Kunstdünger und Maschinen große Mengen an preiswerten Agrarprodukten herstellen.

So änderte sich auch die Landwirtschaftliche Nutzfläche:

  • 1950: 450 Mio. ha
  • 1989: 431 Mio. ha
  • 2003: 380 Mio. ha

Neben der stärkeren Effizienz sind hierfür allerdings auch die Exportschwankungen und Preisänderungen für Getreide verantwortlich: Exportierte man 1950 den Ertrag von 153 Mio. ha waren es 1969 135 Mio. ha — ein Rückgang, der offensichtlich in keinem Verhältnis mit dem Rückgang der landwirtschaftlichen Nutzfläche zu dieser Zeit steht. Der Faktor Weideland blieb während dieser Zeitspanne unverändert bei konstant 55%.

Mit der Fläche nahm auch die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe ab. Bis 1935 wurde noch Land durch Farmer erschlossen, was selbstverständlich zu einer steigenden Zahl von Agrarbetrieben führte — zu diesem Zeitpunkt waren es 6,8 Mio., 1980 nur noch 5,6 Mio. und seit 1990 gibt es noch 2,1 Mio.

Obwohl selbstverständlich regionale Ausprägungen vorhanden sind, ist die generelle Tendenz eher in Richtung Großbetrieb — wobei die Größe immer noch von Faktoren wie Arbeitsaufwand, Klima und Betriebsform abhängig ist. Während die meisten Riesenfarmen im südlicheren Teil der USA zu finden sind, gibt es in nord-westlichen Gefilden eine große Zahl an Familienbetrieben mit entsprechender Größe.

Betriebsformen

  • Kleinfarmen: viele Rentner-, Hobby- bzw. Teilzeitfarmen, ca. 50 ha, geringes Einkommen (meist Selbstversorgung)
  • Familienfarm: ca. 340 ha, werden allerdings immer weniger, da das Kapital für Modernisierung fehlt
  • Mega-/Super-/Corporate farm: wenige, sehr große (Schnitt: 1164 ha) Großunternehmen mit viel Fremdkapital, hohe Produktionszahlen und dadurch hohes Einkommen

Es herrscht eine duale Struktur vor: Es gibt viele kleine Farmen mit wenig Einkommen und wenige große mit viel Einkommen: 2002 sorgten 7,5% der Farmen für 76,9% des gesamten LW-Verkaufserlöses, filtert man die absolut größten heraus sind es 1,4% der Farmen, die 48% des Erlöses einfahren.

Effizienz

Die Effizienz der landwirtschaftlichen Betriebe wird durch mehrere Faktoren gesteigert: große, leistungsfähig Maschinen und beispielsweise vollautomatische Ställe werden unter dem Begriff Mechanisierung zusammengefasst. Wie in mittlerweile jeder Branche wird auch in der Landwirtschaft Outsourcing betrieben, um Kosten zu sparen. So engagieren die Betriebe beispielsweise Saat- und Erntefirmen, die während der Saison von Mexico gen Kanada ziehen.

Höhere Erträge werden auch durch Spezialisierung erreicht — und die Gentechnologie als Hilfsmittel der Saatgutzucht sorgt mit für widerstandsfähigere Pflanzen und kürzere Anbauzeiten. Um die Bedingungen für das Wachstum optimal zu halten, wird großflächig künstliche Bewässerung eingesetzt.

Das Ergebnis ist eine stark gestiegene Produktivität — sowohl je Fläche als auch je Arbeitskraft. Vergleicht man 1960 und heute, so haben sich beispielsweise die Maiserträge pro Hektar verdreifacht. Und während damals eine Arbeitskraft 25 Personen ernährte, ist dieser Wert bis heute auf über 130 gestiegen.

Diese neue Produktivität bringt auch das Problem der Überproduktion mit sich — wohin mit all den Lebensmitteln?

Umweltprobleme

Das größte Umweltproblem der US-amerikanischen Landwirtschaft ist die anhaltende Bodenzerstörung. Als Folge der Bewirtschaftung durch Farmer liegen Gebiete brach, die nicht mehr durch angepasste Vegetation geschützt sind. So entstehen beispielsweise Staubstürme, die fruchtbaren Boden wegtragen — wer sich für diese Thematik interessiert, dem wird eine Suche nach dem Begriff „Dustbowl“(Staubschüssel) empfohlen.

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2 Kommentare zu Struktur und Wandel der amerikanischen Landwirtschaft

  1. Johann sagt:

    Vielen Dank für die Übersicht. Weißt du, wie sich die drei Betriebsformen in etwa prozentual aufteilen und was die durchschnittliche Betriebsgröße in den USA ist?

  2. eva Pillamann sagt:

    Ich und mein Schulkollege finden diese Seite sehr hilfreich. Bei unserem Erdkundevortrag hat sie uns sehr viel weitergeholfen. Vielen dank für die Blumen

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