Das Wandern als Motiv in der Romantik

Wieso ist ausgerechnet das Wandern ein häufiges Motiv in der romantischen Lyrik?

Das Thema Wandern schliesst sehr viele für die Dichter der Romantik wichtige Gesichtspunkte ein, die man zum einen Teil einer positiven Gruppe zurechnen kann, zum anderen existieren jedoch auch ebensoviele negative Aspekte. Durch diesen Mix an verschiedenen wichtigen Inhalten wird das Wandern zu einem zentralen Motiv der Romantik.

Welche Gesichtspunkte kann man auf der Liste der positiven Aspekte aufführen?

Ein Gebot beim Wandern ist, im Einklang mit der Natur zu sein. Freiheit und Ungebundenheit sind Gefühle, die der Wanderer im Vertrauen zu Gott und bei der Begegnung mit seiner Schöpfung hat — ebenso kann eine träumerische Sehnsucht nach einer besseren Welt aufkommen.

Doch wie bereits gesagt, gibt es ebenso Negative Gesichtspunkte, die wir sowohl beim Wandern als auch als Gedanken der Romantik vorfinden: Das Bild eines einsamen Wanderers beispielsweise zeugt von Isolation und sozialer Kälte — ein durch Ruhelosigkeit verursachter innerer Zwang treibt ihn auf seinem Weg vorran. Auch die in romantischen Werken vorkommende Todessehnsucht kann beispielsweise durch das Gefühl der Auswegslosigkeit aufkommen, die ein Wanderer erfährt, der sich nach tagelangem Marsch in der Einsamkeit verliert.

Eines der wichtigsten Bilder, die die Romantiker im Wandern sehen, ist auch das Bild der Sehnsucht. Das wahre Ziel ist nicht erreichbar, also wird der Weg zum Ziel. In romantischen Werken werden häufig Wünsche und Vorstellungen beschrieben — schöne Gedanken, die überhaupt nicht realisierbar sein sollen bzw. nur in der Fiktion existieren sollen und nicht zu realen Erlebnissen werden sollen.

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Ein Kommentar zu Das Wandern als Motiv in der Romantik

  1. Was machen die kulturellen Unterschiede aus?

    Wandern ist eine Gute Sache! Könnte man zusammenfassen. Selbst habe ich das allerdings etwas spät verstanden. Zum einen weil ich aus einem Land komme (Polen), in dem Wandern kaum bekannt ist. (die Leute tun es einfach nicht) und zum anderen, weil nach dem ich hier kam, brauchte ich gewisse Zeit bis ich die Idee des Wanderns selbst begriffen hatte.

    Was ich aber betonen wollte: erst jetzt wurde mir klar, dass manche Länder einfach ärmer sind weil es dort solche Sachen gar nicht gibt, – Wandern meine ich, geschweige schon von der Suche nach der Romantik im Wandern.
    Gruß.

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