EU-Strukturpolitik: Irland als „Celtic Tiger“

Die bis vor kurzem boomenden „Tigerstaaten“ Südostasiens haben dazu beigetragen, dass man Irland nun den „Keltischen Tiger“ bzw. „Celtic Tiger“ nennt.

Zusammen mit Großbritannien und Dänemark trat Irland 1973 der EG/EU bei — als damals strukturschwaches Land mit dem geringsten Pro-Kopf-Einkommen der Gemeinschaft der Neun — und profitierte sehr von den Fördermitteln der EU.

Das ehemalige klassische Auswanderungsland am Rande Europas entwickelte sich nach 1990 so rasant, dass es in den nächsten Jahren wohl zum EU-Nettozahler wird — also keine Fördergelder aus dem Kohäsionsfonds mehr erhält.

Woher kommt eine solche Entwicklung?

Den entscheidenden Schritt tat die irische Regierung 1987, als sie ihr „Program for Prosperity and Fairness“ vorstellte, das Gewerkschaften zu Streikverzicht und Lohnzurückhaltung verpflichtete, die Regierung im Gegenzug zu Steuersenkungen. So wurden Unternehmen und Arbeitnehmer finanziell entlastet.

Durch die schnellen Genehmigungsverfahren durch Investment and Development Agencies und die vorher vorgestellten günstigen Investmentbedingungen zog man — vorallem amerikanisches — Kapital ins Land und schuf bis 2004 rund 90.000 Arbeitsplätze (Direktinvestitionen in Höhe von 34 Mrd. US-$ von 570 US-Unternehmen).

Durch die aktuelle Vollbeschäftigung wird Arbeit in Irland jedoch immer teurer — Arbeitskräfte sind kaum noch zu bekommen. Kann die Insel durch durchschnittliche Preise von 17€ je Arbeitsstunde zum Opfer ihre eigenen Erfolgs werden?

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