Preußische Reformen (1807-1815)

Die in Preußen herrschende tiefe Kluft zwischen aufstrebendem Bürgertum und ständischer Feudalobrigkeit, zwischen lokal üblichem Gewohnheitsrecht und aufklärerischem Gedankengut und die verkrusteten Denkstrukturen waren vor allem im militärischen Bereich sichtbar.

Beim völligen Zusammenbruch Preußens im Krieg gegen Napoleon 1807, durch den Frieden von Tilsit und die Besetzung Preußens durch Napoleon mussten die Reformer feststellen, dass die ehemalige preußische Militärmacht auf den tönernen Füßen veralteter Söldnerheer-Strukturen stand.

Doch auch im zivilen Bereich, zum Beispiel in der Bildung, konnte man in Preußen sehr schlecht mit den Errungenschaften der Französischen Revolution konkurrieren, um Preußen vor einer Dominanz Frankreichs zu schützen.

Stein, Hardenberg, Scharnhorst und Humboldt setzten die Änderungen nicht vorrangig zum Wohle der Bevölkerung um, sondern gingen Kompromisse ein, um das bisher bestehende System wenigstens in seinen Grundsätzen zu erhalten und die Stimmung der Bevölkerung zu verbessern.

So werden Freiheiten für Person, Besitz, Beruf, Freizügigkeit, Rechtsgleichheit sowie eine staatliche Schulordnung eingeführt sowie Adelsprivilegien aufgehoben, doch die Monarchie soll mit alleiniger Rechtsprechung durch den König bleiben.

Trotz alledem: Der Weg führt weg von absolutistisch regierten Ländern mit adeligen Ständen hin zum staatsbürgerlichen Rechts- und Industriestaat.

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