Reichsdeputationshauptschluss und Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

Die französischen Revolutionskriege hatten die französische Ostgrenze bis zum Rhein hin verschoben und damit zahlreiche deutsche Fürsten um ihre linksrheinischen Besitztümer gebracht.

Im Reichsdeputationshauptschluss wurde 1803 festgesetzt, dass die depossedierten weltlichen Fürsten durch säkularisierte kirchliche sowie durch mediatisierte kleinere weltliche Herrschaften bisheriger Reichsstände abgefunden werden sollten.

Die Säkularisation und die anschließende Mediatisierung veränderten das Reich völlig. Der Reichszusammenhalt verlor mit den geistlichen Fürsten und den traditionell loyalen Reichsstädten seine Hauptstützen. Die Reichskirche hatte aufgehört zu existieren, die Besonderheit des Reiches, die Reichsfürsten, die das Reich eigentlich zu dem machten, was es war.

Zum Untergang der Reichskirche hatte die antiklerikale Position Frankreichs stark beigetragen — so konnte man den Kaiser einer seiner wichtigsten Machtpositionen berauben. Zusätzlich trugen der aufklärerische Zeitgeist und der abolutistische Allzuständigkeitswahn dazu bei, dass die Reichskirche obsolet wurde — sogar katholische Reichsfürsten begannen, Begehrlichkeiten zu entwickeln.

Dadurch wurden die bisher katholisch dominierten Gremien Reichsfürstenrat und Kurfürstenrat mehrheitlich evangelisch — zudem reduzierte die napoleonische Flurbereinigung die Anzahl der unmittelbaren Reichsterritorien durch Zusammenfassen einer Vielzahl kleinerer Gebiete.

Napoleon war es also gelungen, eine Reihe von Satellitenstaaten zu schaffen, die groß genug waren um dem Kaiser Probleme zu bereiten, jedoch zu klein um die Position Frankreichs zu gefährden. Diese vor allem nord- und westdeutschen Staaten werden 1806 unter Napoleons Federführung zum Rheinbund zusammengeschlossen, woraufhin Kaiser Franz II die Reichskrone niederlegt und das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ für aufgelöst erklärt.

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