Europa als Kulturerdteil und die Europäisierung der Erde

Ein Kulturerdteil ist ein Raum subkontinentalen Ausmaßes, dessen Einheit auf dem individuellen Ursprung der Kultur, auf der besonderen einamligen Verbindung der landschaftsgestaltenden Natur- und Kulturelemente, auf der eigenständigen, geistigen und gesellschaftlichen Ordnung und dem Zusammenhang des historischen Ablaufs beruht.

Newig

Soweit Newigs Definition des Begriffs „Kulturerdteil“. Was aber sind nun die Kennzeichen des Kulturerdteils Europa?

Kennzeichen des Kulturerdteils Europa

Durch die zunehmende Verbesserung der Lebensverhältnisse in Europa konnte sich die Bevölkerung neben der Nahrungsbeschaffung auch mit Problemen und Fragen im weiteren Sinn befassen, somit gab es eine geistesgeschichtliche Entwicklung. Durch die Beschäftigung mit den Wissenschaften, durch bessere Infrastruktur und den stärkeren Städtebau entwickelte sich eine Industriegesellschaft, auch die Bildung von Staaten und staatlichen Organen ließ nicht lange auf sich warten.

Aus dieser raschen Entwicklung wuchs eine Art Vorreiterrolle für die Europäer — man sah sich in einer Vorbildfunktion. Was folgte, war die Europäisierung der Erde. Was bedeutet das konkret?

Europäisierung

Der Begriff „Europäisierung“ schließt die Ausbreitung europäischer Sprache und Bildung, Wirtschaft und Technik, der Lebensweise und Kultur über die Erde ein — also schlicht alles, was Europa zu Europa machte. Diese Art der Europäisierung wurde vor allem in der Zeit des Kolonialismus gepflegt, da sich zu dieser Zeit Europäer in vielen Teilen der Erde ausbreiteten und ihre Gewohnheiten dorthin mitnahmen. Noch heute kann man das an verschiedenen Faktoren festmachen: In Südamerika spricht man Spanisch, in Afrika Französisch — fast weltweit werden Anzüge mit Krawatte getragen oder mit Messer und Gabel gegessen.

Enteuropäisierung

Doch keine Strömung ohne Gegenpart: Mit der Unabhängigkeitserklärung der USA begann die Enteuropäisierung. Die Kolonien wurden befreit, was zur Pflege des eigenen Kulturgutes beitrug. Probleme gab es hierbei in wirtschaftlichen Bereichen — die europäisch organisierte Landwirtschaft (Stichwort Kaffeeanbau) funktionierte nicht mehr, um sich mit genügend Nahrung versorgen zu können, musste man die angelegten Monokulturen aufgeben. Schließlich folgte eine stufenweise Selbstentmachtung Europas durch die beiden Weltkriege, wobei vorallem Großbritannien und Frankreich Bedeutungseinbußen einstecken mussten.

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