Das Referat

Fasst man es ganz kurz, ist ein Referat der Vorgang indem ein Spezialist Laien ein Thema erläutert, mit dem diese sich bisher noch nicht beschäftigt haben. Das Ziel dabei ist der Erkenntnisgewinn über das Wesentliche. Wie geht man nun vor, wenn man ein Referat halten soll?

1.) Thema erschließen

Der erste Schritt zur Vorbereitung eines Referats ist die Erschließung des Themas. Zuerst sollte man sich immer darüber klar werden, was man denn überhaupt behandeln soll — und wo es sich hierbei evtl. anbietet, schon bei den Recherchen Schwerpunkte zu setzen. Wer genau weiß, wonach er suchen muss, tut sich in der Regel sehr viel leichter — genaue Planung zahlt sich aus.

2.) Materialsammlung

Ist man bei diesem Punkt der Vorbereitung angekommen, hieß es früher von einer Bibliothek zur nächsten zu rennen, sich auf Wartelisten einzutragen und wenn man die ersehnten Bücher schließlich hatte, diese zu wälzen um an die benötigten Informationen zu kommen. Heute gibt es eine Quelle, für die man meistens keine größeren Wege zurücklegen muss — der nächstgelegene Computer stellt wahrscheinlich schon einen Internetzugang für die Recherchen bereit.

Hier erwarten einen Informationen in Ausmaßen, wie man sie durch bloße Bibliothekenbesuche niemals hätte bekommen können — jeder kann heutzutage einfach seine Gedanken im Internet preisgeben. Doch genau hier liegt das Problem:

3.) Sichten und Ordnen von Inhalten

Wie erfährt man, ob die ergoogelte Quelle die Wahrheit sagt oder vielleicht nur nach einer eigenen Logik zusammengereimtes Halbwissen präsentiert? Hierzu gibt es leider kein Patentrezept — auch wenn man beispielsweise auf mehreren Websites übereinstimmende Informationen findet, kann das durchaus falsch sein. Um zu vermeiden, dass man solchen Fehlinformationen aufsitzt, sollte man die Texte vergleichen. Im Internet wird viel voneinander abgeschrieben und kopiert, oftmals werden sogar ganze Passagen ohne Quellenangaben übernommen. Das Ziel — nämlich den Erkenntnisgewinn — kann nur erreichen, wer auf seine Quellen vertrauen kann. Ohne kritische Auseinandersetzung mit den dargebotenen Informationen kommt man also nicht weiter.

Hat man genug Material gefunden, das als Grundlage für das Referat dienen kann, geht es ans Sortieren. Hierzu ist es hilfreich, die verschiedenen Informationen nach Oberbegriffen zu ordnen und auf die wichtigsten Punkte zu reduzieren.

4.) Gliederung erstellen

Man kann sein Referat nach verschiedenen Gesichtspunkten gliedern, sein Thema in einem kreativen Rahmen präsentieren und hat somit vielfältige Strukturierungsmöglichkeiten. Doch nicht alles führt in gleicher Art und Weise zum Ziel. Ein erfolgreiches Referat baut meist auf eine Einleitung auf, die zum Thema hinführt, Interesse wecken soll und nötigenfalls schon jetzt Fachbegriffe klärt, die im weiteren Verlauf von großer Bedeutung sind.

Als nächstes folgt der Hauptteil, das „eigentliche Referat“ quasi. Hier ist es wichtig, auf eine logische Gedankenführung zu achten — dabei muss man immer daran denken, dass sich die Zuhörer in der Regel noch nicht mit dem Thema befasst haben, also verstärkt darauf angewiesen sind, einem roten Faden folgen zu können. Dazu gehört es nicht nur, Sinnabschnitte zu bilden, die sich an den Oberbegriffen orientieren, die man im Arbeitsschritt 3 gefunden hat — Nein, auch die Überleitungen zwischen den einzelnen thematischen Blöcken müssen sinnvoll und nachvollziehbar sein.

Um nach der Informationsflut, die man auf seine Zuhörer losgelassen hat, auch zu einem Ende zu kommen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die wichtigsten Punkte auch wirklich angekommen sind, bietet es sich an, das Referat mittels einer kurzen Zusammenfassung abzurunden. Wenn das Thema es anbietet, kann man an dieser Stelle auch noch eine persönliche Meinung loswerden — wichtig ist hierbei, sich kurz zu fassen und nicht ins Endlose auszuschweifen.

Bemerkungen

Nicht nur die Vorbereitung zählt — die Art des Vortrags ist sehr wichtig! Hierzu zählen die bekannten Faktoren, die bei vielen Gelegenheiten und somit nicht nur beim Referat von entscheidender Bedeutung sind: Man sollte frei sprechen, aber vor allem laut und deutlich.

Wie präsentiert man seine Inhalte anschaulich? Viele denken hierbei an PowerPoint-Präsentationen mit vielfältigen Effekten. Doch leider sind spektakuläre Übergänge zwischen den Folien meist destruktiv und lenken den Zuhörer nur unnötig ab. Generell gilt: Man sollte den Medieneinsatz sinn- und maßvoll gestalten und dabei nie vergessen, dass das Referat nicht daraus besteht, Notizen von den Folien einer Präsentation abzulesen, sondern dass diese ein begleitendes, die zu vermittelnden Inhalte unterstützendes Instrument sein soll. Und auf keinen Fall mehr.

Meistens schreiben sich die Zuhörer wichtige Punkte sofort während dem Referat auf, um sich später an die einzelnen Inhalte zu erinnern. Zur weiteren Ergebnissicherung ist es jedoch üblich, das Referat und seine wichtigsten Daten auf einem sogenannten „Thesenpapier“ zusammenzufassen, das man seinem Publikum zur Verfügung stellt.

Fazit

Auf keinen Fall vergessen sollte man, dass meistens nach dem eigentlichen Referat noch eine Diskussion mit möglichen Rückfragen zum Thema folgt — doch wer gut vorbereitet ist, sollte damit keine größeren Schwierigkeiten haben.

Beachtet man die einzelnen Punkte und bereitet sich ordentlich vor, sollte einem guten Referat nun nichts mehr im Weg stehen.

Tipp: Hält man das Referat vor dem eigentlichen Termin vor einem oder mehreren anderen Zuhörern, wird man nicht nur sicherer im Vortrag und mit dem Thema vertrauter, sondern kann auch besser einschätzen, wieviel Zeit man im Endeffekt braucht. Hierbei gilt jedoch gleichzeitig auch, dass man vor Publikum meistens etwas schneller fertig ist als beim Probehalten.

In diesem Sinne, viel Erfolg!

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