Die Ursachen der französischen Revolution 1789

Es gibt drei große Ursachen für die Revolution 1789 in Frankreich, die zur Krise des Ancien Régime führten:

  • Wirtschaftskrise in den 1780er Jahren
  • soziale Spannungen zwischen den Ständen
  • drohender Staatsbankrott durch die Unfähigkeit des Staates zu einer Steuerreform

Wirtschaftliche Probleme

Trotz der geringen Produktion der Landwirtschaft im französischen Feudalsystem und der nahezu erstarrten handwerklichen Produktion der Zünfte war das 18. Jahrhundert eine Blütephase der französischen Wirtschaft. Wie kann das sein? Durch den aufkommenden Kapitalismus und eine schrittweise Liberalisierung des Marktes sowie die Aufhebung von Zöllen entstand ein lebhafter Fernhandel. Angebot und Nachfrage bestimmt den Preis.

Im Zuge dessen fallen jedoch die Handwerks- und Getreidepreise. Handwerker, Bauern und arme Landadlige – die ihren Lebensunterhalt hiermit bestreiten – werden zu Gegnern des Wirtschaftsliberalismus, Frauen und Kinder, die aus dem Handwerk verdrängt werden, werden zur Konkurrenz für die Arbeiter in den Städten. In eine besonders mißliche Lage geraten die seit der Krise im Textilexport 1787 Arbeitslosen, als 1788/89 der Brotpreis auf Jahrhundertrekordniveau steigt.

Soziale Spannungen

Soziale Spannungen sind in einer Ständegesellschaft, in der der dritte Stand 98% (90% Bauern und 8% Bürger) ausmacht, jedoch kein Mitspracherecht hat, nicht verwunderlich. Es zählen auch noch weitere Faktoren, wie z.B. Bodenbesitz (Bauern besaßen 1/3 des Bodens, meist schlechten; die Hälfte der Bauern verdingte sich als Tagelöhner oder Knecht und bildete die Arbeiterschaft in den Städten) oder die Steuerlast (Klerus und Adel waren von Steuern befreit, die hauptsächliche Steuerlast hatte die Handel treibende Bourgeoisie zu tragen).

Steuerprobleme im Frankreich des 18. Jahrhunderts

Im schwachen Absolutismus unter Ludwig XV. und Ludiwg XVI. konnten die Parlamente erfolgreich die Interessen des Adels vertreten. Kriege, die aufwendige Hofhaltung sowie ein großes ständiges Heer ließen die Staatsschulden ins unermessliche steigen – auf der anderen Seite sanken die Einnahmen, da Klerus und Adel von Steuern befreit waren und sich wohlhabende Bürger – die verbleibenden Steuerzahler – Ämter und damit den Adelsstatus kaufen konnten. Jeder Versuch zu einer Steuerreform scheiterte an den Parlamenten.

Die Krise des Ancien Régime

Im Jahre 1786 sind die Staatsausgaben 25% höher als die Einnahmen, fast 2/3 letzterer müssen zur Schuldentilgung verwendet werden – ein Staatsbankrott scheint unvermeidlich. In einem letzten Versuch zur Rettung erzwingt der König eine Steuerreform, erntet jedoch nur durch Revolten des Adels ausgelöste Unruhe gegen ihn. Ludwig XVI kann den Staatsbankrott im August 1788 auch durch Einberufung der Generalstände für den 1. Mai 1789 nicht verhindern.

Nach diesem Jahrzehnt der Dauerkrise muss der Staat einen starken Autoritätsverlust hinnehmen – das Gefühl der Unerträglichkeit der Lage zieht sich durch alle Bevölkerungsgruppen und die Ideen der Aufklärung sowie das Vorbild der amerikanischen Revolution (1776-1783) ermutigen zu Forderungen.

Die Generalstände

Die Generalstände stellen eine Versammlung von Vertretern der drei Stände dar. Adel und Klerus wollen hier den dritten Stand von Entscheidungen ausschließen, worauf der dritte Stand

  • die doppelte Anzahl an Vertretern,
  • eine Abstimmung nach Köpfen statt nach Ständen
  • und die Abschaffung sämtlicher Privilegien der ersten beiden Stände

fordert. Obwohl im folgenden auch der Adel eine Ständevertretung zur Kontrolle der Regierung fordert, stellt niemand die Staatsform der Monarchie in Frage.

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35 Antworten auf Die Ursachen der französischen Revolution 1789

  1. Anonymous sagt:

    Vielen Dank^^

    Klassischer Hausaufgabenerleichterer

  2. pat sagt:

    gute seite mt vielen infos

  3. Anon sagt:

    Gut geschrieben, sehr informativ, bringt mich um einiges weiter in meinem Referat, leider füll ich damit noch keine 10 minuten.

    Aber sehr gut geschrieben, Danke. =)

  4. Jeannie. sagt:

    hilft mir sehr bei meiner abschlussprüfung.behandelt zwar nicht alles aber zumindest die ursachen :)

  5. DM - Generation. sagt:

    Moin!:D
    Wir machen in Geschichte gerade ein Referat darüber… Hat uns seeehr geholfen! ;D
    Mal schauen, wie das so ankommt. xD
    Jo! :D
    Grüße an euch alle! Jubilate deo! :D

  6. Anonymous sagt:

    Hallo! :)

    Ganz gut, um einige Informationen herauszupicken, aber viel zu umständlich umschrieben und viel Unwichtiges.

    Aber trotzdem vielen Dank, hat mir dennoch geholfen! ;)

    Liebe Grüße! :)

  7. think sagt:

    Ziemlich gut auf den Punkt getroffen. Sehr gute hilfe! Dankeschön.

  8. Moddx sagt:

    wirklich guter text !! sehr einfach zu verstehen und nicht mit zuviel unwichtigem überladen. außerdem sehr übersichtig

  9. Jochanna sagt:

    Hallo! :)

    Total übersichtlich aufgebaut und gut verständlich gemacht!
    Außerdem zu allen Punkten nur das Wichtigste beschrieben und nichts
    Unwichtiges dazu genommen.
    Meine Hausaufgabe ist nun erledigt!

    Mfg Johanna :>

  10. Wir sagt:

    Fanden wir sehr gut & informativ.!!
    Leider gab es auf anderen Websites andere Infos die uns etwas verwirrt haben. x]

    Liebe Grüße an alle die das lesen x*

  11. ich sagt:

    heii
    die seite is sehr gut aufgebaut aht mit hama bei meinen hausaufgaben geholfen:)
    weiter so!XD
    lg

  12. ich sagt:

    endlich habe ich verstanden durch was die Französische Revulution verursacht wurde

    haben das gerade im unterrich, doch bis jetzt habe ich noch nichts davon verstanden

    vielen danke ! ;)

  13. mausi sagt:

    gut geschrieben hat mir echt geholfen! hoffe ich kann das bei test auch sagen…! :D

  14. Danni sagt:

    danke für die hilfe, hat mir mein geschichtsreferat echt erleichtert
    weiter so!

  15. Michael sagt:

    Das stimmt so nicht ganz.

    Ludwig der 14te hatte den Staat durch seinen pompösen Stil so nachhaltig ruiniert, dass die Einnahmen nichtmals mehr reichten, um nur die Zinsen zu bedienen. Wir wissen heute, dass die Zinsen etwa das vierfache der Einnahmen betrugen – der “Sonnenkönig” hinterlies seinem Nachfolger (Ludwig dem 15ten, der noch ein Kind war und die Staatsgeschäfte von seinem Onkel (Phillip von Spanien) geführt bekam) nichts weniger als den unausgerufenen Bankrott.

    In ihrer finanziellen Not wandte sich der französische Hof an einen “externen Sachverständigen”, nämlich den Schotten John Law (von den Franzosen “Lass” ausgesprochen). Law wird heute gerne als Ökonom bezeichnet, aber er war eigentlich “nur” der Sohn eines Geldverleihers und Goldschmieds aus Edinburgh; “Ökonomie” als Fach gab es damals noch nicht. Jedenfalls war Law kein Ökonom, sondern ein professioneller Glückspieler und überaus brillianter Kopfrechner. Und außerdem war Law ein Kenner der Schriften von Bernoulli und Anrnauld, die anspruchsvolle Essays zur Wahrscheinlichkeitsrechnung und Spiellogik verfasst hatten, und Law hatte sich mit diesem Wissen bereits ein wahrhaft gigantisches Vermögen und den Ruf eines überragenden Geldgenies erspielt.

    Law wurde also an den frnz. Hof gerufen und um Rat gebeten. Die Situation, die Law dort sah, war völlig verfahren, sodass Law nur noch einen einzigen Ausweg sah: Die Gründung einer Bank. (!)

    1716 wurde also mit königlicher Lizens die erste Zettel-/Notenbank in Europa gegründet, nämlich die “Bank Royale”. Law ließ die Bank die (immensen!) Staatsschulden übernehmen und verteilte im Gegenzug Schuldzettel (also Banknoten) an die Gläubiger. Die Notenzettel symbolisierten damit den berechtigten Anspruch an die Bank, die notierte Geldsumme an den Überbringer auszuzahlen. Law wusste durch seine Studien über die Bank of Amsterdam, dass nur selten Gläubiger kamen, um die leichten, praktischen Zettel gegen das schwere und unhandliche Gold einzutauschen. Die paradoxe Folge davon war, dass die Bank es nicht nötig hatte, die verbrieften Werte wirklich zu besitzen oder im Tresor zu haben, sondern es genügte, gemeinhion vertrauenswürdig und zahlungsfähig zu gelten. Es kam, wie Law geplant hatte: Die Gläubiger waren begeistert und benutzten die Schuldscheine schnell genau so, wie wir auch heute noch unsere Banknoten benutzen: nämlich als direktes, praktisches und überaus bequemes Zahlungsmittel, dass nur Werte verspricht und symbolisiert, aber selbst ohne Eigenwert ist. Der Coup war perfekt: Quasi nebenbei hatte Law es geschafft, die Staatsschulden “verschwinden” zu lassen und obendrein auch noch Geld mit diesen Schulden zu verdienen. Er konnte sogar weiter Schulden machen, indem er einfach neue Schuldscheine (Banknoten) druckte und verteilte.

    Weil das System so gut funktionierte, fügte Law bald noch einen zweiten Trick hinzu, indem er eine Aktiengesellschaft gründete. Die Werbebroschüren für seine “Mississipi-AG” warben bei den (bürgerlichen) Investoren mit der verlockenden Aussicht, am großen Goldrausch in der Neuen Welt (=Amerika) mitzuverdienen, denn seine AG sollte Gold in Lousiana schürfen und damit viel, viel Geld verdienen. Law behauptete also, hinter den Aktien stecke Gold. Aber jeder, der Aktien dieser Gesellschaft kaufen wollte, konnte dies nur mithilfe eines Kredites tun, den wiederum nur seine (!) Bank Royale ausgeben durfte. Die bürgerlichen (bourgeoisen) Käufer taten genau das: sie nahmen Kredite auf und kauften begeistert Aktien, während die Aktien selbst wiederum als “Sicherheit” für den “Kredit” von der Bank Royale eingezogen wurden.

    Der Clou von Law flog bald auf: Boten aus Übersee kamen und erklärten, in ganz Lousiana gäbe es kein Gold. Die Aktienpreise brachen ein, und Law engagierte sogar die Pariser Bettler, damit diese mit Hacke und Spaten durch die Champs Elysee liefen und jedermann erklärten, sie gingen nach Lousiana zum Goldschürfen. Das half eine Weile, aber schließlich fiel die Aktie von den umgerechnet rund 30.000 Euro auf Null. Die ganze Aktion ging später als der “Mississippi-Schwindel” in die GEschichtsbücher ein, an dem sich schließlich auch die französische Revolution entzündete. Denn die bürgerlichen Käufer sahen sich bösartig geprellt, betrogen und für dumm verkauft, denn Law hatte sie nicht nur hereingelegt und um ihre Ersparnisse gebracht, sondern viele Bürgerliche waren zudem auch noch hoch verschuldet – für nichts! Mit einem üblen Spielertrick hatte Law das gesamte im Umlauf befindliche Geld eingestrichen und obendrein das Bürgertum an das Gängelband seiner Bank geknotet.

    Der Artikel oben erwähnt ja schon, dass das Bürgertum der eigentliche Wirtschaftsmotor im 18. Jhd. war. Aber nun war dieser Motor ruiniert, und die gesamte Wirtschaft fror augenblicklich ein. Die Preise explodierten ebenso wie die Arbeitslosigkeit, und Bürgerliche wie Arbeiter rotteten sich nun zusammen, um dem Adel – der als einziger hervorragend an den (mitfinanzierten) Betrügereien verdient hatte, nun gehörig die Flügel zu stutzen. Der Adel hatte sich als Feind enttarnt (= Ancien regime), und die Wut der Bevölkerung entlud sich bekanntlich in den blutigen Umbrüchen der französischen Revolution.

    Tja, so war das. Spannend, nicht?

    Herzlich!

    • MrImportant sagt:

      Sehr spannend. Allerdings ist das Ausmaß des Zusammenbruchs der Bank nicht für die Revolution wirklich von Bedeutung gewesen. Es wurden einige Bürger um ihr Geld betrogen. Und? Das gab es auch schon zuvor. Als es den Auslöser der Französischen Rev. zu bezeichnen halte ich für eine Überbewertung der Geschehnisse!

  16. Mena sagt:

    endlich mal richtig aufgelistete Ursachen.. :)
    Danke_-

  17. GeschichtsNiete sagt:

    Hey vielen vielen Dank!

    mein Lehrerin kann nichts rüberbringen und jetzt versteh ich mal alles! Ein Teil der Klausur ist geschafft!

  18. THX sagt:

    Danke aber ich habe noch ne frage wieso wehrte der dritte stand sich erst 1789?
    Thx im voraus..!

  19. MrImportant sagt:

    3 wichtige Dinge fehlen mir:

    - Das Erstarken des Bürgertums, das trotz wirschaftlicher Stärke keine politischen Rechte hatte, diese aber nun einfordern wollte.
    - Neue aufklärerischen Ideen, die eine große Zustimmung unter den Intellektuellen genossen und sich verbreiteten.
    - Die Beteiligung Frankreichs am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, bei dem Soldat wie Staatsökonom mit den Freiheitsgedanken in “Berührung” kommen.

  20. Pingback: Die Französische Revolution | [exbook]

  21. FSG WEIMAR sagt:

    hi ;D
    in geschichte machen wir morgen irgend so nen stationswechsel und wir müssen das abgeben ich hoffe das was gutes raus kommt.
    hat mir auf jeden fall weiter geholfen.
    DANKE :)

  22. Laura sagt:

    Boah…Das hat mir mega geholfen…Musste nämlich in Geschichte eine Tabelle machen mit den Gründen der Revolution…Musste das nur noch auf dänisch übersetzen, weil ich es in der Sprache brauchte… :) Aber trotzdem gut. Hoffe ja mal, dass das gut bei meinem Lehrer ankommt…. :D

  23. marie sagt:

    geschichte gfs über die ursachen der französischen revolution … danke für die guten infos, hier hab ich mehr erfahren als auf wikipedia :)
    dankee (:

  24. Hannah Schulz sagt:

    Danke wird mein refarat:)

  25. SassiiLovesPatriick sagt:

    omg, richtig hilfreich!! ich habs beim Lehra echt nicht verstandn!!
    aber eins versteh ich imma noch nicht: wer genau ist ludwig XVI ??
    kann mia da jemand weiter helfen pls? danke jetzt schon :*

  26. Kathi sagt:

    Danke!
    Hat mir für die Arbeit morgen sehr geholfen!! Sehr gut geschrieben:-)

  27. Caro sagt:

    Super Infos! Danke! ;)

  28. Alex sagt:

    Die Einberufung der Generalstände erfolgte am 5. Mai 1789
    -> nicht am 1.Mai

  29. icetea1999 sagt:

    Da kann ich nur zustimmen.

  30. Anonymous sagt:

    Hat mir gut weiter geholfen :)
    Ich hoffe ihr macht weiter so auch wenn ich sehr gerne mehr Infos hätte

    Viele Dank für die Hilfe

    A

  31. Nura sagt:

    Super, echt gut, wenn man im Unterricht mal nicht zugehört hat! ;)
    Ein paar Sachen sind zwar zu überflüssig und bei anderen könnte man dafür mehr ins Detail gehen, aber abgesehen davon wirklich sehr hilfreich! :)

  32. DAN KE sagt:

    Vielen Dank !
    Hat mir gut weiter geholfen !

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