Navigation und Navigationskunst

Der Begriff

  • Steuermannskunst zu Meer, Land und in der Luft
  • Zurechtfinden im geografischen Raum, um einen bestimmten Ort zu erreichen
  • Bestimmen der Position (Ortung)
  • Berechnen des Weges zum Ziel
  • Führung des Fahrzeugs zum Ziel, optimaler Kurs

Navigations- vs. Lotsenkunst

Bevor man navigieren konnte, gab es nur die Lotsenkunst. Die Lotsenkunst bezeichnet das „Hangeln“ an der Küste von Punkt zu Punkt, wobei man sich maximal 35km von der Küste entfernte. Mit der Entwicklung der Navigationskunst konnte man diesen schmalen Streifen verlassen und sich auf die See hinauswagen.

Portulan bzw. Portolan

Um ca. 1300 entwickelte man in Italien erste Portulane (von ital.: portolano, abgeleitet von lat. portus, “Hafen”, bedeutet “Lotsenbuch”). Diese Steuermanns- oder Hafenbücher enthielten Beschreibungen von Küsten- und Hafenverhältnissen, Gezeiten sowie eine seh genaue Seekarte. Sie waren bis zum Aufkommen des Buchdrucks (15. Jh.) und moderner Karten die am meisten genutzten Informationsquellen der Navigatoren.

Astronomische Navigation

Ohne Ortung ist keine Navigation möglich – daher orientierte man sich auf See an der Sonne und beispielsweise dem Polarstern. Man verwendete den Jakobsstab (bzw. das Astrolabium oder den Quadranten), um den Höhenwinkel von Fixsternen zu messen, mit Hilfe derer man die geographische Breite bestimmte.

Weltkarten

Weltkarte von Martin Waldseemüller
Es gab zunehmend Weltkarten wie die von Martin Waldseemüller (auch zu finden auf Seite 9 des Heftes „Mundus Novus“ aus der Reihe „Disputanda“ aus dem Ernst Klett Schulbuchverlag Leipzig).

Das Log und das Loggen

Ein Log ist in der Seefahrt ein Messgerät zur Bestimmung der Fahrtgeschwindigkeit bzw. der zurückgelegten Strecke. Urpsrünglich warf man ein Stück Holz an einer Schnur ins Wasser und bestimmte die nach einer festgelegten Zeit (die mit dem Logglas, einer Sanduhr ermittelt wurde) die abgelaufene, mit Knoten markierte Logleine. Da man hiermit nur die Fahrt durch das Wasser messen konnte, war der Wert beispielsweise wegen Strömungen verfälscht. Später wurden außer dem beschriebenen Relingslog auch noch andere Methoden entwickelt (z.B. mit Propellern oder Ultraschalltechnik).

Mercatorprojektion

Bei der Mercatorprojektion wird die Erdoberfläche auf einem Zylinder abgebildet, wodurch die Breiten- und Längenkreise als parallele Geraden abgebildet werden. Der Vorteil für die Navigation liegt in der Darstellbarkeit eines Kurses als Gerade, ein entscheidender Nachteil ist jedoch die extreme Größenverzerrung zu den Polen hin.

Das Längenproblem

Bei der Positionsermittlung von Schiffen auf dem offenen Meer konnte man die geographische Breite relativ genau angeben – die Länge jedoch erst, nachdem um 1750 präzise Uhren (Chronometer) und Sextanten entwickelt wurden (ein Vertreter letzterer war übrigens auf dem 10 DM-Schein abgebildet). Vorher kam es oft vor, dass Schiffe wochenlang Breiten absegelten um eine bestimmte Insel zu finden.

Funknavigation

Heute verwendet man Funknavigation, wozu man ein Empfangsgerät braucht, dass aus den Daten verschiedener Sender seinen Standort errechnen kann. Die am weitesten verbreitete Art der Funknavigation ist die Satellitennavigation.

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