Papst Johannes Paul II. ist tot – wie wird ein neuer Papst gewählt?

Der Weg des Johannes Paul II.

Am 2. April 2005 um 21.37 Uhr ist Papst Johannes Paul der II. gestorben. Am 18. Mai 1920 als Karol Jozef Wojtyla in Wadowice (Polen) geboren, erlebte er seine Jugend im Krieg. Nach einem Literatur- und Philosphiestudium (ab 1938) wird er 1946 Priester in Polen und geht für 2 Jahre an die päpstliche Universität in Rom. In Krakau wurde er zunächst Hilfsbischof und Erzbischof, 1967 wird er zum Kardinal nominiert.

Am 16. Oktober 1978 wird er in der Konklave (die Kardinalsversammlung zur Papstwahl) zum ersten polnischen Papst in der Geschichte gewählt. Am 13. Mai 1981 verübt der türkische Rechtsextremist Mehmet Ali Agca ein Attentat auf den Papst. Johannes Paul II. wird von 3 Kugeln getroffen und erholt sich erst Monate später von seinen schweren Verletzungen. 1986 öffnet er sich für andere Religionen und besucht als erster Papst eine Synagoge als Zeichen für den inter-religiösen Dialog.

6 Jahre später wird er an einem gutartigen Darmtumor operiert, seit 1996 leidet er an Parkinson. Nach Einlieferung in die Gemelli-Klinik Anfang 2005 wegen Atemnot wird ein Luftröhrenschnitt vorgenommen, aufgrund einer Harnwegsinfektion erleidet er am 31. März einen Herzkreislaufkollaps und einen septischen Schock, bevor er am 2. April gegen 21.37 Uhr stirbt.

Die Papstwahl

Im Prinzip kann jeder getaufte Katholik zum Papst gewählt werden, meist stammen die Kandidaten jedoch aus den Reihen der Kardinäle. Wahlberechtigt sind alle Kardinäle, die jünger als 80 Jahre sind. Es wird frühestens 15, höchstens 20 Tage nach dem Tod des bisherigen Kirchenoberhauptes in der Sixtinischen Kapelle gewählt, wobei eine Zweidrittelmehrheit zustande kommen muss. Nach einem potentiellen 34. Wahlgang genügt auch eine absolute Mehrheit. Der Kontakt mit Außenstehenden ist während der Wahl verboten, bei Zuwiderhandlung droht den Kardinälen Exkommunikation.

Bei einem erfolglosen Wahlgang werden die Stimmzettel mit dem Aufdruck „Eligo in Summum Ponteficem“ (Zum Papst wähle ich) zusammen mit ein wenig Pech verbrannt – es steigt schwarzer Rauch auf.
Steigt über der Sixtinischen Kapelle dagegen weißer Rauch auf, ist das ein Zeichen für einen erfolgreichen Wahlgang. Kurz darauf tritt der ranghöchste Kardinal mit dem neuen Papst auf die Loggia des Petersdoms und verkündet: „Habemus Papam – Wir haben einen Papst.“

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