Gentechnischer Einsatz in der Landwirtschaft

June 1st, 2010

Neben der Verwendung der Gentechnik in der Medizin, werden auch in der Landwirtschaft “herkömmliche“ Pflanzen oder Tiere mit anderer DNA versetzt.

Im Bereich der Gentechnik in der Landwirtschaft gibt es zwei große Unterkategorien: Zum einen die so genannte Grüne Gentechnik, die bei Nutzpflanzen durch das Einschleusen von DNA neue Merkmale erzeugt, oder unerwünschte abschaltet. Als Rote Gentechnik wird die Gentechnik mit Nutztieren bezeichnet.

Grüne Gentechnik

Zum Einschleusen von Fremd-DNA in Pflanzen wird das Bakterium Agrobacterium tumefaciens verwendet. Ursprünglich ist das Bakterium durch kleine Verletzungen an der Wurzel in eine Pflanze eingedrungen und hat dort einen Tumor induziert, indem es ein Plasmid in die Zelle der Pflanze einschleuste. Mit dem Einsatz von Gentechnik kann die DNA, die den Tumor auslöst, mit einer Fremd-DNA vertauscht und dann in die Pflanze eingeschleust werden - neben der DNA für das erwünschte Merkmal wird auch ein Marker übertragen, damit überprüft werden kann, ob die Rekombination gelungen ist. Im Labor wird zunächst die Zellwand, meistens von jungen Pflanzen, durch Enzyme abgebaut und anschließend das Plasmid eingebaut. Hat der Vorgang funktioniert, werden die Zellen durch Zellteilung vermehrt und es entsteht eine transgene Pflanze.

Beispiele

Seit 2008 sind in der EU 30 transgene Pflanzen zugelassen. Zu den meist genutzten transgenen Pflanzen zählen Sojabohne, Baumwolle, Mais und Raps, daber werden den meisten Pflanzen Resistenzen gegen Unkrautvernichtungsmittel übertragen. Aber die grüne Gentechnik wird auch eingesetzt um z.B. das “Matsch“-Enzym von Tomaten auszuschalten, damit die Tomaten länger haltbar sind.

Diktatoriale Erscheinungsformen

May 27th, 2010

Definition

Als Diktatur wird eine Herrschaftsform angesehen, in der eine Einzelperson oder eine Gruppe uneingeschränkte Macht über Bevölkerung und Staat ausüben kann und es keine demokratischen Rechte gibt. Daher wird die Diktatur auch immer als Gegenentwurf zum demokratischen und liberalen Verfassungsstaat bezeichnet

Es gibt jedoch unterschiedliche Diktaturen (Parteiendiktatur, Militärdiktatur, Totalitäre Diktatur, Autoritäre Diktatur…) die man alle nach

  • Dauer (Nur eine Übergangsdiktatur, oder länger),
  • Anzahl (Ein Herrschender oder z.B. eine Partei,…),
  • Hintergrund (Ideologie, Theokratie,…) und
  • Ausmaß (Autoritär - die äußere Ordnung muss gewahrt werden, aber mehr nicht - oder Totalitär - das gesamte Wertesystem soll beherrscht werden, auch wenn dazu Grund- und Freiheitsrechte weichen müssen)

unterscheiden muss.

Möglichkeiten der Gentechnik in der Medizin

May 24th, 2010

Durch den Einsatz von Gentechnik in der Medizin haben sich diagnostische und therapeutische Möglichkeiten entwickelt. So kann z.B. eine Vielzahl von Medikamenten hergestellt werden, oder genetisch bedingten Krankheiten können erkannt und behandelt werden.

Gentechnisch produzierte Medikamente
Bevor man gentechnisch Humaninsulin produzieren konnte, waren Diabetiker auf Insulin von Schweinen, das nach dem Schlachten aus deren Bauchspeicheldrüse gewonnen wurde, angewiesen. Da es sich aber nicht um das menschliche Insulin handelte - Human- und Schweineinsulin unterscheiden sich in einem Enzym - und es auch oftmals nicht ganz rein war, kam es bei längerer Anwedung zu Unverträglichkeitsreaktionen. Gentechnisch produziertes Insulin entspricht dagegen genau dem Humaninsulin, es kann rein und in großen Mengen hergestellt werden und ist dadurch auch noch günstiger.

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Insulin besteht aus einer A- und einer B-Kette die sich zusammen zu Insulin anlagern, in der menschlichen DNA gibt es daher ebenfalls zwei Abschnitte “A“ und “B“ (siehe Bild), die zusammen in einen Plasmidring eines Bakteriums aufgenommen und dann in ein Bakterium eingeschleust werden. Wird das Bakterium nun optimalen Vermehrungsbedingungen ausgesetzt (Aminosäuren und Sauerstoff), dann produziert das Bakterium beide Ketten und damit Insulin. Dieses Insulin kann dann medizinisch genutzt werden.

Neben der produktion von Humaninsulin wurde z.B. auch 1983 der Faktor Acht für Bluter, 1986 ein Impfstoff gegen Hepatitis B oder 2007 der HPV-Impfstoff gegen gebärmutterhalskrebsauslösende Viren entwickelt. Eine bestimmte DNA muss nicht unbedingt in Bakterien eingeschleust werden, so können z.B. auch Ziegen durch eingeschleuste DNA Medikamente herstellen, die dann aus der Milch isoliert werden können.

Diagnostik mit Gentechnik

Kennt man die eine bestimmte Basensequenz eines Gens, kann man sie mit Gensonden z.B. mit radioaktiv markierte Gensonden aufspüren. Seit 1999 gibt es in Bayern die Möglichkeit bei Neugeborenen bereits 20 Genkrankheiten feststellen und damit entsprechende Maßnahmen treffen, um ein normales Wachstum zu ermöglichen. Beispiele für genetisch bedingte Krankheiten, die man feststellen kann, sind MCAD, Brustkrebs oder auch Chorea Huntington.

gelelektrophorose_mutation.png
Eine leichte Möglichkeit stellt die sogenannte Gelelektrophorese dar. Mit Restriktionsenzymen (biologischen “Scheren“, die nur an einem bestimmten Punkt schneiden können) kann man einen DNA-Abschnitt zerlegen - im Normalfall gibt es eine bestimmte Anzahl an Stücken, die übrig bleiben - in der Grafik gibt es zwei Schnittstellen, an denen das Allel zerschnitten werden kann. Es entstehen also 3 Teile - im unteren Fall liegt eine Mutation vor, das Restriktionsenzym kann nicht mehr schneiden und es entstehen nur zwei Teile.
Bei der Gelelektrophorese werden im Normalfal drei Banden (Striche), bei der Mutation aber nur zwei Banden sichtbar

Somatische Therapie und Keimbahntherapie

Grundsätzlich kann eine Gentherapie auf zwei Wegen erfolgen: Entweder kann bereits die befruchtete Eizelle therapiert und anschließend von einer Frau ausgetragen werden, dabei bekämen alle Zellen die gleichen Gene und das Individuum wäre theoretisch gesund. Da es aber missbraucht werden kann und man “Genselekion“ betreiben könnte, ist die Keimbahntherapie in Deutschland verboten.
Somatische Therapie wird z.B. bei Muskoviszidose eingesetzt. Der Patient bekommt mit einem Vektor z.B. Viren oder Fetttröpfchen, die inhaliert werden und in die Lunge gelangen, intakte Allele. In der Folge können die Lungenzellen für einige Wochen Tunnelproteine bilden. Nach ein paar Wochen muss die Prozedur allerdings erneut durchgeführt werden.

Die Entwicklung des Gottesgedanken im Alten Testament

April 21st, 2010

Die Gottesvorstellung jedes einzelnen muss nicht immer die gleiche sein. Sie kann sich z.B. durch eigene und äußere Einflüsse verändern. Wie man im Alten Testament sehen kann, hat sich der Gottesgedanke auf folgenden “Stationen“ verändert.

Gott der Patriarchen
Ca. 1500 v. Chr. zogen die Menschen noch als Nomaden in Sippen herum und hatten dabei einen, für die Sippe, persönlichen Schutzgott - der Gott des Sippenältesten z.B. der Gott Abrahams In diesem Denken war Gott der Anführer und Beherrscher der Natur und garantierte damit Wohlergehen der Familie und der Herde.

Gott Moses
Als die Mose-Schar aus Ägypten geflohen war, schloss sie sich im Verlauf der “Wüstenwanderung“ und der “Landnahme“ mit anderen Stämmen zusammen. Dabei verehrten sie den Gott Jahwe, da er durch die Exodus-Ereignisse zu “ihrem Gott“ geworden ist - er hat ihr Schicksal gelenkt und ist dadurch: “Herr der Geschichte“ — dennoch nicht der einzige Gott, der verehrt wird.
Im Gegensatz zu den altorientalischen Gottheiten wurde Jahwe bildlos dargestellt. Dadurch ist der Gott einerseits unvergleichlich und andererseits unverfügbar.

Jahweglaube in der vorstaatlichen Zeit
Ca. 1200 - 1000 v. Chr. mit der “Landnahme“ und dem Sesshaftwerden, wuchs die Abhängigkeit von der Natur, die sich auch in der Religion niederschlägt. Durch das Zusammenwachsen verschiedener Gruppen wurden auch verschiedene “Patriarchen-Götter“ integriert - von denen die Meisten weiterhin verehrt werden. Zunächst wird der höchste kanaantische Gott El als “Höchster“ akzepiert, später aber mit El identifiziert.

Gottesbild der Königszeit
David hat Jahwe zum offiziellen Staatsgott gemacht, dennoch wurde er fast nur von der Oberschicht akzeptiert. Die Landbevölkerung verehrte weiterhin eher kanaantische Gottheiten und Sippengötter.
Salomons Tempelbau sollte primär der Verehrung Jahwes dienen, trotzdem hatte Salomon auch anderen Göttern einen Platz im Tempel gewährt. Aus diesem Grund entstand aber die monotheistische, so genannte “Jahwe-allein-Bewegung“, die allerdings erst zur Zeit des Propheten Hosea (ca. 750 v. Chr.) richtig anfing und unter Hesekiel und Jeremia (ca. 6. Jahrhundert v. Chr.) kompromissloser wurde.

Babylonische Gefangenschaft
Als Jerusalem 586 von den Babyloniern zerstört wird, führt dies zu einer tiefen politischen und religiösen Krise. Im damaligen Denken gab es zwei Varianten:

  1. Die babylonischen Götter sind stärker als Jahwe. Das Resultat davon wäre nichtmehr an Jahwe zu glauben sondern die babylonischen Götter anzunehmen.
  2. Aktuelles Leid ist eine Strafe Jahwes für die Sünden. Damit ist Jahwe “Herr des Geschehens“

Man entschied sich für die zweite Lösung. Es kam zu einer Umkehr und zu einem radikalen Neuanfang: Der Monotheismus setzt sich durch.
Zusammen mit der Durchsetzung des Monotheismus kam es auch zu einer Transzendentalisierung des Glaubens. Jahwe sei nichtmehr nur an das Land Israel gebunden, Jahwe wird “Herr aller Völker“…

Autosomale Erbkrankheiten

April 17th, 2010

Erbkrankheiten können Gonosomal, d.h. auf auf dem X-Geschlechtschromosom, oder Autosomal, d.h. auf den Genen, die nicht zu den Geschlechtschromosomen (X- bzw. Y-Chromosomen) gehören, vererbt werden. Dabei unterscheidet man zwischen dominantem und rezessiven Erbgang. Beim dominanten Erbgang tritt eine Krankheit auf, sofern nur eins von den homologen Genen, die von den Eltern vererbt wurden, die Krankheit bzw. den Genfehler trägt. Liegt die Genkombination aA oder aa vor , leidet die betreffende Person an der Erbkrankheit (dabei gilt, dass das Gen “a“ das fehlerhafte Gen ist).
Ein autosomal rezessiver Erbgang liegt dann vor, wenn man nur bei der Genkombination aa und nicht bei der Kombination Aa an der Erbkrankheit leidet.

Chorea Huntington ist ein Beispiel für einen autosomalen, dominanten Erbgang. Bei dieser Krankheit entwickelt sich der Betroffende zunächst normal und ist gesund. Erst im Zeitraum von 30 bis 60 Jahren treten Störungen in der Gehirnfunktion auf. Dabei kann es zu Demens, unkontrollierbaren Bewegungen der Gleidmaßen und Sprachstörungen kommen. Die Erkrankten werden zu hilflosen Pflegefällen.

Ein weiteres Beispiel für einen autosomalen, dominanten Erbgang ist das sogenannte Mafan-Syndrom. Durch einen Mutation eines Genes werden Bindegewebe im Körper falsch aufgebaut, sie werden zu instabil bzw. zu elastisch. Da das Bindegewebe im menschlichen Körper an vielen Stellen auftritt, kommt es zu einer Vielzahl an Folgeschäden. So kann es zum Beispiel zu einem Herzfehler, bei dem sich die Aorten- und Mitral-klappe nicht mehr schließen können. Ebenso kann es, neben Anderem, zu starker Hochwüsgkeit, überlangen, schmalen Fingern oder auch Kurzsichtigkeit.

Weitere Beispiele für einen autosomalen, dominanten Erbgang ist zum Beispiel der Spaltfuß, die Polydactylie (Sechs Finger bzw. Zehen), die Syndactylie (Verwachsung von Fingern bzw. Zehen) oder die Kurzfingerigkeit.

Die Mukoviszichose bzw.cystische Fibrose dagegen wird autosomal, rezessiv vererbt. Da der sogenannte Chloridionenkanal der Zellen bei der Muskiviszichose entweder defekt ist oder sogar ganz fehlt, können keine Chloridionen in das innere einer Zelle gelangen. Es kommt zu einem osmotischen unterschied, was dazuführt, dass kein Wasser in das Zellinnere gelangt. Dadurch kann sich der in der Zelle enthaltene Schleim nicht verflüssigen, sondern bleibt hart zurück. Dieser Schleim verstopft lebensnotwendige Organe, wie zum Beispiel der Lunge (Husten z.B. ein weiteres Symptom). Daher haben die Meisten erkrankten auch nur eine sehr geringe Lebenserwartung.

Ebenso wird die Sichelzellenanämie autosomal, rezessiv vererbt. Unter Anstrengung können normale rote Blutkörperchen sichelförmig werden. In diesem Zustand können sie kein Sauerstoff mehr transportieren, es kommt zu physischer Schwäche, Blutarmut und auch Herzversagen. Ebenso können die Blutkörperchen verklumpen und dann auch zu Herzversagen, Schmerzen, Fieber, Gehirnschäden oder Organschäden führen. Da sich die Sichelzellen besonders in der Milz anhäufen, kann es auch zu Milzschäden kommen.

Weitere Beispiele des autosomalen, rezessiven Erbgangs sind Albinismus oder Phenylketonurie.

Wenn eine Krankheit über Generationen hinweg in allen Generationen vorkommt, handelt es sich in den meisten Fällen um einen autosomalen, dominanten Erbgang. Wird eine Generation übersprungen, ist es meistens autosomal rezessiv.

Wodurch wird die Gottesvorstellung eines Menschen beeinflusst?

April 15th, 2010

Die Meisten Menschen, egal ob sie Gläubige oder Atheisten sind, gehen davon aus, dass die Art wie sie von Gott denken von der Erziehung ihres Elternhauses geprägt ist - die Gottesvorstellung wird durch das Elternhaus geprägt, allerdings nicht nur…

Einflüsse der Eltern
Eltern können das Gottesbild ihres Kindes auf zwei Wegen beeinflussen: Mittelbar und Unmittelbar.
Mittelbar wird die Gottesvorstellung durch Weckung von Grundvertrauen (Zuversicht und Selbstwertgefühl) aber auch durch Grundmisstrauen geprägt.
Unmittelbar wird die Gottesvortstellung über direkte Aussagen über Gott und ihr Verhalten geprägt.

Erlebt ein Kind ein Elternteil als ständige Bedrohung, wird Gott, als Autoritätsperson wie das Elternteil, ebenso als Bedrohung angesehen. Wenn in der Kirche oder im Religionsunterricht von einem bamherzigen Vater gesprochen wird, überhört das Kind diese Aussagen. Statt dessen achtet das Kind nur auf Aussagen über Gottes Gericht oder die schwere Verantwortung des Menschen.

Einflüsse von Anderen
Genauso wie die Eltern die Gottesvorstellung beeinflussen können, kann diese natürlich auch von anderen Verwandten, im Kindergarten, im Religionsunterricht, im Gottesdienst, durch Freunde, Zeitschriften, Bücher, Radio oder Fernsehen geprägt werden.

Eigene Einflüsse
Die eigene Gottesvorstellung entwickelt sich aber nicht nur durch äußere Einflüsse. Eigene Gefühle wie Ängste, Wünsche, Interessen, Optimismus, Pessimismus und Ideale prägen auch die Gottesvorstellung.
So kann z.B. jemand, der zwar an Gott glaub, aber nur dann, wenn er irgendwelche Nöte auf dem Herzen hat, sich an Gott wendet, Gott als “Erfüller“ seiner Wünsche ansehen. Dieser wird jedoch früher oder später enttäuscht und kann dadurch seinen Glauben komplett verlieren, sofern er seine Gottesvorstellung nicht durch eine realistischere ablösen kann.
Ebenso wie die Gefühle, wird die Gottesvorstellung durch eigene Erfahrungen (Freude, Schwierigkeiten, Gewissen, Gebet, Gottesdienst) und damit verbundenes kritisches Nachdenken geprägt.

Petrons Satyricon

April 11th, 2010

Die Satyricon (libri), abgeleitet von dem griechischen Adjektiv satyrika: hönisch, spöttisch (Satyrn sind die bocksfüßigen, wollüstigen Beleiter des Weingottes Dionysos), sind Bücher die von leichtlebigen, weinseligen, lüsternen Menschen nach dem Vorbild der Satyrn leben oder allgemein von satyrhaften Begebenheiten handeln.

Der Autor ist höchstwahrscheinlich T. Petronius Arbiter, der von Tacitus in den Annales erwähnt wurde. Petron wird dort als arbiter elegantiae Neros bezeichnet (etwa: “Schiedsrichter des feinen Geschmacks”). Er begang Selbstmord, nachdem er aus Neid im Jahre 66 von dem Prätorianerpräfekten Tigellinus beschuldigt wurde an der Pisonischen Verschwörung gegen Nero teilgenommen zu haben.

Inhalt der Satyricon ist, dass der Ich-Erzähler Enclopius, verfolgt von Priapos, dem griechischen Fruchtbarkeitsgott, umherzieht und vieles erlebt. Dabei wird er von seinem Lieblingssklaven Giton, zu dem er auch ein homosexuelles Verhältnis hat, begleitet und teilweise getrennt. Von dem “Gesamtwerk“, dessen Umfang unklar ist, ist die cena Trimalchionis (Gastmahl bei Trimalchio, einem reichen, freigelassenen Sklaven) als einzige größere, zusammenhängende Episode überlierfert. Darin werden relativ realistisch, wenn auch starkt übertrieben, die sozialen Verhältnisse und Mängel der frühen Kaiserzeit geschildert.

Im Werk wechselt sich Prosa mit Verssprache ab, weshalb die Satyricon rein formal einer mennipeischen Satire entsprechen. Dabei verändert sich die Sprache auch immer im Bezug auf den jeweiligen Sprecher, so spricht z.B. in der cena Trimalchionis nur Enklop in gebildetem, urbanen Prosa, während die anderen ihren teilweise niedrigen sozialen Stand durch Verwendung von “Vulgärlatein“ (das den grammatikalischen Regeln der Hochsprache oftmals widerspricht) ausdrücken.

Die Satyricon lassen sich nicht eindeutig einer Gattung zuweisen, so enthalten sie zwar die formalen Elemente der mennipeischen Satire, entsprechen aber inhaltlich eher einer Parodie auf den hellenistischen Liebesroman (ein Liebespaar muss Abenteuer bestehen, bis es am Ende glücklich vereint ist) oder, durch die Vielzahl an Abenteuern, einem Epos gleichen könnte.

Die Problematik eines angemessenen Redens von “Gott“

April 7th, 2010

Schon immer hatten die Menschen das Bedürfnis sich über Gott zu unterhalten. Problem dabei ist jedoch, dass Gott für die meisten Menschen etwas ungreifbares und damit auch unkommunizierbares ist. Daher haben sich unterschiedliche “Arten“ der Kommunikation von Gott entwickelt

Anthropomorphe Redeweise
In der Anthropomorphen Redeweise (von griechisch: ho anthropos = der Mensch und hä morphä = die Gestalt) werden menschliche Eigenschaften auf nichtmenschliche Wesen übertragen - z.B. bei Homer, bei dem die Götter menschliche Gestalten und Charakterzüge haben.

Diese Redeweise ist jedoch nicht ganz kritiklos. So hat z.B. der Naturphilosoph Xenophanes (ca. 500 v.Chr.) an ihr einerseits kritisiert, dass sich dann jedes Lebewesen (z.B. Pferde) ihre Götter wie sie selbst vorstellen (also für Pferde wären die Götter auch Pferdegestalten mit ähnlichen Charakterzügen). Andererseits kritisiert er, dass zusammen mit den guten Charakterzügen auch alles was Schimpf und Schande ist auf die Götter projeziert wird.

Auch der Philosoph Fichte meint, dass Gott erst garnicht als Person gedacht werden darf - was allerdings nicht ausschließt, dass die Anthropomorphe Redeweise doch zutrifft. (Ein Gott in Menschengestalt mit menschlichen Eigenschaften hilft außerdem eine persönliche Ich-Du-Beziehung z.B. im Gebet aufzubauen)

Dennoch kann man zusammenfassen, dass eine Vermenschlichung Gottes “Gott“ nicht gerecht werde.

Traditionelle Wege christlichen Redens von Gott
Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Varianten christlichen Redens von Gott:

  1. Via negationis - bei dieser Redeweise werden irdische Begrenzungen verneint - z.B. der Mensch ist endlich — Gott ist unendlich
  2. Via eminentiae - hierbei werden irdische Eigenschaften überhöht - z.B. ein Mensch ist gegenwärtig — Gott ist allgegenwärtig
  3. Via analogiae - für das Reden von Gott werden analoge Redeweisen eingesetzt - z.B. Gott liebt uns wie ein Vater

Problem hierbei ist jedoch, dass durch diese Redeweisen dem Wunschdenken “Tür und Tor“ geöffnet wird und falsche Assoziationen entstehen können, da z.B. nicht jeder das gleiche Bild eines liebenden Vaters im Kopf hat.

Sprachanalytische Philosophie
Die sprachanalytische Philosophie stellt das gesamte “Reden von Gott“ in Frage. Laut einem Grundprinzip dieser Philosophie ist nur das wahr, was empirisch (sinnlich erfahrbar) nachgeprüft werden kann. “Das Blatt ist grün“ wäre z.B. eine wahre Aussage - “Gott ist…“ dagegen wäre nicht empirisch nachprüfbar und damit kein sinnvoller Satz.

Liebe ist z.B. auch nicht empirisch nachweisbar - dennoch existiert sie. Somit ist diese Philosophie also nur an historische Fakten gebunden und tangiert daher auch kaum existentielle Lebensprobleme.

Mystik
Die Mystik aller Religionen geht davon aus, dass das “Problem“ Gott nicht intellektuell gelöst werden kann, daher sollte man auch komplett auf das “Reden über“ Gott verzichten. Statt dessen sollte man mit Gott Einswerden (unio mystica) z.B. durch Meditation oder Ekstase.

Die Problematik der Mystik ist jedoch, dass man mystische Erfahrungen nicht kommunizieren kann, d.h. jeder muss bzw. macht seine eigenen Erfahrungen und kann dabei die Realität verlieren. Außerdem verliert bei dieser Variante die Bibel komplett ihre Bedeutung.

Längenkontraktion - Myonenparadoxon

April 6th, 2010

Die Relativitätstheorie ist immer relativ zu einem System anzusehen. Ein Beispiel für unterschiedliche Phänomene der Relativitätstheorie sind Myonen die man auf der Erdoberfläche messen kann. Problem dabei ist allerdings, dass sie in ca. 10km Höhe erzeugt werden, sich mit 99,95% der Lichtgeschwindigkeit bewegen aber nur 2*10^-6 s (im Bezugsystem des Myons) “leben“. Rein rechnerisch können die Myonen nur eine Strecke von ca. 600 Meter zurücklegen, dennoch aber erreichen sie die Erdoberfläche

Zeitdilatation
Einerseits kann dieses Phänomen mit der Zeitdilatation erklärt werden. Die “Lebensdauer“ aus dem System der Myonen (2*10^-6 s) dehnt sich, sodass das Myon - von der Erde aus gesehen - problemlos die 10km zurücklegen kann.

Längenkontraktion
Die Zeitdilatation erklärt, warum das Myon, von der Erde aus gesehen, die Strecke schafft. Sie erklärt aber nicht, warum das im System des Myons geht.
Aus der Sicht des Myons wird die Länge der Strecke (10km) auf ca. 600 Meter verkürzt. Dadurch schafft das Myon trotz der kurzen “Lebensdauer“ (2*10^-6 s) die gesamte Strecke bis auf die Erde.

Berechnung
Die Längenkontraktion lässt sich mittels dieser Formel berechnen.

laengenkontraktion.png

l’ ist die gemessene Länge eines Objektes, das sich mit konstanter Geschwindigkeit v relativ zum Beobachter bewegt (die Messung erfolgt durch den Beobachter). l ist die entsprechende Länge im Ruhesystem des Objekts (z.B. es handelt sich um einen Stab, dann muss dieser z.B. auf der Erde ruhen um l zu messen). Die Formel stimmt nur dann, die Länge so gemessen wurde, dass die Längsachse mit der Bewegungsrichtung übereinstimmt.

Energiepolitik Russlands

April 2nd, 2010

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Weltweit wächst die Wirtschaft, damit steigt der Wohlstand aber auch der Energiebedarf, der in unserer Zeit, hauptsächlich mit fossilen Energieträger getragen wird - Russlands wichtige Rolle als Energielieferant stützt sich auf einige Faktoren.

Günstige geographische Lage

Russland liegt auf dem eurasischen Kontinent und damit einem Kontinent mit Europa und Asien, zwei Regionen mit relativ wenigen Energie-Ressourcen aber sehr hohem Nachfragepotential.

Erdölförderung

Russland verfügt über ca. 10 000 Mio. t Erdöl, was bei einer Fördermenge von ca. 500 Mio. t (2008) noch 20 Jahre hält. (Würde nur Deutschland mit dem gesamten Erdöl, das in Russland gefördert wird, versorgt, so würden die Reserven noch für 100 Jahre, bei gleichbleibendem Energiebedarf Deutschlands von 100 Mio. t, reichen)

Westsibirien

Früher wurde das meiste Erdöl in Russland aus der Region des Kaspischen Meeres gefördert. Inzwischen hat sich das Förderzentrum jedoch über die Wolga-Ural-Region nach Westsibirien verlagert. Einschließlich des arktischen Schelfs an der Nordküste und den Halbinseln Jamal und Gydan, sind im Westsibirischen Tiefland ca. 2 Mio. km2 erdöl- und erdgas-höfig (es gibt Erdöl und Erdgas). Ein weiterer Vorteil Westsibiriens ist auch die gute bis sehr gute Qualität des Erdöls, da es einen nur sehr geringen Schwefelgehalt hat.

Probleme

Durch das kalte, polare Klima gibt es in Westsibirien aber auch große Nachteile für und durch die Erdölförderung:

  • Der Permafrostboden taut, wenn die Ölraffinerien nicht sorgfältigst gedämmt werden, da durch die Förderung Wärme entsteht.
  • Taut der Permafrostboden nimmt der sowieso schon hohe Versumpfungsgrad zu (ein großteil der Erdölförderung funktioniert nur, da große Sandflächen aufgeschüttet werden, Betonplatten oder Betonpfähle in den Boden gerammt werden)
  • Durch den sumpfigen Boden kommt es häufig zu Erd- bzw. Schlamm-Rutschen bei denen unter anderem auch Ölpipelines brechen.
  • Tritt Öl aus, kann das Öl durch das kalte Klima nur sehr langsam abgebaut werden, es bleibt über Jahrzehnte auf riesigen Flächen zurück.

Arktisches Ökosystem

Da auch die Landreserven in Westsibirien nicht ewig halten, orientiert sich Russland zunehmend an dem bis zum Nordpol reichenden russischen Sektors, da hier ca. 1/4 der weltweit bekannten fossilen Energieträger lagern soll. Diese Pläne führen allerdings auch zu politischen Streitigkeiten z.B. beansprucht Norwegen auch einen Teil dieses Sektors zur Erdölförderung. Im Visier aktueller Erschließungspläne steht daher die russische Küstenregion. Probleme hierbei sind allerdings, dass man noch keine technischen Erfahrungen mit Offshorförderung in der polaren Klimazone gemacht hat und daher auch sehr hohe Investitionen nötig sind.

Wer hofft, dass der Klimawandel eine Erleichterung bringen wird liegt allerdings falsch - Sollte das Klima ansteigen, wird das Eis nur dünner und schmilzt nicht ganz weg, dadurch hält des dem Wind nicht mehr lange stand, bricht und türmt sich zu bis zu 20 meterhohen Barrieren auf an denen selbst große Eisbrecher Schwierigkeiten haben.

Export

Durch die günstige Lage Russlands zu seinen Abnehmern (z.B. Europa/Asien) kann Erdöl und Erdgas mit Pipelines transportiert werden. Dennoch eignen sich nur wenige Standorte an der russischen Außengrenze für einen ungehinderten Transport, sodass es in den meisten Fällen zu einem Transit durch benachbarte Länder kommt (die Pipelines durchqueren benachbarte Länder). Politische Konflikte aber auch Preissteigerungen führen daher häufig zu Lieferunterbrechungen seitens Russland (z.B. 2008).


Partner: Julian Schrader | Beulendoktor & Hagelschaden | Schrader.io — Consulting, Design & Development | Ferienwohnung Brückenau