Naturalismus (zwischen 1880–1900)

Grundideen des Naturalismus

  • Ziel: Die Literatur soll die Wirklichkeit möglichst exakt abbilden (Arno Holz: „Kunst = Natur-x“)
  • Philosophie: Alle Menschen sind durch die Faktoren Vererbung, Milieu und Erziehung in ihrem Verhalten determiniert
  • Motivation: Protest gegen soziale Missstände und den deutschen Obrigkeitsstaat

Durch diese Grundgedanken entstehen im Naturalismus Texte, die das Elend, die Armut und Hoffnungslosigkeit der Bevölkerung so realistisch wie möglich beschreiben.

Naturalismus und Realismus

Der Naturalismus entwickelte sich aus dem Realismus. Während der Realismus, dessen Ziel es nicht war Kritik an der Gesellschaft zu üben, allerdings mehr die bürgerlichen Schichten ansprach und somit das Elend der Unterschicht oft kaschierte, versuchte der Naturalismus die Probleme der Arbeiter und Armen in ihrer ganzen Härte zu zeigen. Der Naturalismus hat daher grundsätzlich eine eher pessimistische Haltung.

Literarische Feinde und Vorbilder

Literarische „Feinde“ sahen die Naturalisten vor allem in französische Komödiendichter (Scribe, Dumas) und deren trivialen Zeitgeschmack, sowie in klassischen und romantischen Zeitgenossen. Vorbilder sahen sie im Sturm und Drang und in Dichtern wie Heine und Büchner.

Formen

Die Ideen des Naturalismus wurden vor allem über Zeitungen wie „Die Gesellschaft“ verbreitet. Das Drama war die wichtigste literarische Form, doch auch Lyrik und Prosa wurden gerne verwendet.

Prosa

Thema der Prosaformen waren u.a. Auseinandersetzungen mit der Beziehung zwischen Dichter und Proletariat, Großstadt und Industrialisierung.

Eine vollkommen neue Erzähltechnik, die erstmals von den Naturalisten verwendet wurde, ist der Sekundenstil. Mit Hilfe dieser Technik wurde Sekunde für Sekunde Raum und Zeit geschildert, mit dem Ziel einer umfassenden Wiederspiegelung der Realität.

Lyrik

Die Naturalisten waren die ersten, die die Problematik sozialer Fragen wie die Großstadtproblematik lyrisch erfassten. Die Probleme der urbanen Lebensweise, vor allem die Überflutung mit verschiedensten Reizen, waren nun Themen, die auch über die Epoche des Naturalismus hinaus die Schriftsteller des Expressionismus beschäftigten. Dabei wird die Großstadt meist als Ort des Elends und Schmutzes wahrgenommen, ein Ort, an dem alle Aspekte der ursprünglichen Natur verloren gegangen sind.

Drama

Das Drama entwickelte sich zur Zeit des Naturalismus zur wichtigsten literarischen Form. Prinzipiell wurden dieselben Techniken eingesetzt, die auch bei naturalistischer Prosa eingesetzt wurden: Milieuschilderung, Dialekt, Jargon, und Sekundenstil.
Das Drama im Naturalismus wurde von vielen Seiten zur damaligen Zeit kritisiert. Hauptmanns „Vor Sonnenaufgang“, z.B., sah man als Vermischung von Epik und Dramatik an. Im Drama des Naturalismus ist die Einheit von Ort, Handlung und Zeit der einzelnen Akte eingehalten. Sie soll die Authentizität des Dargestellten verwirklichen. Die meisten Bühnenstücke haben einen offenen Anfang und offenen Ausgang.

Die Zurücknahme des Dramatischen zu Gunsten epischer Elemente, die Reduzierung der Handlung, die Konzentration auf bestimmte Objekte wurden als notwendig erachtet, um das Soziale darzustellen. Dies war der Ausgangspunkt für die Entwicklung des epischen Theaters für Brecht.

Wichtige Vertreter und einige Ihrer Werke

  • Gerhart Hauptmann (1862–1946): „Bahnwärter Thiel“, „Vor Sonnenaufgang“
  • Arno Holz (1863–1929): „Familie Selicke“, „Großstadtmorgen“
  • Henrik Ibsen (1828–1906): „Gespenster“, „Die Wildente“
  • Émile Zola (1840–1902): „Der Zusammenbruch“, „Der Totschläger“

Zusammenfassung

Die Naturalisten protestierten gegen soziale Missstände, gegen den deutschen Obrigkeitsstaat, waren aber prinzipiell von pessimistischer Grundhaltung, zeigten keine Lösung, vermittelten keine Hoffnung. Sie verstanden sich trotz aller Nähe zu sozialen Themen, trotz aller Sympathie für die Sozialdemokratie nicht als politische Bewegung mit Programm, konkreten Zielen und mit Strategien. Der Naturalismus war in erster Linie eine bürgerlich-intellektuelle, vorwiegend literarische Protestbewegung. Trotzdem ist dem Naturalismus eine Modernisierung und Internationalisierung der deutschen Literatur zu verdanken, ohne die etwa die späteren Leistungen der Brüder Mann wie auch anderer Erzähler des 20. Jahrhunderts undenkbar wären.

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Sprungkraft im Hochsprung

Wie kann man seine Sprungkraft im Hinblick auf den Hochsprung effektiv verbessern?

Einen Muskel kann man entweder auf Ausdauer trainieren, so dass er eine bestimmte Bewegung so oft wie möglich wiederholen kann, oder auf Kraft, bzw. Schnelligkeit, sodass eine möglichst hohe Kraft in möglichst kurzer Zeit abgerufen werden kann.

Das plyometrische Training

Beim Hochsprung kommt es vor allem auf letzteres, also eine hohe Kraft und Schnelligkeit der Waden- und Oberschenkelmuskel an, also auf die Schnellkraft. Daher findet in diesem Bereich sehr oft das plyometrische Training Verwendung. Ziel dieser Methode ist die möglichst schnelle Umkehr von exzentrischer zu konzentrischer Muskelarbeit. Das heißt, dass vor der eigentlichen Belastung der Muskeln gedehnt wird. Durch das Dehnen wird in den Muskeln elastische Energie aufgenommen, die dann wie bei einem Gummiband wieder frei gesetzt werden kann. Zudem signalisiert der Muskel dem Gehirn die (Über-) Dehnung, woraufhin das Gehirn mit einem starken Reflex antwortet, sodass sich der Muskel schnell zusammenzieht. Der ganze Vorgang wird auch als Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus beschrieben.

Diese plyometrische Form des Krafttrainings fördert die Reaktivkraft und verbessert damit sehr effizient die Schnellkraft – bei konsequentem Training kann man nach einem halben Jahr durchaus bis zu 30cm höher springen.

Übungen aus der Plyometrie, die fürs Hochsprungtraining verwendet werden können, sind Tiefsprünge (von einer gewissen Höhe springt man auf den Boden, um sich dann wieder mit aller Kraft so hoch wie möglich abzustoßen), Treppensprünge, allgemein Sprünge mit schnellem Hochzie-hen der Knie, Froschsprünge, Ausfallschritt-Übungen etc. Typisch für die Plyometrie ist, dass sie in der Regel ohne Gewichte statt findet, da das Körpergewicht meistens völlig ausreicht. Deswegen sind falsch ausgeführte plyometrische Übungen aber nicht weniger gefährlich, und sollten nur von geüb-ten und bereits trainierten Sportlern intensiv eingesetzt werden. Ein Trainer ist bei dieser Trainings-methode fast unverzichtbar, ein gründliches Aufwärmen darf auf gar keinen Fall fehlen.

Training mit Gewichten

Neben den plyometrischen Übungen ist natürlich auch das Training mit Gewichten und Geräten sinnvoll. Aber auch hierbei ist es sehr ratsam einen Trainer an seiner Seite zu haben, da vor allem mit Kraftgeräten unwissentlich vieles falsch gemacht wird.
Abschließend ist zu sagen, dass die Sprungkraft zwar sehr effizient trainiert werden kann. Trainiert man aber die Sprungtechnik, so kann man vor allem als Anfänger wesentlich schneller Fortschritte machen.

Literatur zum Thema:

  • Hillebrecht, M. Sprung-ABC I,II. Von sport.uni-oldenburg.de abgerufen
  • Krebs, A. Vielseitiges Sprungkrafttraining als Basis. Von stv-fsg.ch abgerufen
  • Radcliffe/Farentinos. Sprungkrafttraining. Meyer & Meyer Verlag.
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John Maynard Keynes und seine antizyklische Fiskalpolitik

John Maynard Keynes war britischer Ökonom und Politiker, gehört zu den bedeutendsten Wirtschaftswissenschafter des 20. Jahrhunderts und beeinflusst mit seinen ökonomischen Theorien bisher heute sowohl Wirtschaft wie auch Politik.

Keynesianisch orientierte, antizyklische Fiskalpolitik

Für Keynes ergeben sich wirtschaftliche Krisen aus unzureichenden Marktfunktionen und einer zu geringen Güternachfrage. Um diese wirtschaftlichen Krisen zu bekämpfen empfiehlt er eine antizyklische Fiskalpolitik, also eine Ausgabenpolitik gegen die Ausschläge des Zyklus. So behauptet er, dass eine expansive Konjunkturpolitik die Lösung für die Bekämpfung von konjunktureller Arbeitslosigkeit ist, Weiterhin müsste eine Zinssenkung durch die Zentralbank, eine Belebung des Exports und eine Drosselung der Importe stattfinden (die letzten beiden Punkte sind je nach Tiefe der Depression auch zu streichen).

Steigerung und Senkung der öffentlichen Ausgaben

Keynes sieht die Lösung vor allem in der Steigerung der öffentlichen Ausgaben und behauptet, dass durch den staatlichen Kauf von Gütern und das gezielte Subventionieren die Tiefe der Depression gemindert werden kann. Er spricht also die Idee einer expansiven Fiskalpolitik in Zeiten von Wirtschaftskrisen aus.

Zu Senkungen der öffentlichen Ausgaben sollte es laut Keynes in Boomphasen kommen, da hier ein Haushaltsüberschuss vorhanden ist und Rücklagen für die Depression geschaffen werden sollten. Damit spricht er sich für eine restriktive Fiskalpolitik in Zeiten von Boomphasen aus.

Senkung und Steigerung der Steuerbelastungen

Weiterhin spricht sich Keynes für eine Senkung der Steuerbelastungen in Wirtschaftskrisen aus und begründet den positiven Erfolg solcher Senkungen damit, dass durch die sinkenden Steuersätze Einkommen und Gewinne der Privatpersonen gesteigert werden und dies einen positiven Effekt auf die private Konsum- und Investitionstätigkeit hat.

Daraus folgt dann, dass es zur Steigerung der Steuerbelastungen in Boomphasen kommen sollte, da hier durch die erhöhten Einnahmen des Staates mehr Rücklagen für die expansive Fiskalpolitik geschaffen werden.

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Der Konjunkturzyklus

Der Konjunkturzyklus – in dieser Abbildung wird ein idealtypischer Verlauf gezeigt – besteht aus vier Phasen, die sich immer wieder wiederholen und die Wirtschaft charakterisieren.

Die Expansion, auch Aufschwung genannt, zeichnet sich durch eine Gesamtnachfrage der gesamtwirtschaftlichen Produktion aus und hat als Folge höhere Umsätze, Gewinne und Einkommen. Während dieser Phase werden besonders oft Investitionen vorgenommen, da das Geld vorhanden ist, und außerdem steigt – wenn auch mit zeitlicher Verzögerung – die Beschäftigungsrate.

Nach der Expansion folgt der Boom bzw. die Hochkonjunktur. In dieser Phase ist die Gesamtnachfrage weit höher als das Produktionspotenzial (maximale Produktionsmöglichkeit) und es kommt damit zu Engpässen von bestimmten Produkten und/oder Ressourcen. Unternehmen und Privatpersonen nehmen immer mehr Investitionen vor, die Zinssätze schnellen in die Höhe und die Löhne steigen.

Doch dann kommt es zur Abschwung (in der Abbildung als Rezession bezeichnet) genannt. In dieser Phase des Konjunkturzykluses nimmt die Gesamtnachfrage stark ab und auch das Bruttoinlandsprodukt sinkt. Dabei fallen Preise und Gewinne aus, wodurch die im Boom begonnenen Investitionen nicht mehr beendet werden können. Auch die Beschäftigung nimmt ab.

Dann erreicht der Konjunkturzyklus seinen Tiefpunkt, die Depression bzw. Rezession. In dieser Phase explodiert die Arbeitslosigkeit praktisch, womit die Einkommen sinken und die Konsumnachfrage stetig abnimmt. Die Preise für Güter steigen weniger stark an oder sinken. Dabei kann es zur Deflation kommen.

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Adam Smith und seine unsichtbare Hand

Adam Smith, mittlerweile sehr bekannt für seine Theorie der unsichtbaren Hand, war eigentlich Moralphilosoph und Aufklärer, gilt jedoch auch, dank seiner Theorie der unsichtbaren Hand, als Begründer der klassischen Nationalökonomie, die den Anfang der modernen Volkswirtschaftslehre bildet.

Der Klassiker, wie er häufig genannt wird, vertritt mit seiner unsichtbaren Hand den Standpunkt des klassischen Liberalismus, laut dem der Staat die Finger aus der Wirtschaft lassen muss, da diese sich von alleine lenke. Damit erwähnte er mit als erster den Gedanken, dass es eine Trennung zwischen Staat(swesen) und Wirtschaft(sgeschehen) geben muss.

Die Theorie – oder: wer die Einzelnen lenkt

Smith geht davon aus, dass der Einzelne „stets darauf bedacht [ist] herauszufinden, wo er sein Kapital […] so vorteilhaft wie nur irgend möglich einsetzen kann“[1] und äußert damit einen gewissen Egoismus des Menschen. Er glaubt, dass jeder Einzelne nach dem eigenen Vorteil strebt und dieses, so gut wie möglich, vergrößern will.

Von dieser These geht Smith aus und baut darauf seine Theorie der unsichtbaren Hand auf, denn er behauptet, dass der Einzelne dort das Kapital einsetzt, wo es ebenfalls dem ganzen Land nutzt, doch geschieht dieses nicht bewusst, sondern durch die unsichtbare Hand. Und darauf aufbauend, sagt er, dass durch diese unsichtbare Hand immer der bestmöglichste Weg eingeschlagen wird und der Staat sich deshalb nicht um die Wirtschaft kümmern muss.

Der Staat bei Smith

Wie oben schon erwähnt, soll sich der Staat laut Smith aus dem Wirtschaftsgeschehen raushalten und sich drei anderen Aufgaben widmen: Schutz der Bevölkerung vor Gewalt, das Justizwesen auszubauen und zu unterstützen und schließlich noch, „bestimmte öffentliche Anstalten und Einrichtungen“[2] zu gründen und zu fördern, womit beispielsweise Schulen gemeint sind. Dabei sagt er jedoch auch, dass die Unterstützungen so gewählt und gesetzt werden sollten, dass der größte Teil der Bevölkerung davon profitiert.

„Wenn die unsichtbare Hand nicht funktioniert: Marktmacht und Marktversagen“[3]

In der Volkswirtschaftslehre gibt es zwei klassische Fälle für das Versagen von Smiths unsichtbarer Hand, nämlich auf der einen Seite das Marktversagen und auf der anderen Seite die Marktmacht. Beides hängt fest mit den zwei Gründen für eine Regierung, in die Marktwirtschaft einzugreifen, zusammen: die Effizienssteigerung und Förderung der Gerechtigkeit.

Wenn die unsichtbare Hand nach dem von Smith skizzierten Rahmen funktioniert, verteilt sich Ressourcen effizient und so, dass sowohl der Einzelne, wie auch die breite Masse einen Vorteil daraus ziehen kann. Als Marktversagen wird das Versagen der effizienten Ressourcenverteilung verstanden und ist ein Kriterium für den Eingriff des Staates ins Wirtschaftsgeschehen. (Hier ist noch einmal wichtig festzuhalten, dass das die moderne Interpretation der Volkswirtschaftslehre von Smiths Theorie ist!)

Bei der Markmacht handelt es sich um ein immer häufiger auftretendes Phänomen, laut dem die Fähigkeit, die Marktpreise übermäßig zu beeinflussen bei Einzelnen oder aber einer kleinen Gruppe liegt. Auch hier hat die unsichtbare Hand so versagt, dass der Staat eingreifen und gegenlenken muss, um eine schlimmere Katastrophe zu verhindern. Bestes Beispiel ist die Monopolbildung in einem bestimmten Bereich!

Denkfehler

Die Theorie der unsichtbaren Hand weist einen Denkfehler auf: von der Wirtschaft werden immer nur die belohnt und bezahlt, die der Wirtschaft den größten Nutzen bringen und am meisten produzieren bzw. verkaufen. Das bedeutet ganz einfach, dass es eine ungerechte Verteilung des ökonomischen Wohlstands gibt – die gab es auch zu Zeiten von Smith schon, man denke nur an den reichen Adel und die bettelarme Unterschicht – und die unsichtbare Hand damit nicht einwandfrei funktioniert.


[1] Smith, Adam [1993]: Der Wohlstand der Nationen. Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen, hrsg. U. übers. Von Horst Claus Recktenwald, dtv, München, S. 363 – 371 und S.582f

[2] Smith, Adam [1993]: Der Wohlstand der Nationen. Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen, hrsg. U. übers. Von Horst Claus Recktenwald, dtv, München, S. 363 – 371 und S.582f

[3] Dialog  SoWi 2, hrsg. v. Edwin Stiller, Schöningh Verlag und C.C.Buchner, 2007, S. 27

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Die „Neue Frau“

„Wo wir aber auftauchen, kurzröckig, kurzhaarig und schlankbeinig, fuhren die Männer der älteren Generation zusammen und fragten: ‚Was sind das für Geschöpfe?‘ Wir antworteten: ‚Die neue Frau.‘“ (Aus: Gabriele Tergit: Die Frauen Tribüne, 1933)

In der Zeit der Neuen Sachlichkeit veränderte sich nicht nur die Literatur, die Kunst, die Musik und das Theater, sondern auf die Frau und mit ihr das Frauenbild. Besonders in den letzten Jahren der Neuen Sachlichkeit lässt sich eine Wandlung der Frau feststellen – es entstand die „Neue Frau“.

Die „Neue Frau“ – Revolution des Äußerlichen

 

Heinrich Mann, Bruder von Literaturnobelpreisträger Thomas Mann, schrieb in Sieben Jahre. Chronik der Gedanken und Vorgänge von der Veränderung der Frau und spricht von den „kurzen Röcken“, die hübsch und praktisch seien, und von den „kurzen Haaren“, die sich besser zum Tanzen und Sport treiben passten, wie auch zum Arbeiten in der Fabrik. Generell sprach er davon, dass die Figur der Dame knabenhaft geworden sei, wie das linke Bild oben zeigt. Sowohl der Anzug, wie auch die Haare zeigen eine Veränderung des Äußeren der Frau und auch die Zigarette zeigt, dass sich Frauen immer mehr in Richtung Mann entwickelten.

„I want to be happy“[1]

Ja, das wollten die Frauen, sie wollten happy sein und nicht mehr von den Männern abhängig. Und genau darin lag die hauptsächliche Veränderung der Frau und des Frauenbilds: sie wurden selbstbewusster. Frauen waren stolz darauf, so zu sein, wie sie waren und machten da keinen Hehl raus: „Hat man’s nicht zu was gebracht? Man wird es noch weiter bringen.“[2] Sie waren stolz, sich so entwickelt zu haben und wollten sich noch weiter entwickeln.

Frauen bekam immer mehr Rechte zuerkannt, wie beispielsweise das Recht auf Scheidung, durften auch Hochschulen besuchen und nutzen dieses Recht auf Bildung auch aus und schließlich gingen sie auch arbeiten, um ihre Träume zu verwirklichen und nicht mehr von den Männern abhängig zu sein. Sie gaben meist und immer öfter ihre Rolle als Mutter und Hausfrau auf. Sie nahmen ihr Schicksal selbst in die Hand.

Die Reaktionen auf die Wandlung der Frau

Natürlich reagierte man auf die Veränderungen der Frauen. Wie das Zitat ganz oben schon zeigt, waren einige Männer, besonders die der älteren Generationen, überfordert, denn für sie war so etwas völlig fremd: Frauen, die männliche Züge hatten. Und auch die Großmütter reagierten warnend und hoben den Finger.[3]

Sport, Theater und Literatur unterstützten hingegen die Frauen in ihren Forderungen, standen dem Wechsel des Frauenbildes sehr positiv gegenüber und schlugen daraus natürlich Profit; gerade Theater und Literatur nahmen die „Neuen Frauen“ in ihr Programm auf und setzten es um, was sich besonders in Irmgard Keuns Werken Gilgi – eine von uns und Das kunstseidene Mädchen erkennen lässt.


[1] Aus: Irmgard Keun: Gilgi – eine von uns. Roman. München: dtv 1989 (Neuveröffentlichung; Erstveröffentlichung 1931)

[2] Aus: Irmgard Keun: Gilgi – eine von uns. Roman. München: dtv 1989 (Neuveröffentlichung; Erstveröffentlichung 1931)

[3] Aus: Irmgard Keun: Gilgi – eine von uns. Roman. München: dtv 1989 (Neuveröffentlichung; Erstveröffentlichung 1931)

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Die Neue Sachlichkeit

„Nichts ist verblüffender als die einfache Wahrheit, nichts ist exotischer als unsere Umwelt, nichts ist fantasievoller als die Sachlichkeit. Und nichts Sensationelleres in der Welt gibt es, als die Zeit in der man lebt.“ (Vorwort aus: Der rasende Reporter von Egon Erwin Kisch)

Wohl kaum ein Zitat eignet sich besser als Leitspruch der Neuen Sachlichkeit, als dieses von Egon Erwin Kisch, der mit diesen Sätzen im Vorwort seines rasenden Reporters erklärte, warum er ganz im Stile der Neuen Sachlichkeit (circa von 1920 bis 1930) schrieb, die als eine der Strömungen der Weimarer Republik galt und das Gegenstück zum Expressionismus war.

Literarische Merkmale

Prosatexte der Neuen Sachlichkeit lassen sich anhand einiger Merkmale von denen anderer Strömungen abgrenzen, wobei es drei Hauptmerkmale gab, die in jedem Prosatext wiederzufinden waren: Antihistorismus, Antipsychologismus und soziale Typen. Die Autoren der Neuen Sachlichkeit benutzten eben diese Merkmale, um ihre Wirkungsabsicht, nämlich eine Gesellschaftsanalyse vorzulegen und die Realität abzubilden, zu erzielen.

Unter dem Antihistorismus verstanden die damaligen Autoren, einen aktualitätsbezogenen Text zu verfassen, der frei von historischen Erzählungen, Vertiefungen und Exkursionen war. Gerade dieser Punkt brachte die Autoren ein Stück näher an ihre Wirkungsabsicht heran, eine Gesellschaftsanalyse vorzulegen, denn wie wäre es möglich gewesen, die aktuell bestehende Gesellschaft zu analysieren, wenn der Erzähler von irgendwelchen vergangenen Kriegen berichtet?

Mit dem Antipsychologismus wollten sich die Autoren der Neuen Sachlichkeit von denen des Expressionismus abgrenzen, die besonderen Wert darauf legten, „Innerlichkeiten“  wie Gefühle und Gedanken darzustellen. Die Autoren der Neuen Sachlichkeit hingegen hielten dies für ein weniger effektive Methode, weil sie einfach der bestehenden Realität widersprach: kein Mensch konnte damals die Gefühle und Gedanken des ihm gegenüber lesen. Und aufgrund dieser Tatsache, entscheiden sich die Autoren der Neuen Sachlichkeit für den Antipsychologismus und stellten weder Gefühle noch Gedanken der Figuren in den Texten dar – Schlüsse auf Gefühle und Gedanken mussten aus den Handlungen erschlossen werden.

Weiterhin wollten die Autoren der Neuen Sachlichkeit keine Individuen in den Mittelpunkt ihrer Texte setzen, sondern soziale Typen darstellen. Es ging ihnen, und das muss man im Zusammenhang mit ihrer Wirkungsabsicht betrachten, darum, die sozialen Missstände und Realitäten aufzuzeigen. Als Mittel zum Zweck wählten sich natürlich einzelne Individuen aus, jedoch solche, die eindeutig einer Schicht, meistens der unteren, zuzuordnen war.

Darüber hinaus gab es natürlich noch zahlreiche andere Merkmale: dem Leser ist keine Vorgeschichte bekannt und weiß nichts über den Werdegang, nach dem Ende des Textes; meistens waren es Angestelltenromane, die das miese Leben der Armen darstellen wollten; die Erzählweise war überwiegend journalistisch gestaltet (in Verbindung mit dem Antipsychologismus erklärbar).

„Kleiner Mann – was nun?“ – Hans Fallada und die Neue Sachlichkeit

Hans Fallada, der zu den Vertretern der Neuen Sachlichkeit zählte, erzählt in „Kleiner Mann – was nun?“ die Geschichte des Angestellten Buchhalters Johannes Pinneberg, der sich in die Verkäuferin Emma „Lämmchen“ Mörschel verliebte und diese heiratet, weil sie gemeinsam ein Kind erwarten. Die Weltwirtschaftskrise wütet und das auch in Deutschland, sodass Pinneberg entlassen wird und sich einen neuen Job suchen muss. Und als ob das noch nicht genügt, kriselt es in der Liebe und sie drohen, ohne Dach über dem Kopf dazustehen. Schließlich finden sie jedoch einen Weg zurück ins Leben und ihre alte Liebe.

Betrachtet man „Kleiner Mann – was nun?“ genauer, lassen sich viele Merkmale mit den oben beschriebenen Merkmalen der Neuen Sachlichkeit finden. Beginnend mit dem Antihistorismus und der Darstellung von sozialen Typen über den Antipsychologismus und die fehlende Vorgeschichte bis zum journalistischen Schreibstil. Darüber hinaus gelingt es Fallada, eine Gesellschaftsanalyse vorzulegen und über die Missstände in den einzelnen sozialen Schichten aufmerksam zu machen.

Ausnahme bildet jedoch das Ende des Romans. Beim Lesen der letzten vier bis fünf Seiten fällt auf, dass sich Fallada plötzlich und ohne jede Vorwarnung von dem Antipsychologismus abwendet und beginnt, von Gefühlen und Gedanken, Ängsten und Hoffnungen zu erzählen. Einige Literaturwissenschaftler werfen Fallada sogar vor, sich nicht nur dem Antipsychologismus abgewendet zu haben, sondern ebenfalls literarischen Kitsch produziert zu haben.

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Domitian

Domitian heißt mit vollem Namen Titus Flavius Domitianus und wurde am 24. Oktober 51 n. Chr. in Rom geboren. Er gehörte dem Herrschergeschlecht der Flavier an. Über seine Kindheit und Jugend ist wenig bekannt; Sueton schreibt, dass er sie unter erbärmlichsten Umstanden verbracht haben soll. Als sein Vater Vespasian im Vierkaiserjahr 69 n. Chr. zum Kaiser ausgerufen wurde, konnte Domitian , im Gegensatz zu seinem Onkel Titus Flavius Sabinus der Verfolgung durch die Anhänger des Vitellius entkommen und hatte nach dem Sieg der Flavier eine gesicherte politische Rolle in Rom.

Als sein Vater Titus Flavius Vespasianus eines natürlichen Todes starb, wurde dessen erster Sohn Titus römischer Kaiser.

Laut einigen antiken Quellen wird es für möglich gehalten, dass Domitian den Tod seines Bruders Titus am 13. September 81 n. Chr. herbeigeführt hatte, doch erlauben die recht widersprüchlichen Überlieferungen  keine eindeutige Beurteilung. Domitian trat die Nachfolge als Kaiser an und erwies sich zumindest am Anfang seiner Regierungszeit als fähiger Regierungschef. Er bekämpfte energisch die Korruption und brachte die Staatsfinanzen wieder in Ordnung.

Unter den zahlreichen von Domitian verwirklichten Bauvorhaben sind besonders das monumentale Stadion auf dem Marsfeld, der Titusbogen, das Forum Transitorium und sein überlebensgroßes Reiterstandbild (Equus Domitiani) auf dem Forum Romanum anzuführen.

Den Senat brachte er offenbar recht schnell gegen sich auf, weil er ihn kaum noch zu Rate zog und sich als dominus et deus (auf Deutsch „Herr und Gott“) anreden ließ. Auch Domitian richtete ein concilium principis ein, eine Art Kronrat. Ähnlich wie vor ihm Caligula und nach ihm Commodus brach Domitian die Spielregeln des Prinzipats, denen zufolge der Kaiser zwar faktisch alle Macht in Händen hielt, nach außen aber die Rolle von Volk und Senat in Ehren zu halten hatte. 85 n. Chr. übernahm er schließlich noch das Amt des Zensors auf Lebenszeit und damit das Recht, Senatoren zu ernennen und zu entlassen. Als letzter Kaiser führte Domitian den Titel eines censor perpetuus.

Allerdings nahm Domitian für sich nicht in Anspruch, selbst ein Gott zu sein, und er forderte für sich selbst auch keine göttliche Verehrung, vielmehr sah er sich unter göttlichem Schutz stehend.

Aktivitäten in Germanien

Unter Domitian begann die Phase einer erneuten (begrenzten) römischen Expansion rechts des Rheins im Bereich der obergermanischen Stämme. Unter dem Vorwand, einen Zensus in Gallien abhalten zu wollen, zog Domitian, dem es an militärischem Ruhm noch  mangelte, im Jahre 83 n. Chr. an den Rhein und begann gleich im Frühjahr einen Krieg gegen die Chatten. Es ging vermutlich um eine Schwächung der Chatten als letzten größeren Unruhestifter in Rheinnähe. Möglicherweise stieß Domitian bis ins Kernland dieses Stammes vor, also weit ins heutige Hessen hinein. Im Herbst wurde der Kriegszug in Germanien gegen die Chatten zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht. Dabei gelang die Unterwerfung des Gebiets zwischen Taunus, Lahn und Main.

Domitian begann schließlich mit der Errichtung des Limes, des römischen Grenzwalles zwischen Rhein und Donau. Außerdem nahm Domitian den Siegerbeinamen Germanicus an. Dies war das erste Mal, dass ein Prinzeps diesen nicht vererbt bekommen hatte, sondern durch eigene militärische Leistungen für sich beanspruchten konnte. Am Ende des Jahrs 83 n. Chr. feierte er den Triumph in Rom und bekam weitere Ehrungen durch den Senat verliehen. Hierzu zählen vor allem, vor dem Senat im Triumphgewand erscheinen zu dürfen und von 24 Liktoren begleitet zu werden.

Nach einem erneuten Chattenkrieg im Jahre 85 n. Chr. gelang es Domitian durch die Taunuskastelle die Bereiche des ober- und niedergermanischen Stammes mit großem Aufwand in zwei regelrechte Provinzen umzuwandeln und damit den endgültigen Verzicht auf eine wirkliche Eroberung ganz Germaniens zu verschleiern. Dieser Chattenkrieg stellt für längere Zeit die letzte große militärische Machtdemonstration im rechtsrheinischen Germanien dar. Die Grenze zum freien Germanien blieb fast hundert Jahre lang weitgehend friedlich. Wenig spricht dafür, dass Domitian seine Ziele in diesem Raum nicht erreicht hat.

Domitian erklärte das Germanenproblem durch die offizielle Gründung der beiden Provinzen Germania Superior („Obergermanien“) und Germania Inferior („Niedergermanien“) für beendet.

Seine Taktik war, nur dann Kriege zu führen, wenn sie unabwendbar waren, ansonsten aber die Grenzsicherung zu verstärken. Domitian wollte damit offenbar auch mit den militärischen Erfolgen seines Vaters und seines Bruders gleichziehen.

Sonstige militärische Leistungen

In Britannien gelang es Domitian mit Hilfe des Statthalters Gnaeus Iulius Agricola, den römischen Machtbereich bis nach Schottland auszudehnen und somit erheblich auszuweiten. Bevor Agricola die Insel jedoch ganz erobern konnte, wurde er von Domitian nach Rom zurückberufen.

Tod

In den letzten drei Jahren seiner Regierungszeit wurde Domitian zunehmend misstrauisch und fürchtete ständig Verschwörungen gegen sich. Auslöser dafür dürften tatsächliche Umsturzpläne gewesen sein; der erste wurde bereits 87 n. Chr. aufgedeckt.

In jedem Fall scheint die Furcht des Kaisers vor Verschwörungen die Zahl seiner Feinde nur noch weiter erhöht zu haben. Auch vor seiner eigenen Familie hatte Domitian – vielleicht mit gutem Grund – Angst.

Den Mann seiner Nichte Julia ließ er ebenso hinrichten wie seinen Vetter Clemens. Er soll sogar die Ermordung seiner Frau Domitia Longina geplant haben; sie verbündete sich aber mit mehreren Vertrauten Domitians, die ebenfalls um ihr eigenes Leben fürchteten.

Domitian fiel schließlich am 18. September 96 n. Chr. in Rom einem Anschlag, ausgeführt von Höflingen und Gladiatoren, zum Opfer. Sein Nachfolger wurde der Senator Nerva, dessen Position aber gefährdet war, da Armee und Volk Domitian sehr mochte und ein Nachfolger erst einmal dieses Vertrauen gewinnen musste. Seine vollständige Anrede zum Zeitpunkt seines Todes lautete:

Imperator Caesar Domitianus Augustus Germanicus, Pontifex maximus, Tribuniciae potestatis XVI, Imperator XXIII, Consul XVII, Pater patriae.

Die Dynastie der Flavier endete mit ihm.

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Ursachen der Evolution bei Darwin

Charles Darwin hatte, laut dem US-amerikanischen Philosophen Daniel Dennett, mit der Evolutionstheorie die beste Einzelidee der Geschichte. Der 1809 geborene britische Naturforscher, Kind einer Ärztefamilie, begann ein Medizinstudium, erkannte sein Interesse an den Naturwissenschaften, wechselte zum Theologiestudium, reiste mit einem Forschungsschiff um die ganze Welt und hatte eine Idee, die die Welt verändern sollte.

Darwins Evolutionstheorie

Darwin, der zeit seines Lebens einen unheimlichen Sammelzwang hatte, kam, angetrieben durch die Funde während seiner Weltreise, auf die Idee, dass sich Lebewesen durch Variation und natürliche Zuchtwahl an ihre Umwelt anpassen. Im Volksmund wird hier von „survival of the fittest“ gesprochen, was nichts anderes als „Überleben des am besten Angepassten“ bedeutet.

In seiner Theorie beginnt Darwin mit den individuellen Verschiedenheiten, in der Biologie mittlerweile als Variation beschrieben, die innerhalb einer Generation auftreten und vererbt werden. Damit schließt er diesen Gedanken direkt an den nächsten an, nämlich an den, dass nur die am besten Angepassten weiterleben, die ihre Anpassungen und individuellen Verschiedenheiten an ihre Nachkommen weitervererbt haben.

Doch Darwin verwendet neben der natürlichen Zuchtwahl noch die sexuelle Zuchtwahl, mit der er nichts anderes als die Auswahl des Geschlechtspartners meint und sagt: „Diese Form der Zuchtwahl hängt nicht von einem Kampfe ums Dasein […] ab, sondern von einem Kampfe zwischen den Individuen des einen Geschlechts […] um den Besitz des andern Geschlechts.“[1] Das Resultat sei „eine spärlichere oder ganz ausfallende Nachkommenschaft des erfolglosen Konkurrenten.“[2]

Synthetische Evolutionstheorie: Beweise oder sterbe

Durch den Fortschritt der Wissenschaften konnte Darwins Evolutionstheorie mittlerweile verifiziert und sogar erweitert werden. In der modernen Biologie wird die Synthetische Evolutionstheorie als Standardmodell der Evolution gesehen und ständig erweitert.

Diese Evolutionstheorie beruht auf Darwins Theorie und Werk Die Entstehung der Arten und enthält alle der drei oben aufgeführten Aspekte: die Variation, die natürliche Zuchtwahl und die sexuelle Zuchtwahl, wobei letztere beiden auch als Selektion bezeichnet werden. Natürliche und sexuelle Zuchtwahl wurden durch die künstliche Zuchtwahl/Selektion erweitert, die eine vom Mensch gesteuerte Zuchtwahl ist und die Fortpflanzungserfolge der Individuen steigert.

Bekannte Anhänger und Wegbereiter der Synthetischen Evolutionstheorie waren der Zoologe und Genetiker Theodosius Dobzhansky, der Mathematiker Ronald Fisher, die Biochemiker und Genetiker J.B.S. Haldane, der Genetiker Julian Huxley, der Zoologe und Biogeograf Ernst Mayr, der Paläontologe George Simpson und der theoretische Biologe Sewall Wright.


[1] Darwin, Die Entstehung der Arten (Zitat der neuen Rechtschreibung angepasst!)

[2] Darwin, Die Entstehung der Arten (Zitat der neuen Rechtschreibung angepasst!)

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Mithras-Kult

Die Ursprünge des Kultes für den Gott Mitra liegen im iranisch-persischen Kulturraum. Die Verehrung des Gottes Mitra gibt es wahrscheinlich schon seit Urzeiten, Nachweise existieren erst um ca. 1380 v.Chr.

Das Wort „mitra“ (altiranisch/altindisch) bedeutet Vertrag, Bund, Treue. Daraus schließt man, dass Mitra ein Gott des Vertrags, der Ehre und der Tugend war. Diese Bedeutung stammt aus der frühesten Zeit der Verehrung des Mitra.

Im Laufe der Zeit wurde Mitra zu einer allwissenden, alles sehenden Gottheit ausgestaltet und als solcher mit dem himmlischen Licht gleichgesetzt; Mitra wird daraufhin zu einer Lichtgottheit.

Mitra hatte in der Frühzeit noch eine relativ untergeordnete Stellung innerhalb des Pantheons. Als sich aber um 1000 v.Chr. die Trennung von indischem und iranischem Kulturraum vollzog, gewann Mithra an Bedeutung.

Nun begann ein weiterer Merkmal des Mithra sich auszuprägen: Man legte mehr Wert auf das Element des Kämpfens gegen das Böse und so nahmen ihn die Soldaten für sich in Anspruch, ebenso taten es auch die Herrscher. Mithra, der vor Schlachten angerufen wurde, wurde zu deren Beschützer im Kampf.

Verbreitung des Mithras-Kultes

Kleinasien wird zum Ausgangspunkt der weiteren Verbreitung der Mithra-Religion und zum neuen Zentrum der Verehrung für Mithra. Ab dem 4. Jh. v.Chr. lassen sich erste Ansätze einer Hellenisierung der Mithras-Religion in Kleinasien feststellen.

In dieser Zeit müssen sich in Kleinasien die Mysterien herausgebildet haben, in deren Mittelpunkt Mithras als kosmische Schöpfer- und Heilsgottheit steht. Neben diesen Eigenschaften bleibt er jedoch weiterhin der Wahrer der Verträge und der Schutzgott der Soldaten. Eine solche Anpassung an westliche Vorstellungen war die Grundsteinlegung für die Übernahme der mithrischen Religion durch die griechisch-römische Welt.

Nach Plutarch sind die Mithras-Mysterien im 1. Jh. v.Chr. durch Seeräuber nach Rom gebracht worden. In neuerer Zeit nimmt man an, dass sie erst im 1. Jh. n.Chr. durch Sklaven, Händler und v.a. Soldaten Eingang in das Römische Reich, d.h. zunächst in das italische Kerngebiet, gefunden haben.

Die Soldaten spielen bei der Verbreitung der Mithras-Mysterien eine wichtige Rolle. Sie verehren, wie schon in der Frühzeit des Kultus, Mithras als unbesiegbare Gottheit, die Tapferkeit und Edelmut verkörpert.

Die Tatsache, dass Soldaten in allen Teilen des Römischen Reiches stationiert waren und die einzelnen Legionen oder Teile der Legionen häufig den Standort wechselten, machte eine schnelle Ausbreitung in allen Teilen des Römischen Reiches möglich. Mithräen, die unterirdischen Heiligtümer des Mithras-Kultes, hat man besonders in Germanien, entlang der Donau und Gallien gefunden, also vorwiegend in den Grenzregionen des Imperium Romanum.

Ebenso wie die Soldaten, so waren auch Sklaven und Händler in allen Teilen des Reiches zu finden, wobei gerade in der Zeit vom 1. Jh. v.Chr. bis zum 1. Jh. n.Chr. zahlreiche Sklaven aus den gerade unterworfenen vorderasiatischen Gebieten, also aus denjenigen, die das Kerngebiet der Mithras-Verehrung darstellen, nach Westen transportiert wurden.

Bis zum Ende des 2. Jh.s n.Chr. gab es keine offizielle Bekanntmachung des Staates zum Mithras-Kult. Erst Kaiser Commodus unterstützte den Mithras-Kult. Er war der erste römische Kaiser, der sich in die Mysterien des Mithras einweihen ließ. Offenbar verstand er sich als Inkarnation des Mithras.

Die Tatsache, dass Mithras nun Zugang zu den höchsten Kreisen des Staates gewonnen hatte, verhalf dem Mithras-Kult zu noch mehr Einfluss. Die folgenden Kaiser arrangierten sich mehr und mehr mit dem Mithras-Kult und nutzten ihn für ihre Zwecke. Die Blütezeit des Mithras-Kultes liegt im 2. und 3. Jh. n.Chr.

Niedergang des Mithras-Kultes

In der Folgezeit wurde mit dem Verlust einiger Provinzen auch der Glaube an die Unbesiegbarkeit des Mithras gemindert. Ein besonders gravierender Rückschlag aber war der Sieg Constantins über das Heer des Licinius, das unter dem mithrischen Sonnenkreuz kämpfte. Währenddessen konnte sich das Christentum fast ungehindert weiter ausbreiten.

Mit der Herrschaft des Kaisers Theodosius war der Mithras-Kult endgültig dem Untergang geweiht. Das Christentum wurde zur Staatsreligion erhoben und alle anderen Kulte verboten. Durch dieses Verbot und die Tatsache, dass sich die Mithras-Gemeinden nun gewaltsamen, zum Teil grausamen Verfolgungen durch die Christen ausgesetzt sahen, konnten die Zeremonien des Mithras-Kultes von nun an nur noch versteckt und im Geheimen praktiziert werden. Auf diese Weise hielten sich vereinzelt noch Kultgemeinden in allen Teilen des Reiches bis ins 6. Jh. n.Chr. hinein.

Ein wesentlicher Grund dafür, dass sich der Mithras-Kult nicht durchgesetzt hat, ist die Tatsache, dass er nicht überregional organisiert war; es gab unter den einzelnen Kultgemeinden kaum Austausch und keine übergeordnete Instanz, so dass die Mithras-Gemeinden doch isolierte Phänomene darstellten.

Ein erheblicher Nachteil im Vergleich zum Christentum war ebenfalls, dass der Mithras-Kult nur Männern zugänglich war, Frauen jedoch versperrt blieb.

Mithras-Mysterien – Inhalt des Kultes

Über die genauen Zeremonien der Kultfeiern und die eigentlichen Inhalte des Mithras-Kultes ist nur wenig bekannt, da die Glaubensinhalte geheim waren und aus diesem Grunde vielleicht niemals schriftlich festgehalten worden sind.

Die einzigen gesicherten Zeugnisse für den Mithras-Kult sind wüste Beschimpfungen, aus denen man nur ein sehr bruchstückhaftes und negativ gefärbtes Bild erhalten kann. Aber besonders die sogenannten Mithräen, unterirdische höhlenartige Tempel, in denen die Anhänger des Mithras-Kultes sich trafen und ihre Kultzeremonien feierten. Viele dieser Mithräen sind gerade deswegen, weil sie unterirdisch angelegt worden sind, gut erhalten.

Ein Mithräum ist ein länglicher Raum mit gewölbter Decke. Vermutlich handelt es sich bei dieser Wölbung um ein Symbol des Himmels. An zentraler Stelle im Mithräum war ein Kultbild aufgestellt, das hauptsächlich zeigt, wie Mithras einen Stier tötet.

Ausgestaltung der Mithras-Mysterien

Welchen Inhalt auch immer der Mithras-Kultes gehabt haben mag, wissen wir doch um die Ausgestaltung des Kultgeschehens umso mehr.

Um an dem Wohl teilhaben zu können, muss man in den engeren Kreis des Mithras-Kultes aufgenommen werden. Die Aufnahmezeremonie wird Initiation genannt. Bevor sie jedoch stattfindet, muss der Initiand einen längeren Unterricht in der mithrischen Lehre absolvieren.

Erst danach kann die Initiation vollzogen werden. Dies geschah einerseits durch eine Taufe, die nach einiger Zeit durch eine Art „Konfirmation“ bekräftigt werden muss und andererseits durch körperliche Proben, die sehr hart gewesen sind, über die aber nichts Genaues bekannt ist.

Nach dieser Initiation konnte man sieben Weihestufen durchlaufen, wobei jeder Stufe eine Figur auf dem Kultbild entspricht:

  1. Die unterste Stufe hieß Corax (auf dt. Rabe) und symbolisierte den Raben auf dem Umhang des Mithras.
  2. Die nächste Stufe hieß Nymphus (auf dt. Verlobter) und wurde mit der Schlange assoziiert.
  3. Danach kam der Miles (auf dt. Soldat), der den Skorpion verkörperte.
  4. Die nächsthöhere Weihestufe war Leo (auf dt. Löwe), der sich auf dem Kultbild als Hund wiederfand.
  5. Die fünfte Weihestufe war Perses (auf dt. Perser), der dem Cautopates auf dem Kultbild entspricht.
  6. Die zweithöchste Stufe war der Heliodromus (auf dt. Sonnenläufer), dargestellt durch Cautes.
  7. Und die höchste Weihestufe schließlich war der Pater (auf dt. Vater), der den Mithras verkörperte.

Der Großteil der Gläubigen jedoch nahm die unteren Stufen ein. Der Pater als oberster Priester einer jeweiligen Gemeinschaft und gleichzeitig Stellvertreter des Mithras hatte die Leitung einer jeweiligen Mithras-Gemeinde inne. Die verschiedenen Weihestufen entsprechen dem Aufstieg der Seele zum Göttlichen.

Innerhalb des Kultes wurde von den Anhängern eine streng ethische Lebensführung erwartet, die den Einzelnen dazu bewegen sollten, in der Nachfolge des Mithras das Gute zu tun. Durch die gemeinsame Aufgabe des guten Handelns und der Hingabe innerhalb des Kultes entstand unter den Anhängern des Mithras-Kultes ein enges Gemeinschaftsgefühl, das durch die Enge des Kultraumes noch unterstützt wurde.

Dadurch konnte sich der Gläubige sich Hoffnungen auf ein Weiterleben nach dem Tod im Himmel machen.

 

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